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Die Wahrheit des Wortes

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Das System kollabiert von München bis Teheran

9. Februar 2010

Nimmt man den Eklat der Münchener Sicherheitskonferenz (MSC), den der Iran auslöste oder aber die immer häufiger auftauchenden Daten-CD mit vermeintlichen deutschen Steuersündern, merkt man, wie sehr sich dieses System von selbst zerstört und langsam aber sicher kollabiert. Wird in diesem Land Unrecht erklärt, ändert man mittlerweile scheinbar nicht mehr die Ungerechtigkeit, sondern das Gesetz, auch wenn es sich um das Grundgesetz (GG) handelt. Selbst im Bereich des Sports werden die Spuren des Systems immer, immer deutlicher. Da bleibt natürlich die Frage, wie die Kirche zu alldem steht und hier stellt man fest, dass diese im Moment so sehr mit sich selbst beschäftigt ist, dass sie sich offensichtlich um nichts anderes, als um Schadensbegrenzung kümmern kann. Man sieht hier eindeutig, wie dieses gesamte raubtierkapitalistische System in die Knie geht aber man macht trotzdem munter weiter und ignoriert diesen Fakt offensichtlich völlig.

Die Weltlüge oder pure Naivität?
Am Wochenende fand in München einmal mehr die MSC statt und die Welt freute sich darüber, dass der iranische Außenminister Manutschehr Mottaki zugesagt hatte. Man sprach davon, dass es nun wohl endlich zu einem positiven Einlenken des Irans in der Atomstreitfrage kommen würde. Heute weiß man, dass dem nicht so war. Sowohl Mottaki, wie auch sein Chef, der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad im fernen Teheran, nutzten die MSC dazu der Welt einmal mehr deutlich zu machen, dass man im Iran unabhängig davon, was die westliche Welt möchte, einen völlig eigenen Kurs fährt. Die Überraschtheit bzw. Erbostheit der westlichen Welt ließ auch nicht lange auf sich warten. Da fragt man sich natürlich, ob es sich hierbei tatsächlich um die geballte Naivität der westlichen Welt handelt oder es wieder einmal um ein großes Lügenkonstrukt geht, auf welchem scheinbar soviel in dieser Welt basiert. Man muss auch festhalten, ohne es rechtfertigen zu wollen, dass das Verhalten von  Ahmadinedschad einer gewissen Logik folgt. Der Westen droht und droht aber nachhaltiges Handeln steht nicht auf der Agenda. Dies würde natürlich gerade auch exportorientierten Ländern nur weitere Probleme in der Krise bringen, also lieber auch dort weiter Gewinne erwirtschaften, als Sanktionen zu verhängen. Auch dies ist etwas, wodurch sich dieses System auszeichnet, man bastelt es sich immer so, wie es gerade passt bis die Bombe platzt und dies ist im Falle des Irans sehr wörtlich zu nehmen.

Letzteres lässt sich übrigens auch sehr gut auf die deutsche Innenpolitik übertragen. Auch hier bastelt man sehr fleißig und dies unter massivem Einfluss des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU), der zuletzt noch so etwas wie Zwangsarbeit für Hartz-IV-Empfänger einführen wollte. So stellte das Bundesverfassungsgericht (BVG) 2007 fest, dass die heutige Form der Jobcenter nicht im Einklang zum GG stünden und somit kam es zu unendlich langen Diskussionen, die scheinbar erst am Wochenende ein Ende fanden. Die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte sich mit allen Unionsministerpräsidenten für gut zwei Stunden getroffen und wie durch Zauberhand kam man zu einer Lösung des Problems. Die Lösung ist ganz einfach, man hat mit den Jobcenter etwas geschaffen, was laut GG nicht zulässig ist, also ändert man nun einfach das GG und schon ist die Welt des Sozialabbaus wieder in bester Ordnung. Ein Grundprinzip, welches in Deutschland scheinbar Schule macht. Da scheinbar immer mehr Bankmitarbeiter Angst davor haben irgendwann auch einmal Opfer der Armut zu werden, sorgt man hier scheinbar vor und so tauchen immer mehr Daten-CD mit vermeintlichen Steuersündern zum Verkauf auf. Hier etabliert sich scheinbar gerade eine Art persönlicher Armutsvorsorge der ganz besonderen Art. Ein weiteres Indiz dafür, wie sich dieses System mehr und mehr selber zersetzt, denn da sich scheinbar niemand mehr sicher fühlt, kämpft nun jeder präventiv gegen jeden. Nur am Rande sei erwähnt, dass der Ankauf dieser Hehlerware auch nicht mit deutschem Recht konform geht aber es wurde gerade zum Glück gezeigt, wie man auch dieses Problem in Zukunft in Deutschland in den Griff bekommen könnte.

Und was sagt die Kirche zu alldem?
Nach soviel Politik und Wirtschaft werfen wir einen Blick auf den Bereich der Freizeit in Deutschland, schließlich lässt man sich in diesem Land nur zu gerne ablenken. So kommen wir zum Fußball, wo am Wochenende in Warschau die Qualifikationsspiele zur Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine ausgelost wurden. In dieser kurz nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika startenden Qualifikation spielen Deutschland und Österreich nicht nur gegeneinander, sondern haben es auch noch mit der Türkei, Belgien, Aserbaidschan und Kasachstan zu tun. Nun könnte man gerade aus deutscher Sicht meinen alles sei in bester Ordnung aber dem ist ganz und gar nicht so. Denn scheinbar wird man sich zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Führungsriege der Nationalmannschaft nicht einig was eine Vertragsverlängerung angeht. Vieles deutet daraufhin, dass es auch hier, ganz wie es sich für den Raubtierkapitalismus gehört, vor allem um finanzielle Differenzen geht. Somit wird sich erst nach der WM in Südafrika zeigen, ob der DFB-Präsident Theo Zwanziger mit der heutigen Führungsriege von Joachim Löw bis Oliver Bierhoff zur Qualifikation antreten wird. Hier sei am Rande erwähnt, dass es noch gar nicht allzu lange her ist, dass genau diese Herren, die sich nun als Protagonisten des ungezügelten Kapitalismus zeigen, auf eine Veränderung hin zu mehr Menschlichkeit im Sport drängten. Ihr aktuelles Verhalten lässt natürlich den Verdacht aufkommen, dass sie nicht dafür geschaffen sind mit dem Erbe von Robert Enke umzugehen.

Nachdem sich nun zur Politik und Wirtschaft auch noch das große Geld der Unterhaltung gesellt hat, bleibt noch ein weiteres großes Gebiet im Kontext der Gesellschaft offen, es ist die Rede von der Kirche. Bei all diesen Auswüchsen, wo aus dem Gerangel nach immer mehr Gewinn, mittlerweile ein Konflikt geworden ist, in dem alle gegen alle kämpfen, fragt man sich, was die Kirche wohl dazu sagt. Wie schon öfters festgestellt, hüllt man sich auch hierbei wieder in Schweigen. Bei der katholischen Kirche könnte man fast so etwas wie Verständnis aufbringen, denn hier scheint man sich im Moment nur mit sich selbst zu beschäftigen, denn der aktuelle Missbrauchsskandal im Bereich der Jesuiten, nimmt immer größere Ausmaße an. Vermutlich wird dieser Skandal keine juristischen Konsequenzen haben, da auch hier scheinbar wieder eine Zauberhand zu Gange war und die jetzt bekannt werdenden Fälle alle verjährt sind. Die Kirche wusste schon 1991 davon, unternahm aber scheinbar nicht einmal im Ansatz irgendetwas, was man sich von ihr erhofft hätte. Wenn es nicht um die Kirche gehen würde, würde man bei einem solchen Sachverhalt wohl auch von einer kriminellen Vereinigung sprechen aber hier überwiegt nun die Erleichterung, dass es jetzt, wo es wie gesagt wohl folgenlos bleiben wird, vorbei ist. Da wundert sich aber hoffentlich nicht wirklich jemand darüber, dass der Mitgliederschwund auch weiterhin auf dem Vormarsch bleiben wird. Man sieht an all diesen Bereichen, dass dieses System eigentlich schon Geschichte ist, denn entweder wird es positiv verändert oder es zerstört sich mit einem riesigen Knall von selber.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Neues aus Österreich · Politik · Sport · Wirtschaft

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