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Die Wahrheit des Wortes

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Das Zitat der Woche 42 2017

21. Oktober 2017

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Natürlich stand die Woche erst einmal ganz im Zeichen der Neuwahlen vom Sonntag in Niedersachsen, wo sich erneut zeigte, dass auch in Deutschland das vorherrschende System längst gescheitert ist. Wurde auf Bundesebene gerade erst die Große Koalition (GroKo) abgewählt, folgte nun auch die Regierung in Hannover. Dies war aber noch lange nicht alles, denn alle Parteien einer möglichen Jamaika-Koalition wurden ebenfalls mit Stimmentzug abgestraft, womit auch an dieser Stelle ein klares Zeichen gesetzt wurde. Dieses zeigte übrigens wieder eine ganz andere Realität, als sie von den Staatsmedien verbreitet wird, seit feststeht, dass man diese Option für den Bund gezogen hat. Frech war es dann wieder, dass man Stimmen hören musste, wie die von Alexander Graf Lambsdorff (FDP), der Jamaika zum Wählerwillen erklärte und so natürlich untermauerte, dass man die Wähler bei den Liberalen nicht verstanden hat. Mittlerweile weiß man allerdings, dass die abgewirtschaftete Dauermachtclique und eben auch ihre möglichen Mehrheitsbeschaffer die klaren Signale der Wähler gerne ignorieren. Dies wiederum ist nicht nur antidemokratisch, sondern auch gefährlich, da so nicht nur die Spaltung der Gesellschaft weiter forciert wird, sondern vor allem auch die Ablehnung des Staates. Somit sollten sich die Verantwortlichen nicht überrascht zeigen, wenn sich die Zustände auch in diesem Bereich weiter verschärfen. Es gab aber auch positive Entwicklungen in dieser Woche, so zum Beispiel, dass zu mindestens der sächsische Landesvater, Stanislaw Tillich (CDU), Konsequenzen aus der Bundestagswahl zog und nun im Dezember das Feld räumen will. Wobei natürlich eine wirklich nachhaltige Veränderung anders aussehen würde.

Europäisches
In Spanien ist man schon ein Schritt weiter und dort eskaliert der Streit in der Katalonienfrage immer mehr. Aber es gab noch mehr Bewegung, denn in Österreich wurde am vergangenen Wochenende ebenfalls gewählt und auch dort stehen die Zeichen auf Systemwechsel, was einen längst erkennbaren Trend noch einmal manifestierte. Auf der anderen Seite gab es auch negative Beispiele, wie in Frankreich, wo unter Emmanuel Macron gerade erst der Ausnahmezustand, der zuvor immer wieder verlängert wurde, nun zu einem großen Teil in ein Gesetz gegossen wurde. Somit werden nun auch beim großen Nachbarn, unter dem Deckmantel der vermeintlich positiven Veränderung, die Bürgerrechte dauerhaft beschnitten und der Überwachungsstaat weiter manifestiert. Nimmt man dann noch die Polizeiangriffe auf Wähler in Katalonien hinzu oder den Autobombenangriff auf eine regierungskritische Journalistin in Malta, wird erschreckend deutlich, wie weit man in der Europäischen Union (EU) offensichtlich zu gehen bereit ist, wenn die Gescheiterten in Gefahr geraten. Was die angesprochenen Entwicklungen in Frankreich angeht, sieht es in Deutschland zum Teil ganz ähnlich aus. Im ehemaligen Land der Dichter und Denker wird vermeintlicher Terror oder schwammige Bedrohungslagen im Kontext mit dem großen Religionskrieg auch nur allzu gern zur Grundlage gemacht, um an der Totalüberwachung und ähnlichem zu arbeiten. An dieser Stelle bietet sich ein kurzer Schwenk zu den Kirchen natürlich an. Sie schweigen nun ebenfalls zu dem antidemokratischen Kurs in Deutschland und unterstützen, wenn überhaupt, die Fortsetzung der bestehenden Strukturen. Neben dem unfassbaren Kindesmissbrauchsskandal und der mangelnden Distanzierung vom eben genannten Krieg, ein weiteres Indiz dafür, warum Ablehnung auch in diesem Bereich einfach nur legitim ist.

Konkretes
Es gibt natürlich Gründe dafür, warum auch in Deutschland die Menschen das System, welches seit Ende des Zweiten Weltkriegs vorherrscht, so satt haben. Die Pleite von Air Berlin bleibt in diesem Zusammenhang ein gutes Beispiel. Dies gilt auch, wenn man sich wieder anschaut, dass der Firmenchef Thomas Winkelmann ohne große Probleme davon kommen wird und somit keine Verantwortung übernimmt, welche immer wieder angeführt wird, wenn es um die Rechtfertigung völlig unverständlicher Managergehälter geht. Der Großteil des Personals wird hingegen nun wohl Humankapital fürs Billiglohnland. Genau darauf soll wohl übrigens auch die kommende Flüchtlingspolitik ausgerichtet werden, was ein weiterer Beweis dafür ist, dass sich mit der Jamaika-Koalition, welche man ganz schnell als alternativlos deklarierte, einfach nichts verändern soll. Hier vor der Tür findet man die Leverkusener Brücke, welche die A1 über den Rhein führt. Auch dieser Teil der Infrastruktur wurde von den Dauermachthabern so lange, in verschiedenen Farben, bespart, bis nun ein Neubau her muss. Dann entschied man sich auch noch ausgerechnet für eine Bauart, bei der eine der größten europäischen Giftmülldeponien angebohrt werden soll. Ob Belastungen für die Menschen durch Giftstoffe oder die wahrscheinliche Kostenexplosion, von möglichen Umweltschäden ganz zu schweigen, sind all dies Punkte, welche auf gleich verschiedenen Ebenen verständlich machen, warum die Menschen immer unzufriedener werden. Daher zum Ende dieses Rückblicks ein passendes Zitat, welches zeigt, warum die Geschehnisse eine gewisse Ironie haben.

`Ironie ist die letzte Phase der Enttäuschung.`

Anatol France (Französischer Schriftsteller und Nobelpreisträger 1844-1924)

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Kategorie: Das Zitat der Woche 2017 · Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Kultur · Medien · Neues aus Österreich · Politik · Umwelt · Wirtschaft · Zitate

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