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Die Wahrheit des Wortes

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Das große christliche Fest

18. April 2011

Hier wurde scherzeshalber schon verkündet, dass in diesem Jahr Karneval ausfällt, was natürlich nicht ganz so ernst zu nehmen war aber man muss manche Dinge halt auch ausreichend und kritisch hinterfragen und so geschieht dies auch kurz vor Ostern. Ostern ist das große christliche Fest und Feste sollten einen Anlass zum feiern bieten und den gibt es natürlich, wie jeder in der Bibel nachlesen kann. Nun muss man aber auch feststellen, dass dieses Buch auch in die Jahre kommt und zu mindestens durch die aktuelle Anwendung oder Auslegung immer mehr Menschen ein Problem damit haben, denn anders wären stetig wachsende Kirchenaustrittszahlen wohl kaum zu erklären. So nutzt man auch hier das anstehende Osterfest, um zu schauen, warum zwischen Missbrauchskandalen und Beicht-Apps, die wirklichen Antworten fehlen und zwischen dem Super-GAU im japanischen Atomkraftwerk (AKW) von Fukushima und dem Krieg in Libyen gibt es ausreichende Fragen, die die Menschen beantwort wissen möchten und dies geschieht bestimmt nicht von Seiten der Politik, der Wirtschaft oder den Gewerkschaften.

Dauerhafte Stille?
Hier wurde oft genug über die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche geschrieben, auch darüber, dass es bis zum heutigen Tage keine wirklich befriedigenden Antworten und Wege für die Zukunft gibt und gerade auch das Verhalten von Papst Benedikt XVI. noch immer durchaus als unhaltbar zu bezeichnen ist. Es soll aber gar nicht einmal um `alte Geschichten` gehen, auch wenn natürlich die Frage nicht beantwortet ist, wie es in diesem Kontext aktuell aussieht und was man über die heutige Zeit in zwanzig, dreißig oder gar vierzig Jahren erfahren wird. Hier soll es aber kurz vor Ostern um ganz aktuelle Themen gehen. Was geschieht in Nordafrika, in Arabien? Was ist mit den Menschen in und um Fukushima? Alles Fakten die unzählige Menschen in diesen Tagen interessieren. Geopolitische Strategien, die kriegerisch durchgesetzt werden sollen, eine Atompolitik, die auch 25 Jahre nach Tschernobyl noch immer als gescheitert anzusehen ist und manch einer noch immer ganz überrascht tut. Ein Problemportfolio, wo man denken mag, das allein aus ethisch und moralischen Gesichtspunkten viele Vertreter des Christentums auf die Barrikaden gehen aber dies geschieht nicht im großen Stil. Es mag immer wieder in den einzelnen Gemeinde mal ein Thema sein aber bei denen, die über die große Macht verfügen, herrscht auch weiterhin das große Schweigen.

In den nächsten Tagen wird man, so zu sagen aus aktuellem Anlass, sehr viel aus dem Vatikan und damit natürlich auch von Papst Benedikt XVI. hören und es ist nicht damit zu rechnen, dass irgendwas Neues zu den angesprochenen `alten Geschichten` zu hören sein wird aber man darf doch erwarten, dass nachhaltige Aussagen zu den großen aktuellen Themen kommen werden. Wie geht die Kirche mit dem Krieg in Libyen um? Hier töten Moslems ihre Glaubensbrüder aber man muss auch einräumen, dass Christen auf Moslems bomben und die Ausweitung, der oft zitierten westlichen Demokratien, könnte am Ende des Tages auch ein Vorteil für die Ausbreitung des Christentums sein, schweigt man deshalb vielleicht bislang so ausgelassen? Kommt daher die dauerhafte Stille, die viele Menschen so unglücklich und unzufrieden macht? Den Menschen fehlen Antworten, dieses so wichtige Detail ignoriert man bei den Kirchen scheinbar sehr nachhaltig, eine Form der Nachhaltigkeit, die hier völlig deplaziert ist. Wie nah muss die Erde noch an den Abgrund rücken, damit man eine eindringliche Stellungnahme der gewichtigen Kirchenvertreter hört oder spekuliert man gar darauf, dass die Angst die Menschen am Ende des Tages in den Glauben treibt? Dann sollte man aber auch feststellen, dass es mittlerweile viele Wege des Glaubens gibt und gerade auch in der westlichen Welt das Christliche schon lange nicht mehr alleine ist.

Ist es der Islam?
Spätestens seit 911 ist das Feindbild politisch, wie natürlich auch religiös ausgemacht. Es ist der bösartige Moslem, der grundlegend immer wieder gerne weniger als ein Anhänger einer großen Glaubensgemeinschaft dargestellt wird, als viel mehr ein mordender, hinterhältiger, großer Feind der westlichen Welt. Auf dieser journalistischen Internetplattform maßt man es sich nicht an über einzelne Facetten verschiedener Religionen zu urteilen, man hinterfragt hier das Thema Religion eher ganz allgemein, denn es gibt natürlich noch einen großen Unterschied zwischen dem Glauben und der Religion und die Sichtweise, wie sich Religionen ausbreiten, sollte man gerade auch im Kontext des Islams nicht immer zwingend an Terrorismus oder ähnlichem festmachen. Man muss wohl gerade auch in Deutschland festhalten, dass nur ein minimaler Teil der Menschen, die sich vom Christentum abwenden, sich dem Islam zuwenden. Die Stärkung des Islams in der westlichen Welt ist wohl viel mehr darin begründet, in welche Richtung sich die Völkerströme in dieser globalisierten, raubtierkapitalistischen Zeit bewegen und man sieht hier erst den Anfang. Ohne die große Frage zu stellen, ob der Umsturz in Nordafrika, in Arabien nicht doch eher westliche Wurzeln hat, ist es Fakt, dass man jetzt schon spürt, dass die Auswirkung auch wieder automatisch zu einer weiteren Islamisierung der westlichen Welt führen werden und geschlossene Grenze werden da keine Antwort sein.

Wenn es so weitergeht, wie es im Moment den Anschein hat, werden immer mehr Menschen islamischen Glaubens gen Westen wandern, ihre Kultur und Religion mitbringen und im Westen das gesellschaftliche Bild immer weiter verändern. Wenn man von Seiten des Christentums, die Schäflein durch Schweigen und Ignoranz zu Themen, wie zum Beispiel Atomkatastrophen oder eben auch Krieg, egal wo der Ursprung liegen mag, weg von den Kirchen treibt, wird es ein immer größeres Ungleichgewicht geben, dass ist ein Fakt, den man allerdings nicht dem Islam anlasten sollte. Dies alles hat nichts mit Toleranz gegen nachgewiesenem Terrorismus mit religiösem Hintergrund zu tun aber auch diese Nachweise sind doch oft sehr schwammig. Denn wer spricht in den heutigen Tagen noch von dem großen islamistischen Oberterroristen Osama bin Laden? Er hat scheinbar längst ausgedient, denn man hat schon längst diese Religion im ganzen verurteilt. Bevor man sich mit den negativen Seiten anderer Religionen auseinandersetzt, wäre es vielleicht ganz hilfreich, seine eigene Potenziale mehr zu nutzen und den Menschen, dass zu geben, wo nach sie suchen und das sind nicht immer neugestrickte Feindbilder, sondern Antworten auf die aktuellen, riesigen Probleme, die gerade auch auf der westlichen Welt lasten. Nutzt man diese Chance auch weiterhin nicht, wird es wohl immer weniger an Ostern zu feiern geben, außer die Erinnerung an Geschichten in einem uralten Buch, welches immer schneller in die Jahre kommt.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Kultur · Politik · Umwelt · Wirtschaft

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