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Die Wahrheit des Wortes

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Das System ist der Fehler

28. Februar 2011

Viele Menschen fragen sich danach, wo der Fehler im System liegt, welcher das Leben auch in Deutschland zunehmend schwerer macht. Diese Frage stellt sich aber eigentlich schon gar nicht wirklich, denn es gibt keinen Fehler im System, sondern das System an sich ist der Fehler. Schon Mitte der 1980er sang Sting davon, dass die verwendeten Wirtschaftstheorien keinen Sinn ergeben, dieses Thema greifen Musiker übrigens bis in die Gegenwart auf, so ist diese Art der Systemkritik auch auf dem Faithless-Album aus dem letzten Jahr zu hören. All dies bewirkt aber nicht die nachhaltigen Impulse, die es bräuchte um an verbesserten, neuen Systemen zu arbeiten. All die Kritik prallte bislang an der kleinen, vermeintlich elitären Clique, die hier ihre ureigensten Interessen, gegen die der Mehrheit, politisch und wirtschaftlich durchsetzt, ab. Nun erlebt man gerade in Bereichen Nordafrikas und der arabischen Welt Revolutionen am Fließband, wobei natürlich abzuwarten bleibt, wo diese hinführen aber die Stimmen nach Revolution werden auch in Europa und damit am Ende des Tages auch in Deutschland immer lauter und auch hier wird man sehen, wie die Entwicklung weitergeht und wo sie hinführen wird.

Immer diese Franzosen
Man hört es in diesen Tagen immer wieder auf deutschen Strassen, dass der Franzose an sich viel schneller und radikaler auf die Strasse geht, als man es in Deutschland tun würde. Nun muss die Frage erlaubt sein, ob dies nun an den Strassen oder den Menschen liegt? Da die Antwort klar ist, stellt sich die Frage, warum man sich in Deutschland die Franzosen nicht einfach als Vorbild nimmt? Es ist bekannt, dass man in Deutschland auf die Kirchen oder auch auf die Gewerkschaften nicht hoffen sollte, denn die Kirchen trumpfen selber meist nur noch mit Skandalen auf und was die Gewerkschaften in den letzten Jahren und Jahrzehnten geschafft haben, sieht man von Hartz IV über Aufstocker und Leiharbeiter bis hin zu einem immer größer werdenden Stressaufkommen in der gesamten Gesellschaft. Also muss man sich auch hier lösen und ganz neue Wege gehen, um neue, menschenwürdigere Systeme zu etablieren. Dies bedeutet allerdings Arbeit und zwar viel Arbeit, dies sollte jedem bewusst sein, schließlich hat man die Wahl, weiterhin in diesem System, welches nichts mehr mit ethischen oder moralischen Werten zu tun hat zu leben oder am Motor der Veränderung mit zu konstruieren.

Wer meint er kommt mit diesem System klar, welches einem die etablierten Massenmedien noch immer ganz im Sinne der wirtschaftsgesteuerten Politik in Deutschland als Soziale Marktwirtschaft verkaufen, selbige halten übrigens auch die Behauptung aufrecht, man lebe in Deutschland noch immer in einem Sozialstaat, braucht auch nichts zu unternehmen, sollte sich dann aber bitte auch nicht beschweren. Der Arztbesuch und der Folgebesuch in der Apotheke wird immer teurer und dies bei steigenden Beiträgen für die Krankenkassen, die Hartz-IV-Sätze werden trotz höchstrichterlicher Anordnung nicht erhöht und wie die Rente in einem halben Jahrhundert aussieht mag man sich gar nicht vorstellen, wer hier noch von etwas Sozialem spricht, lügt. Desto mehr sich diese Systeme natürlich verfestigen und dies tun sie mit jedem Tag, desto radikaler werden die Einschnitte sein, die man später benötigt, um neue Systeme zu etablieren, auch das muss jedem bewusst sein. Opfer wird man bringen müssen, auch das steht fest, denn es muss eben ein Wandel im Ganzen sein und man muss auch an der Front seiner ganz eigenen Gier arbeiten, will man etwas verändern.

Mein Aktiendepot
Es wird auf Dauer nicht funktionieren und wäre auch der völlig falsche Weg, sich über raubtierkapitalistische Auswüchse an den Börsen von Frankfurt bis London aufzuregen und im gleichem Atemzug darüber zu freuen, dass sein Aktiendepot im Moment wieder so stark zulegt, denn auch damit profitiert man selber davon, dass zum Beispiel Menschen ihren Job verlieren, denn Arbeitsplatzabbau ist fast immer ein Zeichen für mehr Gewinne und damit steigende Aktienkurse. Verzicht ist auch hier das Stichwort im Kontext der Veränderung. Die zu Beginn angesprochene kleine, vermeintliche Elite kann ihre Weltordnung nur so lange hegen und pflegen, wie die Massen diese mittragen, auch dies ist ein Fakt den man berücksichtigen muss. Dies bedeutet, sobald eine kollektive Einsicht der Veränderung da ist und diese auch täglich gelebt wird, bricht das System wie ein Kartenhaus in sich zusammen und dies ganz ohne verhallende Proteste oder blutige Auseinandersetzungen. Wenn die Menschen sich von Billigketten, Discounter und ähnlichen fernhalten, die Familie wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt wird und man seinen Mitmenschen hilft, kann da eine kleine handvoll Menschen, die niemals genug bekommen wird, auch nichts dran ändern.

So lang man sich aber auf dem alle zwei Jahre zu erneuernden Flachbildfernseher vom Dschungelcamp und Wetten dass…? ablenken lässt und dafür auch noch bereit ist GEZ-Gebühren zu bezahlen, wird alles immer weiterlaufen wie bisher auch, schlimmer noch, die Zustände werden sich weiter rapide verschlechtern. Man weiß genau, denn man konnte es gerade in den letzten Jahren sehr gut erkennen, dass die Wirtschaft keine massiven Kapitalsorgen hat, denn im Notfall kann man sich scheinbar auch noch an Staatshaushalten bedienen und so Gewinne maximieren, während die Bürger unter immer mehr Belastungen leiden. Wie gesagt, noch stellt sich dieses System so dar, dass jeder ansatzweise frei entscheiden kann, was er möchte, zu mindestens hier in Deutschland, wie lang dies Bestand haben wird, wird man sehen, nur wenn dem einmal nicht mehr so ist, ist es auch zu spät, deshalb ist abwarten und Tee trinken hier keine wirkliche Alternative. Von alleine oder durch irgendeinen glücklichen Zufall wird sich auf dieser Welt und damit letztendlich auch in Deutschland nichts verändern, eher noch verschlimmern und es ist auch ganz wichtig, dieses Bewusstsein aufzubauen bzw. zu pflegen und auch hier ist jeder gefragt, der sich in naher oder ferner Zukunft nicht seine Rente als Leergutsammler aufbessern möchte.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik · Wirtschaft

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