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Die Wahrheit des Wortes

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Das soll Wahlkampf sein?

18. August 2009

Wir mussten hier in den letzten Wochen und Monaten immer wieder von der Unfähigkeit der vermeintlichen Eliten und Experten berichten. Nun stehen im Herbst, also schon in einigen Wochen, Bundestagswahlen in Deutschland an, also so etwas wie das Highlight des Superwahljahres 2009. Man sollte nun meinen, dass auch die Politiker ein gesteigertes Interesses daran hätten, diese Chance zu nutzen, um den Menschen klar zu machen, wie sie dieses Land in eine positivere Zukunft führen wollen. Man erwartet Antworten auf die unzähligen Fragen die in der jüngsten Vergangenheit in Kontexten, wie zum Beispiel die der Weltwirtschaftskrise aufgekommen sind. Wer will Deutschland in welcher Form aus der Krise holen? Wer will dafür sorgen, dass so etwas in Zukunft nicht mehr passieren kann? Wer setzt sich für Solidarität und Gleichbehandlung im Land ein? Man sieht es gibt viele diskussionswürdige Themen in diesen Tagen. Bei alldem ist aber vor allem eines sehr wichtig und das nennt sich Realismus. Wenn man sich allerdings anschaut, was einem dieser Tage als Wahlkampf verkauft wird, wird einem schnell klar, dass dies mit zwei Dingen kaum etwas zu tun hat. Zum einen hat es kaum etwas mit Wahlkampf zu tun und noch weniger hat es etwas mit Realismus zu tun.

Wenn Massenmedien Hirne auf Eis legen

Es ist richtig, dass die negative und scheinbar volksverdummende Entwicklung der letzten Jahre in Deutschland, gerade auch im Bereich der Massenmedien, immer mehr Früchte trägt und das Land so natürlich wesentlicher einfacher zu regieren ist. Immer mehr Menschen flüchten sich in Soaps und Onlinegames und interessieren sich nur noch wenig bis gar nicht für Politik. Auch die Entwicklungen in der Wirtschaft oder auch am Arbeitsmarkt werden vielfach einfach verdrängt. Der klare Vorteil für die Politik und die Wirtschaft, Massendemonstrationen und ähnliches sind in diesem Land vorerst nicht zu erwarten. Leider gilt dies auch für ein großes Umdenken, denn es scheint doch so, also würde es in Deutschland auch zukünftig mit dem großen Haupteinfluss der beiden großen Volksparteien CDU und SPD weitergehen. Der Anteil des Einflusses der eventuellen, kleineren Koalitionspartner, scheint auch zukünftig eher gering zu bleiben. Dies erklärt natürlich, warum sich die großen Parteien scheinbar im Wahlkampf auch nur wenig Mühe geben. Denn was will im schlimmsten Fall passieren, eine weitere Legislaturperiode in der Großen Koalition. Diese Vorstellung sollte eigentlich auch dem Letzten, der Horst Schlämmer und seine Horst Schlämmer Partei (HSP) für etwas politisches hält, Angst einjagen.

Wenn man sich den Wahlkampf dieser Tage in den Medien so betrachtet, hat man vielfach das Gefühl, als seien alle zufrieden. Man ist weich eingebettet in einem Nebel von Aussagen, die einfach kein normaldenkender Mensch mehr ernst nehmen kann. Aber scheinbar haben es die Massenmedien in den letzten Jahren über ein immer breiter werdendes TV-Programm mit oftmals mehr als fragwürdigem Inhalt und natürlich mit dem Internet geschafft, so viele Hirne in diesem Land auf Eis zu legen, dass alles möglich scheint. Kritik ist nicht erwünscht. Alles wird gut, wie jeden Abend am Ende der persönlichen Lieblingssoap oder wenn man wieder Gegner im Onlinegame besiegt hat. Das Problem ist nur, wenn sich die Masse nicht gegen das was in diesem Land geschieht mit ihren demokratischen Mitteln auflehnt, wird sie immer mehr dieser demokratischen Rechte verlieren, von den weiteren finanziellen Einbußen, durch einen immer größer werdenden Billiglohnsektor und ähnlichen Faktoren, ganz zu schweigen. Es ist ein schleichender Prozess der Mächtigen aus der Politik und Wirtschaft, der diese Republik, diese Gesellschaft nachhaltig verändert. Wenn man nicht gerade Bankmanager mit Bonifikationsanspruch trotz Fehleinscheidung ist oder Politiker der sich trotz massiver Verschuldung des Staates immer eine neue Limousine leisten kann, wenn man also schlichtweg zur breiten Masse gehört, werden die Probleme auch in Zukunft noch massiver.

Die graue Maus und der Diplomat

Die beiden großen Volksparteien haben Deutschland in den letzten vier Jahren gemeinsam regiert und die Ergebnisse kann man sich jeder Zeit ansehen. Die Schere zwischen den Armen und den Reichen klafft immer weiter auseinander. Die Probleme des Mittelstands, dem so genannten Rückrat dieser Republik, steigen fast stündlich an und ab Herbst rechnet man mit Massenarbeitslosigkeit. Nicht zu vergessen, dass Deutschland politisch schon soweit ist, dass die Bundestagswahlen in diesem Jahr zum ersten Mal von Wahlbeobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beobachtet werden. Es wird einem einiges klarer, wenn man sich die Protagonisten ansieht. Da ist die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die in den letzten Jahren oft genug, wie eine graue Maus wirkte und scheinbar als oberstes Ziel hatte, nur nicht aufzufallen. Wenn man sich ihre grandiosen, persönlichen Umfragewerte anschaut, geht diese Art politischer Arbeit auch auf. Nichts tun, nicht auffallen ist allerdings ein Motto, was diesem Land wohl kaum weiterhilft und klare Ansätze, wie die Union, egal in welcher Konstellation, für die dringend nötigen Besserungen sorgen will, sucht man meistens auch vergeblich. Man hat gerade auch in Zeiten dieser Krise das Gefühl, als wolle Frau Merkel (CDU) die Krise einfach aussitzen. Wobei man natürlich anmerken muss, dass die Kanzlerin mit ihrem Mentor und Ex-Kanzler Helmut Kohl (CDU), so etwas wie den Großmeister des Aussitzens als Ziehvater hatte.

Auf der anderen Seite hat man sich nach ewigen, internen Machtkämpfen immerhin auf den Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) als Kanzlerkandidaten einigen können, der immer wieder Rückendeckung und Angriffshilfe von Franz Müntefering (SPD) bekommt. Scheinbar ist dieser so etwas, wie ein sauerländischer Politterrorist, der immer wieder für seinen Kollegen und Kanzlerkandidaten verbale Bomben zündet, wenn es um diesen einmal wieder viel zu ruhig wird. Man hat oftmals das Gefühl, als sei man bei der SPD völlig überrascht darüber, dass der deutsche Chefdiplomat doch eher ein außerordentlich diplomatisches Verhalten an den Tag legt, welches natürlich nicht allzu spektakulär ist. Inhaltlich kann man nur immer wieder loben, dass Steinmeier (SPD) seiner Linie treu bleibt und den Kurs, den er einst mit seinem Freund und Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) eingeschlagen hat, auch knallhart weiter verfolgt. Da dürfte es auch keinen wundern, dass auf die Agenda 2010, der Deutschlandplan 2020 folgte. So etwas nennt man klare Linie. Was Hartz IV und 1-Euro-Jobs dem Land und gerade auch den Menschen gebracht haben, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Nun kann man sich überlegen, wie er es schaffen will für Vollbeschäftigung zu sorgen. Man sieht, dass im Moment von keiner Seite der etablierten Parteien, ernsthafte Ideen und Konzepte vorliegen, die dem Wohl der Menschen in diesem Land nachhaltig helfen könnten und das ist nicht nur außerordentlich erschreckend, sondern auch definitiv kein Wahlkampf.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 4 Kommentare ↓

  • 1 Sakird Serdar // 18. Aug 2009 at 07:53

    Wie konnte denn innerhalb weniger Jahre ein Volk zu solch immensen Veraenderungen und Verschlimmerungen und massivem sozialem Abbau überredet werden?

    Welche Mittel wurden hier eingesetzt?

    Mehr oder weniger sind vielen die Antwort klar: MASSENMEDIEN UND TV

    Dafür werden Scharen von Vplkspsychologen eingestellt, deren Aufgabe es ist, die Massen durch Einsetzung von Angst zu manipulieren.

    Ich bedanke mich bei dem Autor und verweise auf die Möglichkeiten der Veraenderung durch Dechiffrierung der entsprechenden Vorhaben.

    Und zwar Tag für Tag; falls möglich durch TV und Radio…

  • 2 Sakird Serdar // 18. Aug 2009 at 12:26

    Zur Passage: ..”das ist nicht nur außerordentlich erschreckend, sondern auch definitiv kein Wahlkampf”

    Wahrheiten erfaehrt man auch am einfachsten, wenn man vom anderen Ende die Sache betrachtet/liest.

    Kein Wahlkampf: die Betroffenen empfinden demnach keinen echten Bedarf, ein Wahlkampf zu führen. Wie der Autor schon sagt, Desinterresse ist gross.

    Den Waehlern muss erst bewusst gemacht werden, dass es um ihre Zukunft geht. Und in dieser Zukunft um ihre Lebensqualitaet und Wohlbefinden.

    Hierbei die Entscheidungen den schon in dieser Wahlperiode erprobten zu lassen ist einfach. Aber die Resultate daraus können erschreckend sein.

    Denkt mal an die Zeit vor der letzten Wahlperiode: WAS HABT IHR ERWARTET UND WAS VORGEFUNDEN ???

  • 3 Dr. Altmann // 18. Aug 2009 at 14:08

    Ich sage nur, wie mehr als die Hälfte aller Wahberichtigten (lt. Emnid):
    Horst Schlämmer

  • 4 Luigi // 18. Aug 2009 at 18:53

    Ich versuche immer die Äußerungen und Versprechungen der Politiker kurz vor den Wahlen zu ignorieren. Was im Wahlkampf gesagt und getan wird hat doch nichts mit der Politik die diese Menschen betreiben zu tun. Da geht es nur um Werbung. Der Wahlkampf hat doch genauso viel Wahrheitsgehalt wie die Werbebotschaft irgendeiner Hautcreme, die angeblich Falten verschwinden lässt.
    Aber es stimmt: So aussichtslos wie diesmal war es glaube ich noch nie!

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