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Die Wahrheit des Wortes

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Das wird teuer

8. Oktober 2009

Zwar stecken die Koalitionsverhandlungen noch immer in den Kinderschuhen aber einiges wird doch schon klar. Wie zu erwarten war, fällt jetzt nach und nach den verschiedensten Instituten und Personen auf, dass doch erhebliche Schulden auf dem Land lasten. Die Überraschung bei manch Protagonisten wirkt zwar, wie ein schlechter Witz aber so ist das Leben in der Politik und Wirtschaft halt. Fakt ist, dass sich nun mehr und mehr zeigt, wie viel Lug und Trug in den letzten Wochen und Monaten scheinbar an der Tagesordnung war, wenn es um das Thema Krise und ihre Folgen ging. Die vermeintlichen Eliten und Experten in diesem Land haben von Beginn an scheinbar versucht die Gesellschaft über die Folgen der Krise so lange wie möglich mit falschen Informationen, die später auch gerne Fehleinschätzungen genannt werden, zu versorgen.

Bald noch höhere Krankenkassenbeiträge?

Man muss an dieser Stelle natürlich auch mit Kritik auf die Medien schauen und hier allen voran auf die Massenmedien, denn sie haben dieses Spiel zu einem großen Teil mitgetragen und man fragt sich teilweise, warum sie dies taten bzw. teilweise auch immer noch tun. Die Gesellschaft hat ein Recht darauf informiert zu werden und nicht ständig vermeintliche Fakten vorgesetzt zu bekommen, die sich später als Unwahrheiten herausstellen. Deutschland hat gewählt, dies erhöht natürlich auch die Chance nun den traurigen Wahrheiten ein bisschen näher zurücken. Das aktuellste Beispiel ist der Gesundheitsfond, den die CDU unter allen Umständen beibehalten will, schließlich zeichnet sie für dieses Werk mitverantwortlich, während die FDP diesen ablehnt. Dieser angeblich so gelungene Wurf von Ulla Schmidt (SPD) bringt dem Land scheinbar vor allem eines, noch mehr Schulden. Aus der Erfahrung heraus wissen nun alle, dass hier das absurde Prinzip gilt, dass nicht der Verursacher für den Schaden aufkommt, sondern die Kunden, also in diesem Fall die Krankenversicherten.

Man geht nun, wo die Bundestagswahl vorbei ist und sich das Wählervolk entschieden hat, von einem Defizit von 7,5 Milliarden Euro bei den kranken Kassen aus. Man muss sich immer vor Augen halten, dass man Praxisgebühren zahlen muss, immer mehr Eigenanteile fällig werden und natürlich auch immer mehr Leistungen gänzlich gestrichen werden. Da fragt man sich, wer auf den Einfall kommen kann, ein solches Prinzip als gelungen anzusehen. Hier wird auch klar, wie schlecht der Einfall ist, dieses System noch fortzusetzen. Bei der AOK sprach man schon davon, dass der gerade erst festgelegte Einheitsbeitrag, der eigentlich über einige Jahre stabil bleiben sollte, nun zum nächsten Jahr direkt erhöht werden müsste. Scheinbar droht hier mittlerweile einem ganzen System die Insolvenz aber damit kennt man sich in diesem Land schließlich mittlerweile sehr gut aus. Im Bereich der Sozialversicherungen stellt es sich immer wieder so dar, dass die Leistungen massiv abgesenkt werden, man nennt so etwas auch gerne schon einmal Eigenverantwortung, die zu zahlenden Beträge allerdings immer höher werden. Jedes Privatunternehmen, welches so in laufende Verträge eingreifen würde, würde sich wahrscheinlich einer staatsanwaltschaftlichen Untersuchung wegen des Verdachtes auf Betrug nicht entziehen können. Handelt der Staat so, ist dies scheinbar völlig normal und legitim.

Jetzt liegt es an den Liberalen

Man sieht nur am Bereich des Gesundheitswesens schon, wo es in Zukunft hingehen wird und da müssten die versprochenen Steuersenkungen auf der anderen Seite schon außerordentlich massiv ausfallen, um hier gegenzusteuern. Was letztendlich für den Bürger zählen wird, ist das er am Ende des Tages mehr Kapital zur Verfügung hat, denn wenn dem nicht zu ist, werden sich mittelfristige verschiedene Probleme ergeben. Zum einen wird das binnenkonjunkturelle Problem sich fortsetzen bzw. noch verschärfen, zum anderen droht aber auch immer mehr Gewalt. Im Kontext der Gewalt gibt es einmal die unspezifische Form, bei der es immer schwer bleiben wird sie in einen direkten Kontext zur Krise zu stellen, also zum Beispiel so etwas, wie der Amoklauf von Weinheim bzw. Viernheim an der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Hessen vor einigen Monaten. Zum anderen gibt es aber auch eine spezifische Form namens Sozialer Unruhen, die natürlich einen direkten Kontext zur Krise haben. Letzteres konnte man in diesem Jahr schon in einigen Ländern in Europa sehen und zu letzt zeigte sich der Ansatz auch bei der Tagung der Weltbank in Istanbul.

Natürlich, auch dies zeigte sich in Istanbul sehr eindeutig, stehen in diesem Fall Vertretungen der Wirtschaft ganz oben auf der Agenda. So wurden in Istanbul gezielt die Scheiben von Bankhäusern eingeschmissen, um diese dann später mit Molotowcocktails in Brand zu setzen. Wenn in einer Gesellschaft die Politik völlig versagt und dem Treiben der Wirtschaft komplett freien Lauf lässt und die Bevölkerung an den Gewinne nicht im ausreichenden Maße partizipiert, allerdings für die Fehler der vermeintlichen Eliten und Experten vollumfänglich alleine haften soll, führt dies zu Zorn und Wut. Nun hat die Große Koalition aus CDU, CSU und SPD den, wie sich nun mehr und mehr zeigt, katastrophalen Weg von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) munter fortgesetzt aber diese Zeit ist seit der Wahl nur noch ein trauriger Eintrag in die Geschichtsbücher, denn nun soll es gemeinsam mit den Liberalen in eine andere Richtung gehen und das erwarten die Bürger auch. Es ist nun an jedem selbst, darauf zu achten, dass nicht all die Dinge mit denen sich die neue Koalition ihre Wählergunst erkauft hat, am Kompromissrand vom Tisch fallen. Denn die Lage war bekannt und jeder wusste was passieren würde. Die Aussage, dass dies nun alles teuer wird, fällt als Ausrede genau aus diesem Grunde weg.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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