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Die Wahrheit des Wortes

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Das Wirtschaftsjahr 2008 und die Folgen für 2009

16. Dezember 2008

Noch gut zwei Wochen, dann ist auch das Jahr 2008 schon wieder Geschichte und man mag meinen es verging wieder ein Mal wie im Flug. Wenn man sich die Wirtschaft in dieser Zeit ansieht, mag man meinen es war ein Sturzflug. Beängstigend ist daran nur, dass der Aufprall erst noch kommen wird. Die Fallgeschwindigkeit wird jeden Tag schneller und die negativen Nachrichten nehmen kein Ende. Die Frage die sich immer wieder stellt ist die, ob es nicht sinnvoller wäre, denn Menschen wirklich zu sagen, was auf sie zukommt. Natürlich würde sich dies erst ein Mal negativ auf das Konsumverhalten niederschlagen aber dies wäre noch immer besser, als auch in Deutschland irgendwann Zustände, wie in Griechenland in der letzten Woche zu haben.

Anarchie in Griechenland

Die anarchistischen Auswüchse in Griechenland sollten den Wirtschaftsbossen, wie auch den politisch Verantwortlichen, ein Warnsignal sein. Denn wenn sich eine kleine vermeintliche Elite die Taschen immer weiter mit Geld und Macht voll stopft, sinkt ihre Akzeptanz beim Rest der Bevölkerung zunehmend. Diese sinkende Akzeptanz gekoppelt mit persönlichen Nöten führt dann letztendlich zu einer explosiven Mischung, die sich ganz schnell entzünden kann, wie die Nachrichten aus Griechenland gezeigt haben. Im Kontext zum islamistisch motivierten Terrorismus beruft man sich im Westen doch gerne immer wieder auf die Armut als Wiege des Terrors. Aber wer meint dieser Fakt würde nur für den Irak, Afghanistan oder Pakistan gelten, liegt falsch. Denn hierbei handelt es sich um ein Problem, welches global zu betrachten ist, losgelöst von religiösen Gruppierungen oder territorialen Grenzen.

Wenn man dem einen oder anderen Bericht aus den Medien Glauben schenken darf, gehen zu mindestens gewisse Kreise des Bundeswirtschaftsministeriums nun schon von einer Absenkung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 3 Prozent aus. Hier gegen steht die offizielle Prognose der Bundesregierung, die noch immer von einer Stagnation für 2009 ausgeht. Man muss kein Wirtschaftsexperte sein um zu sehen, dass Welten zwischen einer Stagnation und einem Einbruch des BIP, wie Deutschland ihn seit dem Zweiten Weltkrieg nicht erlebt hat, liegen. Jetzt sind dies natürlich alles erst ein Mal Kennziffern die mit dem wirklichen Leben scheinbar noch nicht allzu viel zu tun haben. Im Gegenteil, die Inflationsrate sinkt mehr und mehr. Tanken ist so preiswert, wie lange nicht mehr, da auch der Rohölpreis abgestürzt ist. Also muss man oberflächlich betrachtet festhalten, dass es doch alles gar nicht so negativ ist.

Die Ruhe vor dem Sturm

Wenn man sich allerdings vor Augen hält, dass all das was wir im Jahr 2008 im Bereich der weltweiten ökonomischen Entwicklungen erlebt haben, nur die berühmt, berüchtigte Ruhe vor dem Sturm war, wird einem klar, wovon wir realistisch betrachtet im nächsten Jahr sprechen müssen. Denn durch die veränderte Situation am Arbeitsmarkt, die sich immer mehr hin zu einer Gesellschaft von Menschen mit Zweitjobs und Aufstockern entwickelt, wird sich auch hier die Armut vergrößern, ohne dass es zwingend in den Statistiken zur Arbeitslosigkeit angemessen widergespiegelt wird. Man muss damit rechnen, dass die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland im Jahr 2009 noch weiter auseinander geht. Genau in dieser Entwicklung liegt dann aber natürlich die zu Beginn des Artikels angesprochene enorme sozialpolitische Sprengkraft.

Die Weltwirtschaft steht vor dem Kollaps. Dabei wird vergessen, dass dieser Absturz natürlich auch nicht wirklich aus dem Nichts gekommen ist. Man darf diesen Absturz durchaus als Ergebnis der Globalisierung ansehen. Es geht hierbei nicht darum Globalisierung zu verteufeln, denn natürlich bringt sie auch eine Menge an Vorteilen für uns alle. Allerdings hat man ganz offensichtlich, gerade auch in der Politik, über all dies vergessen, ausreichende Sicherheitsmechanismen gerade auch in den Bereichen Ökologie und Ökonomie einzubauen. Ganz davon zu schweigen, dass an sehr vielen Stellen vergessen wurde, die Menschen auf die Gefahren, die dieses System mit sich bringt, hinzuweisen. Um die Folgen der Weltwirtschaftskrise nun nicht auch noch zu einem breiten gesellschaftlichen Problem werden zu lassen, sollte man zum einen die gerade angesprochenen Sicherheitsmechanismen einbauen aber vor allem auch damit aufhören die Bevölkerung ständig zu täuschen.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Sophie Kortbus // 14. Jan 2010 at 13:08

    ist gut ;)

Schreib was dazu