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Die Wahrheit des Wortes

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Das hätte nicht passieren dürfen

27. Juni 2011

Genau dieser, hier als Überschrift verwendete Satz, der einem immer wieder, so oder so ähnlich, begegnet, wenn der Browser mit dem Fuchs einmal wieder abgestürzt ist, dürfte viele Menschen täglich in den Wahnsinn treiben. Es ist, wie mit den Schildern an deutschen Autobahnen, die einem nach kilometerlangen Staus, verursacht durch Baustellen nach deren Sinnigkeit man sich nur all zu oft fragt, für das entgegengebrachte Verständnis bedanken. Wer hat für so etwas schon Verständnis bzw. es ist richtig, dass ein Browser eigentlich nicht abstürzen dürfte, oder sieht man hier etwas völlig falsch? Wahrscheinlich schon, denn der hier beschriebene Browser, der mit solchen Problemen natürlich nicht alleine ist, ist kostenlos und dies scheint von jeglicher Haftung zu befreien und dies scheint mittlerweile fast für den gesamten Bereich der Elektronik zu gelten. Es beginnt schon damit, dass es in den meisten Fällen fast unmöglich sein dürfte, Schäden überhaupt nachzuweisen. Wie oft ist der Mailserver nicht erreichbar oder SMS werden erst nach Stunden übermittelt. Alles Bereiche der heutigen  Kommunikation, die auch geschäftlich immer wichtiger werden und zum Teil jetzt schon gar nicht mehr wegzudenken sind und dies alles in einem scheinbar rechtsfreien Raum. Hier muss man einmal fragen, wie bedenklich dies alles ist.

Stecken und nicht spielen
Plug&Play ist das Leitmotiv unserer Tage oder muss man nicht eher anmerken, dass es das Leidmotiv unserer Tage ist? Waren Computer vor einigen Jahrzehnten noch etwas für abgefahren Freaks mit dicken Brillen und fettigen Haaren, gehören sie in der heutigen Zeit in jeden Haushalt, wie das Geschirr oder die Couch. Natürlich sind die meisten Anwender keine Experten, wenn es um diesen Bereich geht, deshalb sollte eigentlich alles ganz einfach funktionieren. Einstöpseln und ein paar Clicks weiter ist schon alles nutzbar, zu mindestens ist dies der Weg, der einem täglich in der Werbung suggeriert wird. Die Realität ist natürlich eine ganz andere, denn, wenn das Einstöpseln funktioniert hat, beginnen die Fragen der Kompatibilität und hier scheint man doch so etwas, wie ein System zu erkennen und dies ist weniger auf die Technik bezogen, als viel mehr auf Marktstrategien. Es gibt Peripherieteile, die eigentlich mit Leichtigkeit funktionieren müssten, dies aber nicht tun und somit ist man als Kunde in einer vermeintlich freien Marktwirtschaft gezwungen sich an einen Konzern zu binden und nicht nach Preisleitungsgedanken, sondern nach Herstellern einzukaufen. Den Nachweis zu erbringen, dass hier der Straftatbestand der Nötigung erfüllt ist, dürfte ein Ding der Unmöglichkeit sein. Es geht hier wohl tatsächlich in sehr vielen Fällen weniger um tatsächliche Kompatibilitätsprobleme, als viel mehr um die Sicherung von Marktanteilen. Hier sollte nun einmal mehr die Politik ins Spiel kommen.

In Deutschland gibt es ein eigenes Ministerium, welches die Bürger eigentlich auch vor genau solchen Machenschaften schützen sollte, es ist das Bundesverbraucherschutzministerium unter Leitung von Ilse Aigner (CSU). Nun ist diese Frau aber schon mit so vielen anderen Dingen beschäftigt, beginnend bei Dioxinskandalen bis hin zur aktuellen EHEC-Problematik, dass für so etwas offensichtlich kein Platz mehr ist. Der Vorteil liegt auch hier, wie auch in so vielen anderen Lebensbereichen am Ende des Tages, wieder bei der Wirtschaft und der Verbraucher, der hier eigentlich Schutz erfahren sollte, steht wieder völlig schutzlos im Regen. Natürlich kommt bei vielen Bürgern an dieser Stelle die Frage nachdem tatsächlichen Sinn eines solchen Ministeriums auf, wenn man sich, und so scheint es doch zu sein, nicht im Ansatz mit den Big Playern der Wirtschaft anlegen kann oder will. Um im Bereich Elektronik zu bleiben, ist auch SONY ein gutes Beispiel. Hier schaffte man es scheinbar nicht sich im ausreichenden Maß vor Hackern zu schützen und verlor eine riesige Anzahl an Kundendaten, die vielfach auch höchste sensibel waren. Auch hier gilt, dass außer ein paar kleinen Kratzern im Hochglanzimage eines solchen Konzerns nicht will passiert. Dies bedeutet natürlich auch, dass der Ansporn für Veränderung, sehr überschaubar sein dürfte. Bei all diesen Fakten hat man aber noch nicht einmal die internationalen Geflechte des heutigen Wirtschaftslebens näher beleuchtet und auch nicht die Rolle des politischen Berlins in der ganzen Tiefe aufgezeigt.

Globalisierung der Märkte und nicht des Rechts
Während die Märkte immer weiter ausgedehnt werden und sie scheinbar vielfach einfach nur noch den Subventionsgelder hinterher reisen, kommt die Politik mit den Gesetzen scheinbar kaum hinterher. Ein sehr gutes Beispiel in diesem Kontext sind die internationalen Finanzmärkte und gegen die Machenschaften, die dort auf der Agenda stehen, ist der Bereich der Elektronik wirklich noch überschaubar. Wenn man in Deutschland an den Schalter einer Bank geht, ist die Rechtsgrundlage sehr schnell, sehr eindeutig, zu mindestens was den Kunden angeht, aufgezeigt. Wie die Bank allerdings im Hintergrund verstrickt ist und welche Gelder im Moment gerade mit dubiosen Geschäften, die in Deutschland nicht im Ansatz getätigt werden dürften, gemacht werden und im schlimmsten Fall zu massiven Verlusten für den Kunden führen, bleibt offen, gerade auch rechtlich. Die Banken dann zu belangen, wird auf Grund der internationalen Verstrickungen sehr spannend oder besser gesagt unmöglich. Dies haben viele Bürger in Deutschland aber auch in anderen Teilen Europas gerade erst mit der Weltwirtschaftskrise und deren fatalen Folgen erleben dürfen oder sollte man nicht eher sagen, erleben müssen. Es ist schon erstaunlich mit welcher Geschwindigkeit sich ganze Märkte globalisieren können und dies in der Obhut der Politik. Die Konsequenzen für den Endkunden, den dieser Globalisierungswahn mit sich bringt, scheint dann allerdings in vielen Fällen nicht mehr in den staatlichen Aufgabebereich zu gehören. Hier fordert man dann ganz einfach mehr Eigenverantwortung, wie die Politik es immer wieder gerne nennt, wenn man den Bürger mehr belasten will.

In der Europäischen Union (EU) ist man ganz schnell in der Lage so gut wie alles zu reglementieren. Raucher werden diskriminiert, Gurken sind bis zum bitteren Ende genormt, was natürlich nicht gegen einen immer wieder aufkeimenden Verdacht im Kontext der EHEC-Übertragung zu schützen scheint. Geht es allerdings um den Schutz der Bürger, gerade auch in vielen Bereichen der Wirtschaft, scheint so gut wie nichts machbar zu sein. Da darf man sich in der EU nicht wundern, dass immer mehr Menschen diese Union, die scheinbar nur auf die Gesetzlosigkeit der Wirtschaft ausgerichtet ist und die Interessen der Bürger völlig vernachlässigt, ablehnen. Da die Bürger allerdings zu mindestens nicht mit Wahlen die Möglichkeit haben sich gegen dieses unausgeglichene Bürokratiemonster zu wehren, wie spätestens der Skandal im Kontext der Verträge von Lissabon gezeigt hat, die wahrscheinlich keinen Bestand gehabt hätten, hätte man die Mehrzahl der Bürger gefragt, bietet es doch einen gewissen Grund zur Freude, dass es nun das Raubtier des Kapitalismus selbst ist, welches diesen Teil des Globalisierungswahns zu Fall bringen könnte. Längst schon richtet sich der Raubtierkapitalismus nicht mehr nur gegen das Ersparte der Menschen, sondern auch gegen Staatshaushalte und löst somit wahrscheinlich gerade das Ende der Eurozone aus, was wahrscheinlich mit dem Zerfall der EU verknüpft sein dürfte. Denn die Probleme Griechenlands, die nicht im Ansatz gelöst sind, dürften bald schon kein Einzelfall mehr sein. All dies belegt, wie falsch der Pfad ist auf dem Europa schreitet und dies hätte nicht passieren dürfen und deshalb braucht auch keiner auf die Idee zu kommen, hier auf Verständnis zu hoffen, weder in den kleinen Belangen des Lebens, noch in den ganz großen Fragen der Politik und Wirtschaft.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Politik · Technik · Wirtschaft

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