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Die Wahrheit des Wortes

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Das Wunder im Golf von Mexiko

9. September 2010

Das Wetter mutet zwar an, als hätten wir Anfang April aber es ist Anfang September, deshalb kann man wohl ausschließen, dass es sich bei der Nachricht, die vor einigen Tagen kursierte, um eine ganz üblen Aprilscherz handelte. Es geht um die Ölverseuchung des Golf von Mexikos durch den Ölmulti BP. Es machten Meldungen die Runde, dass wohl Mikroben aufgetaucht seien, die das Ölproblem ganz schnell erledigen würden. Kurze Zeit später wurde es auch wieder sehr ruhig um dieses Thema. Man wurde das Gefühl nicht los, dass hier ganz gezielt noch so etwas, wie ein Happy End für die größte Ölkatastrophe, die die Menschheit je erlebte, gesetzt werden sollte. Tatsächliche Fakten findet man kaum, auch auf Seiten der US-Regierung ist es sehr still geworden. Man will wohl ganz schnell Gras oder in diesem Fall wohl eher Mikroben drüber wachsen lassen. Von den Bergen an Chemikalien, die man dort im Meer versenkt hat, redet so oder so schon länger niemand mehr. Man könnte meinen es hätte sich hierbei wirklich um eine Kleinigkeit gehandelt und nicht um eine Katastrophe solchen Ausmaßes.

Die Aufgabe der Medien
Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko war eine der großen Chancen für US-Präsident Barack Obama zu beweisen, dass er so viel besser ist, als sein vielfach verhasster Vorgänger George W. Bush aber da er, genau wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), ein Genie im Auslassen solcher Chancen ist, nutzte er sie nicht. Über Wochen strömte Öl völlig ungehindert, ohne das BP auch nur im Ansatz in der Lage war irgendwas dagegen zu unternehmen, in den Golf von Mexiko. Zu dieser Zeit gab es zum Teil auch noch eine kritische Berichterstattung zu diesem Thema in den Medien. Irgendwann wurde der Ölfluss immer weniger und auch die Medien tauchten immer mehr ab. Scheinbar weiß man nicht, dass die Katastrophe damit noch lange nicht vorbei ist, denn es ist nicht nur das Öl gewesen, womit BP dieses Ökosystem angriff, man schüttete auch noch Tonnen an Corexit hinterher, was allerdings in den etablierten Massenmedien auch eher nur kurz ein Thema war. Es scheint gar so, als hätte man dort Angst vor solchen Großkonzernen, was natürlich Fragen aufwerfen würde, sollte es tatsächlich so sein.

Wenn man tatsächlich Angst vor Großkonzernen und ihrer Macht hat, behindert dies natürlich die freie und ungehinderte Berichterstattung, was natürlich eine Art Zensur bedeuten würde aber es würde natürlich auch manch Medienvertreter überflüssig machen. Denn Medien, die sich frei und unabhängig nennen aber scheinbar doch oft genug nur ein Teil einer PR-Maschinerie zu Gunsten des turbokapitalistischen Systems sind, brauchen wohl die wenigsten Menschen. Wenn ein Unternehmen, wie zum Beispiel BP, eine solche Katastrophe, wie die im Golf von Mexiko, auslöst, ist es natürlich als aller erstes die Aufgabe der Politik hier im angemessenen Maße einzugreifen, im speziellen Fall wäre dies ein Job für Barack Obama gewesen. Es ist aber auch Aufgabe der Medien solche Katastrophen vollumfänglich und kritisch zu begleiten, um die Betroffenen und das könnte bei einer solchen Katastrophe ganz schnell jeder sein, über die Wahrheiten zu informieren und diese findet man in solchen Fällen nur selten in den Pressemitteilungen der beteiligten Konzerne.

Die Wahrheit hat höchste Priorität
Es kann doch niemand ernsthaft daran glauben, dass sich diese Katastrophe im Ganzen von alleine klären wird. Die Natur wird zurückschlagen und dann sollte man nicht verwundert sein. So lange die Menschen mit dieser Erde so umgehen, als hätten sie direkt noch ein paar Ersatzwelten in der Hinterhand, darf man sich auch nicht wundern, wenn es unerklärliches Fischsterben und steigende Krebsraten gibt. Aber wem die Nachricht, dass sich scheinbar alles, wie von Zauberhand, von selbst klären wird, am meisten nutzt, ist auch sehr schnell klar. Da wäre der Ölmulti selbst, denn zum Beispiel über seine Zerschlagung spricht auch kaum noch wer und die Politik freut sich natürlich einfach noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein. Jetzt, wo angeblich alles nicht so dramatisch ist, wie es vorher dargestellt wurde, war das defensive Verhalten von Obama und seinen Mannen doch korrekt, oder? Alles richtig, sofern man aktuell einmal die Wahrheit vermittelt bekommen hat. Genau daran muss aber wohl leider auch diesmal gezweifelt werden und man sollte voraussetzen, dass diese Katastrophe noch lange nicht vorbei ist.

Sollte sich zu einem späteren Zeitpunkt herausstellen, dass doch nicht alles so positiv ist, wie es im Moment dargestellt wird, sollte man allerdings auch nicht vergessen die Medien mit in die Verantwortung zu nehmen, die in diesen Tagen ein so positives Bild vermitteln. Unabhängig vom gesamten Ausgang dieser Katastrophe, haben sich inzwischen zwei Fakten deutlich gezeigt. Barack Obama ist offensichtlich genauso machtlos oder vielleicht auch willenlos gegenüber der Großindustrie, wie es im politischen Berlin ebenfalls der Fall ist, wie man gerade erst am Wiedereinstieg in die Atompolitik sehen konnte. Wenn die Wahrheit schon in der Wirtschaft und der Politik nicht mehr die höchste Priorität hat, sollte sie diese aber schon noch in den Medien haben aber leider ist dies wohl auch mehr Wunschdenken und Träumerei. Schaut man sich solche Berichterstattungen an, sieht man, dass sich viele Medienvertreter scheinbar nur noch als Sprachrohr oder Teil der PR-Abteilungen der Wirtschaft verstehen. Man fragt sich natürlich schon, wie diese Menschen noch in den Spiegel sehen können aber dies fragt man sich in der heutigen Zeit schließlich auch noch an vielen anderen Stellen.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik · Umwelt · Wirtschaft

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