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Die Wahrheit des Wortes

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Das Land der Lenker, Henker und Richter

26. März 2009

Es ist nun dieses Jahr 60 Jahre her, dass dieses junge Deutschland, wie wir es heute kennen, entstanden ist. Auch wenn es natürlich vor 20 Jahren mit dem Mauerfall in Berlin noch ein Mal eine grundlegende Veränderung gab. Deutschland war ein Mal das Land der Dichter und Denker. Diese Zeiten sind lange, lange vorbei. Gerade an einem runden Geburtstag schwelgt man natürlich gerne in Erinnerungen, dass dürfte jeder kennen und wissen. Man kennt die Aussage, dass damals alles besser war, warum sollte es dann zum Republikgeburtstag anders sein. Es gibt hier allerdings einen kleinen Unterschied, denn in diesem Fall war damals tatsächlich vieles besser und wir sind dabei auch noch unsere letzten Tugenden zu verspielen. Deutschland steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Richtig, es geht bei diesem Punkt nicht nur um Deutschland aber vielleicht sollte man sich erst ein Mal um das eigene Land kümmern, bevor man sich um den Rest der Welt kümmert.

Alle gegen alle

Man spricht sich gegen Protektionismus aus, zu letzt tat das diese Woche der Bundespräsident Horst Köhler. Es wird Solidarität gefordert und es heißt es gibt keinen Weg mehr raus aus der Globalisierung. Wenn das alles so stimmt und man all seinen Partner in diesen komplexen Verflechtungen ausreichend vertraut, ist dies auch ein Weg den man bestreiten kann. Allerdings scheint die Realität der Zeit eine andere zu sein. Denn große Solidarität fehlt schon in Deutschland selbst, scheinbar bangt jeder um seinen Arbeitsplatz und lässt sich so lähmen, anstatt auf die Straße zu gehen. Mit dem Ende der Regierung in der Tschechischen Republik stellt sich auch wieder die Frage, wie fest der Bund namens EU wirklich ist? Wenn man diesen Weg vom Anfang bis zum Ende durchspielt, kommt man irgendwann zu der Erkenntnis, dass es wohl eher alle gegen alle heißt, als einer für alle und alle für einen. Natürlich hat auch diese These eine Ausnahme, denn ganz offensichtlich gibt es einen Bereich in dem der Zusammenhalt noch funktioniert. Wir reden von den oft zitierten vermeintlichen Eliten und Experten. Den Lenkern dieses Landes oder sollte man sagen Henker?

Hier hält man zusammen, auch wenn dieser Zusammenhang oftmals den Anschein erweckt als basiere er darauf, dass niemand im Glashaus den ersten Stein werfen möchte. Die Fehler die diese Menschen gemacht haben und diesem Land damit einen so massiven Schaden zu gefügt haben, sind überall zu sehen. Die Arbeitslosenzahlen explodieren, die Armut im speziellen die Kinderarmut steigt erschreckend an aber keiner trägt Verantwortung. Ganz brav deckt einer den anderen. Hin und wieder wird ein Mal ein wenig Kritik an der Oberfläche geübt aber wirklich Nachhaltig ist da nichts dran. Wo sind die Denker dieses Landes bloß hin? Heute scheint es nur noch Lenker bzw. Henker zu geben aber leider haben die scheinbar einen mentalen Zustand erreicht mit dem sie laut deutschem Recht wohl kaum noch Auto fahren dürften. Auch dies überrascht nicht, denn wie weit verbreitet Drogen und Alkohol in den Chefetagen ist, ist ein offenes Geheimnis und dies gilt für die Politik, wie auch für die Wirtschaft. Leider sind aber mittlerweile gerade auch hierzulande so viele Hirne so vernebelt, dass es nicht mehr ausreicht um den, in gefährliche Wasser geratenen, Dampfer Deutschland wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Der böse Hartz IV-Empfänger

Wir kennen alle den Begriff des Sozialschmarotzers, so werden gerne die Menschen genannt, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Die tun alle nichts und leben nur auf Staatskosten, man kennt diese Aussagen zur genüge. Hier musste man von Staatsseiten her natürlich intervenieren, wir erinnern uns an das Motto `Fördern und Fordern`. In Zeiten der Krise hört man von dieser These im umgekehrten Kontext nichts mehr. Um nicht zu sagen, dass sich hier die Wörter durchtauschten. Natürlich spricht niemand derer, die so gerne über Hartz IV-Empfänger richten, von den Sozialschmarotzern aus der Wirtschaft, die Milliarden an Euros für ihre Inkompetenz erhalten. Stattdessen wird hier das Fördern (in Milliardenbeträgen) ganz groß geschrieben, gefordert wird dafür fast nichts. Ein Hartz IV-Empfänger wird mit dem Hinweis auf Probleme am Arbeitsmarkt oder falsche bzw. mangelnde Qualifikation in einen Ein-Euro-Job befördert, was immerhin so ähnlich klingt wie gefördert. Fordern tut man allerdings von ihm, zum Beispiel die Bereitschaft umzuziehen oder auch seine Familie zu vernachlässigen. Denn wer mehr als einen Job zum überleben braucht vernachlässigt seine Familie zwangsläufig. Jeder der hier in den letzten Monaten und Jahren gerichtet hat, würde wohl an keinem ordentlichem Gericht als Richter zugelassen werden. Trotzdem richten genau diese Menschen im richtigen Leben.

Dieser Wandel von einem Land mit brillanten Dichtern und Denker, hinzu einem Land mit völlig unfähigen und unfairen Lenkern, Henkern und Richtern, muss wieder umgekehrt werden. Natürlich scheint dieser Wunsch sehr illusorisch aber was passiert wenn sich nichts ändert? Dies kann man im Moment schon an anderen Stellen in Europa sehen. Ausschreitungen in Athen, brennende Barrikaden in Frankreich, Großdemonstrationen im Osten vom Baltikum bis nach Budapest. Wenn sich nicht bald etwas ändert, wird es auch hier brennen. Die Polizei beklagt heute schon zunehmende Gewalt gegen ihre Beamten. Man merkt auch in diesem Land führt die Machtlosigkeit der breiten Masse der Gesellschaft zu Unmut, um es ein Mal ganz vorsichtig zu formulieren. Vielleicht sollten die angesprochenen Lenker, Henker und Richter in einer ruhigen Stunde ein Mal darüber nachdenken, ob sie wirklich bereit sind für ihre Profitgier, die Demokratie zu opfern. Wenn sich das Gewaltpotenzial in diesem Land weiter ausweitet, dürfen sie auf jeden Fall nicht auf großes Mitleid hoffen, denn schließlich wurden sie gewarnt. Wem diese Warnung hier nicht ausreicht, dem empfehlen wir die 4. Berliner Rede von Bundespräsidenten Horst Köhler, der darauf hinwies, dass die Formel lautet: Weltwohlstand gleich Weltfrieden.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Nebenjob // 8. Dez 2009 at 14:09

    Stimmt, es muss sich was tun – der jetzige Zustand ist einfach untragbar!
    Danke für diesen überzeugenden Artikel!

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