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Die Wahrheit des Wortes

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Das Märchen von Angebot und Nachfrage

21. Juli 2008

Es gibt viele bekannte Märchen. Jeder kennt die Märchen der Gebrüder Grimm und ähnliche. Man sagt diesen Erzählungen aber auch immer einen Kern an Wahrheit nach. So verhält es sich auch mit dem Märchen von Angebot und Nachfrage, denn auch hier steckt ein bisschen Wahrheit drin. Nur das man heutzutage, in Zeiten von Ratingagenturen, Hedgefonds und Investmentbanking kaum noch daran glauben mag. Trotzdem ist es wahr, es gab da ein Mal eine Zeit in der sich Märkte über Angebot und Nachfrage reguliert haben. Lang, lang ist es her und der Satz `und wenn sich nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute`, darf wohl nur so interpretiert werden, als sei diese Marktform längst ausgestorben. Mehr und mehr zeigt sich allerdings, dass diese Tatsache keine allzu gute ist.

Spekulieren bis sich die Balken biegen

Wenn man sich in Zeiten internationaler Bankenkrisen, explodierender Rohölpreise und Inflation ein Mal an den verschiedenen Handelsplätzen weltweit umsieht, werden einem schnell erschreckende Faktoren klar. Bei diesen Fakten handelt es sich ganz offensichtlich um Sachverhalte, die man entweder nicht gesehen hat, was die Frage nach der Qualität der so genannten Führungseliten aufwerfen würde, oder nicht sehen wollte, da man den Verlust des schnell zu machenden Geldes nicht riskieren wollte. Es handelt sich um die Globalisierung und da stellt man mehr und mehr fest, dass diese nicht nur gute Seiten hat, sondern eigentlich auch den Aufdruck tragen sollte, dass man bei Risiken und Nebenwirkungen seinen Banker fragen sollte. Es ist mittlerweile im Rahmen der Globalisierung alles so vernetzt, dass eben Negativfaktoren, wie die angesprochene Bankenkrise in den USA, auch voll in Europa und damit auch in Deutschland durchschlagen.

Immer mehr Geschäfte in dieser globalisierten Welt verlaufen unseriös, von Moral und Ethik ganz zu schweigen. Genau dies hat die gerade angesprochene Immobilienkrise auch ein Mal mehr gezeigt. An amerikanischen Handelsplätzen wurden zu letzt von der Börsenaufsicht auch endlich ein Mal so genannten Leerverkäufe verboten, womit immer weitreichendere Geschäfte auf fallende Kurse gemacht wurden. Außerdem gibt es eine ständig ansteigende Anzahl an Ermittlungsverfahren gegen Personen, die scheinbar durch gezielt gestreute Informationen, Aktienkurse bewegten und so finanziell sehr stark davon partizipierten. Natürlich wäre es schlichtweg illegal, wenn ein Unternehmensboss sich mit eigenen Aktien eindecken würde und zum Beispiel mit einer Ratingagentur eine gewisse Einstufung seines Unternehmens vereinbaren würde, die zur Folge hätte, dass die Kurse steigen. Aber wer glaubt denn noch daran, dass es so einfach läuft. Dank der Globalisierung, ist alles so komplex geworden, dass auch die Prüfmechanismen immer später, schlechter bzw. gar nicht mehr funktionieren.

Falsche Propheten

Natürlich kann man es nicht so starr betrachten, wie es ein Mal vor Urzeiten war und sagen, wenn drei Säcke Mehl vorhanden sind und vier benötigt werden steigt der Preis und umgekehrt. Natürlich sollte man Prognosen mit in die Planungen einbeziehen aber nicht in der Form, in der es heute geschieht. Denn oftmals ist es so, dass die immer wieder angesprochene Führungselite, die viel zitierten Wirtschaftsbosse mit ihren Prognosen daneben liegen und dann unter irgendwelchen Vorwänden natürlich unschuldig an den Folgen sind. Unterm Strich profitieren sie aber trotzdem davon. Der Leidtragende ist dann oftmals der kleine Angestellte, der Arbeitnehmer der seinen Arbeitsplatz verliert bzw. unter Bedingungen arbeiten muss, von denen er nicht angemessen leben und existieren kann. Als Beispiel kann man sehr schön den deutschen Bankensektor nehmen, wo schon seit Jahren, um es ein Mal zynisch auszudrücken,  das lustige Spiel von `ich kauf dich, ich kauf dich nicht`, gespielt wird. Was hierdurch an Kapital allein am Handelsplatz Frankfurt bewegt wird, ist kaum vorstellbar. Allerdings wartet man im Moment noch vergebens auf tatsächliche kaufmännische Abläufe.

Der Ölpreis ist, dass wohl beste Beispiel für einen scheinbar nur noch aus Spekulationen genährten Markt. Egal wie sich die Angebots- und Nachfrageseite entwickelt, geht der Preis einfach nur noch nach oben. Hat ein saudischer Prinz auch nur einen Schnupfen, schlägt dies direkt und ungebremst bis an die Zapfsäule im kleinsten deutschen Dorf durch. Werden vor Brasilien 33 Milliarden Barrel Rohöl gefunden, verhallt diese Nachricht im Nirwana der Spekulationsmärkte. Nun hat diese Abkehr von klassischen Märkten aber auch mehr und mehr eine Kehrseite, wie sie jede Medaille hat. Denn es trifft immer häufiger nicht nur kleine Angestellte und Arbeitnehmer, nun ist auch mehr und mehr der Mittelstand und eine gewisse Managementebene betroffen. In den USA gibt es heute schon Hedgefondsmanager die auf der Strasse sitzen und obdachlos sind. Da man aus der Erfahrung weiß, dass solche Entwicklungen immer auch zeitlich verzögert in Europa und Deutschland ankommen, sollte sich der ein oder andere gutsituierte, leitende Angestellte mit Firmenwagen und Reihenhaus überlegen, was da gegebenenfalls auch auf ihn zu kommt. Denn plötzlich geht es auch um sein Geld und um seine Existenz.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Wirtschaft

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