fairschreiben

Die Wahrheit des Wortes

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Das Judengen

31. August 2010

Thilo Sarrazin (SPD) zeigt der Welt einmal mehr, wie man gelungene PR macht. Gestern hat er sein neues Buch `Deutschland schafft sich ab`, interessanterweise von einer Frau mit Migrationshintergrund, vorstellen lassen und sorgte nicht erst mit dieser Präsentation für einen Skandal. Schon in Vorfeld hatte er in Interviews Inhalte verlauten lassen, die einfach untragbar sind. So sprach er zum Beispiel von einem gewissen Gen, welches jeder Jude hätte, eigentlich dachte man bislang, dass so etwas in Deutschland gar nicht mehr möglich sei aber Sarrazin (SPD) beweist, dass es auch in diesen Tagen noch ultrarechte Tendenzen gibt. Seine Hetzereien gegen den Islam ist man mittlerweile schon gewohnt und da überraschen seine Thesen nicht mehr wirklich, trotzdem greifen die etablierten Medien das Thema gerne auf und liefern ihm so beste Werbung für sein Buch, welches nun schon auf dem 1. Platz eines großen Onlinebuchhändlers ist. Natürlich erstaunt es ebenso, dass sich die SPD noch immer nicht von ihm getrennt hat, denn ein gutes Licht wirft dies natürlich nicht auf die Partei.

Die unendlichen Hetzereien
Thilo Sarrazin (SPD) tut immer wieder gerne so, als seien es die Moslems die zu einer Verdummung der Nation führen, dabei sind es wohl eher Menschen wie er selbst oder viel mehr solche Thesen, die dazu führen. Wenn man die Thesen solcher Menschen hört, versteht man, warum hier meist von vermeintlichen Experten geschrieben wird. Man muss Menschen, wie Sarrazin (SPD) einfach als gefährlichen Brandstifter ansehen und da gilt es etwas gegen zu unternehmen aber große Schritte in diese Richtung sind nicht zu erkennen. Dieser Mann schafft es immer wieder für noch mehr Unfrieden im Land zu sorgen und dies an Stellen, wo es einfach nur unangebracht ist. Die Gesellschaft in Deutschland spaltet sich immer mehr und auch dies hat weniger mit dem Islam, als viel mehr mit einer seit Jahrzehnten verfehlten Politik zu tun. Politik scheint aber schon lange nicht mehr das Thema eines Herrn Sarrazins (SPD) zu sein, es ist scheinbar mehr die pure Hetze gegen Andersdenkende oder gegen Angehörige fremder Religionen die ihm am Herzen liegt. Man darf nun sehen, was die tatsächlichen Folgen für ihn sein werden.

Im Verhältnis zu anderen ähnlich gelagerten Fällen, tut sich im Fall Thilo Sarrazin (SPD) relativ wenig, was auch auf eine gewisse Lobby schließen lässt und auch dies ist in diesem Kontext als sehr gefährlich einzustufen. Das einfachste wäre wohl, wenn man ihn und sein Buchprojekt einfach ignorieren würden, anstatt es durch ständige Berichte noch zu fördern. Auch das Verhalten der SPD in diesem Kontext ist, wie vieles andere in den letzten Jahren auch, nicht wirklich nachzuvollziehen. Denn das dieser Mann sich noch immer einer Mitgliedschaft in der SPD erfreuen kann, ist einfach nur skandalös. Das erst jetzt langsam von Seiten der SPD etwas in der Personalie Sarrazin (SPD) geschieht, obwohl die teilweise durchaus als menschverachtend einzustufenden Äußerungen des Bundesbankvorstandes schon länger andauern, ist ebenso ungeheuerlich, wie der Rest des Falles auch. Da debattiert man immer wieder ein Verbot der NPD und bekommt die eigenen Reihen nicht einmal sauber gehalten, so etwas mutet schon seltsam an.

Wie in der Kirche
Ein solches Verhalten kennt man ansonsten nur zu gut von Seiten der Kirche und hier im speziellen von der katholischen Kirche. Auch hier muss das Kind erst am Boden des Brunnens aufschlagen, bevor man langsam beginnt darüber nachzudenken, ob man gegebenenfalls, eventuell, irgendwann einmal etwas unternehmen könnte. In der katholischen Kirche ergaben sich jüngst immer wieder Fälle, die anderswo in wesentlich kürzerer Zeit, zu wesentlich erheblicheren Konsequenzen geführt hätten. Das große Problem scheint in beiden Fällen doch das Prinzip zu sein, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. Wenn man sich also schon zu großen Problemen in Deutschland äußert, sollte man wahrscheinlich eher über solche Fakten schreiben, anstatt eine Religionsgemeinschaft für die Verdummung einer Nation verantwortlich zu machen. Offener Rassismus, wie er hier scheinbar gezeigt wird, scheint in Deutschland im Jahr 2010 aber gar kein Problem zu sein. Es scheint, als versucht man gezielt ein gewisses, altes Gedankengut wieder hoffähig machen zu wollen, dann darf man sich natürlich auch bei der SPD nicht über Hetzparolen an Stammtischen beschweren.

Man sollte einen Thilo Sarrazin (SPD) einfach ignorieren und ihm nicht noch eine große Bühne bieten und wenn man sich mit ihm beschäftigt, sollte man einfach nur aufdecken, über was für einen Menschen, mit was für einer Gesinnung, man hier sprechen muss. Deutschland und das politische Berlin haben ausreichend Probleme, dass ist auch ein Fakt, es ist aber nicht nötig, dass jemand wie Sarrazin (SPD) seit Jahren die Möglichkeit hat weitere Probleme dadurch zu schaffen, dass er Thesen in die Welt stellt, die mit der Realität nichts oder nur wenig zu tun haben. Menschen wie er, ein Verhalten wie wir es von der katholischen Kirche her kennen und ähnliches sind Sachverhalte die einem im Kontext der Zukunft Deutschlands sorgen machen sollten aber nicht das Verhalten von Menschen mit Migrationshintergrund. Es gibt natürlich an dieser, wie auch an vielen anderen Stellen negative Beispiele aber diese kann und darf man nicht in billigster Form verallgemeinern, denn so verbreitet man nur unnötigen Hass. Wer die Buchvorstellung gesehen hat, kann schnell erahnen um was es hier geht und der Hohn Sarrazin (SPD) hier auch noch als Opfer darzustellen, ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten.

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Kategorie: Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik

Bis jetzt 5 Kommentare ↓

  • 1 Michael Weber // 31. Aug 2010 at 07:57

    Ich verstehe die Aufregung….nicht wirklich.Wer je an einer SPD Ortsvereinssitzung teilgenommen hat,der weiss was da an brauner Suppe unter dem dünnen rötlichen Deckel blubbert.
    Ich habe beschlossen Herrn S. zu ignorieren.
    Punkt!

  • 2 ..... // 31. Aug 2010 at 11:57

    Ihn zu ignorieren wäre wie, wenn man nicht wählen geht. Man gibt einer Minderheit mit einer abstrakten und rassistischen Meinung die Möglichkeit größer zu erscheinen, als sie wirklich sind.

  • 3 *** // 1. Sep 2010 at 14:30

    Super Buch. Sollte vielen Menschen in Deutschland mal zu denken geben! Der Mut von Herrn S. ist bewundernswert! Wer seine Augen nicht vor der Realität verschliesst, kann zu keiner anderen Einschätzung kommen.

    “Ihn zu ignorieren wäre wie, wenn man nicht wählen geht. Man gibt einer Minderheit mit einer abstrakten und rassistischen Meinung die Möglichkeit größer zu erscheinen, als sie wirklich sind.”

    …Astreine Rassisten und Antisemiten sind die Menschen über die Herr S. in seinem Buch spricht.

  • 4 Der BALLacker » Heimspiel, Spaß und Politik // 9. Okt 2010 at 10:01

    [...] die Politik von beiden Seiten aus auch versuchte dieses Spiel für die in Deutschland tobende Migrationsdebatte zu nutzen, zeigten vor allem doch gerade auch die türkischen Fans, wie sie dies alles sehen, [...]

  • 5 Schnellfliegen // 11. Mai 2011 at 21:59

    Sehr guter Text. Inhaltlich ordentlich und wie dein Domain fair geschrieben. Vielmehr zu ergänzen oder zu additieren ist nicht unbedingt erforderlich. Nur eine Meinung die ich vertreten möchte, warum gelten die Strafgesetze nicht gegen Politiker und Bankenchefs wenn es um Volksverhetzung geht. § 130 StGB Volksverhetzung, darin heisst es:

    (1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
    1. gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert oder
    2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,

    wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

    (2) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
    1. Schriften (§ 11 Absatz 3), die zum Hass gegen eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung aufstacheln, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordern oder ihre Menschenwürde dadurch angreifen, dass sie beschimpft, böswillig verächtlich gemacht oder verleumdet werden,
    a) verbreitet,
    b) öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht,
    c) einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überlässt oder zugänglich macht oder
    d) herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Buchstaben a bis c zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen, oder
    2. eine Darbietung des in Nummer 1 bezeichneten Inhalts durch Rundfunk, Medien- oder Teledienste verbreitet.

    (3) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 6 Abs. 1 des Völkerstrafgesetzbuches bezeichneten Art in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost.

    (4) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer öffentlich oder in einer Versammlung den öffentlichen Frieden in einer die Würde der Opfer verletzenden Weise dadurch stört, dass er die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft billigt, verherrlicht oder rechtfertigt.

    (5) Absatz 2 gilt auch für Schriften (§ 11 Abs. 3) des in den Absätzen 3 und 4 bezeichneten Inhalts.

    (6) In den Fällen des Absatzes 2, auch in Verbindung mit Absatz 5, und in den Fällen der Absätze 3 und 4 gilt § 86 Abs. 3 entsprechend.

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