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Die Wahrheit des Wortes

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Das IOC respektiert Arbeitslager

25. August 2008

Die Olympischen Spiele 2008 in Peking gehören seit Sonntag der Vergangenheit an. Erwartungsgemäß endeten sie mit einem Skandal. Völlig unabhängig davon, wie viel Feuerwerk das Reich der Mitte verfeuerte, reichte es nicht um davon abzulenken, dass China die Welt mit einem Lächeln zum Narren gehalten hat. Man muss auch klar sehen, dass sie dafür mächtige Verbündete, wie zum Beispiel den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Jacques Rogge hatten. Umso wichtiger ist es nachdem Ende dieser skandalösen Veranstaltung wichtige Dinge von Weltrekorden über Dopingverdächtigung bis hin zu manch unhaltbaren Äußerungen festzuhalten und noch ein Mal aufzuarbeiten.

Die verspielte Chance von Peking

Gab es nicht große Versprechungen im Vorfeld dieser Olympischen Spiele 2008 in Peking. In vorderster Front die Herren Jacques Rogge und Dr. Thomas Bach vom IOC, die immer wieder auf die Verbesserungen, die die Spiele mit sich bringen würden, hinwiesen. Zum Ende war man dann an dem Punkt angelangt, dass das IOC sogar Arbeitslager für alte Damen, die nur ihrem Recht auf eine Demonstration nachgehen wollten, respektierte. Jeder Sponsor, wie auch jeder Sportler der an diesen Spielen beteiligt war, sollte sich überlegen, wie viel Blut und Schande an dem verdienten Geld bzw. den erkämpften Medaillen klebt. Es gab vor den Spielen keine Freiheit und es wird auch jetzt keine geben. Aber alle Beteiligten haben es geschafft China darin zu bestärken, diesen unmenschlichen Kurs auch in Zukunft weiter zu fahren. Die Chance etwas zu ändern war da aber sie wurde im wahrsten Sinne des Wortes verspielt.

Im Vorfeld wurde soviel diskutiert, was gerade auch die Sportler machen könnten um Zeichen zu setzten. Man erinnere sich nur an die Armbändchen die man tragen wollte. Was ist geblieben? Ein Olympiasieger im Florettfechten, der als Star für die Medien über den Platz wandelte, wo tausende von Unschuldigen niedergemetzelt wurden. Sein Kommentar zu dem was damals dort geschah, war ganz schlicht der, dass er noch so jung war, dass er sich nicht daran erinnern könnte. Solche Aussagen, ein solches Verhalten lässt Spekulationen zu, was ein Herr Benjamin Kleibrink vor 70 Jahren in Deutschland gemacht hätte. Man bekommt bei solchen Verhaltensmustern, die leider bei diesem Spielen nicht die Ausnahme, sondern die Regel waren das Gefühl, dass der Mensch doch nicht lernt. Es ist traurig mit anzusehen, dass niemand den Mut und die Courage hatte hier ein Zeichen zu setzen, sondern alle nur blind ihrem Erfolg nacheiferten. So zeichnet man sich weder als großer Athlet, noch als Mensch aus aber ganz offensichtlich war dies auch gar keines der gesetzten Ziele.

Der Generalverdacht als peinliche Ausrede

Nicht nur das man hier ethisch und moralisch völlig versagte, muss man gerade auch der Mannschaft aus Deutschland attestieren, dass sie ihren Abwärtstrend fortsetzten. Auch wenn man sich im Bereich der Goldmedaillen mit 16 Stück gegenüber den Spielen von 2004 in Athen verbessern konnte, wurde man im gesamten Medaillenspiegel mit nur 41 Medaillen abermals schlechter. Gerade die Leichtathleten, aber auch Schwimmer, Handballer und Basketballer blieben weit hinter dem zurück, was man vorher vollmundig über die Medien verbreitete. Es ist dieser, so oft zitierte, Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit der hier ein Mal mehr deutlich wurde. Natürlich ist Deutschland mit einem fünften Platz sportliche Weltspitze aber wenn man rückblickt wo gepunktet wurde, kann man von Glück sprechen, dass dem so war. Denn in den Kernsportarten, wo man punkten wollte, war außer großem Versagen nichts zu sehen und auch nur äußerst selten etwas Zählbares dabei.

Natürlich kann man alles erklären. Diese Erklärungen sind nur meistens leider einfach nur peinlich. Denn jede Höchstleistung, die nicht aus Deutschland kam, gleich unter einen Dopinggeneralverdacht zu stellen, ist nicht sehr sportlich. Natürlich ist es irritierend welche Leistungsexplosion gerade auch beim Ausrichterland stattgefunden hat. Aber wenn man ein solches Maß ansetzt, betrifft es letztendlich jeden Sportler der seitdem 08. August an den Olympischen Sportstätten Höchstleistungen erbracht hat und damit dann letztendlich auch jeden deutschen Athleten. Wenn man sich gerade ein Mal den Reitsport ansieht, der bei diesen Spielen vor allem negativ durch einen Dopingfall auffiel, sollte man meinen, dass der ein oder andere im Glashaus vielleicht nicht mit Steinen schmeißen sollte. Unterm Strich dürfte aber auch all dies nicht zählen und damit genauso bedeutungslos sein, wie es ganz offensichtlich die Menschenrechte waren. Hauptssache man hatte eine schöne und am besten auch noch erfolgreiche Zeit. Alles andere ist ganz offensichtlich irrelevant.

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Kategorie: Free Tibet · Politik · Sport · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Tim // 25. Aug 2008 at 17:12

    Hi Thorsten,
    “Hauptsache man hatte eine schöne und am besten auch noch erfolgreiche Zeit. Alles andere ist ganz offensichtlich irrelevant.”
    So ist es und so muss es sein. Die olympischen Sommerspiele sollen kein Politikum sein. Wieso sind es gerade die Spiele, die den Zorn der Welt herauf beschwören? Ich hab mir für die Zukunft vorgenommen dieses Thema nie wieder mit jemandem zu behandeln, der nie in China war. Es ist die Bevölkerung, die von Embargos und Blockaden getroffen wird und es ist die Bevölkerung, denen es weh tut wenn man die Spiele nicht bei Ihnen abhält weil Ihr Land “zu schlecht” ist. Das europäische Geld bringt China Menschenrechte. Nicht von heute auf morgen, aber stetig und merklich. Die Chinesen wissen das und sind uns dankbar dafür.
    Dass heute Sportler auf dem Platz des himmlischen Friedens flanieren ist für mich wenig schockierend. In Deutschland hätten wir sonst nicht mehr viele Plätze, die zu begehen ethisch vertretbar wäre…

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