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Die Wahrheit des Wortes

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Das große Comeback des Medienterrors

9. April 2018

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Am vergangenen Wochenende erschütterte ein erweiterter Suizid das sonst so friedvolle Münster in Nordrhein-Westfalen. Der Täter fuhr am Samstagnachmittag mit einem Kleintransporter in die Außengastronomie einer Kultgaststätte und tötete zwei Personen und verletzte viele weitere und dies zum Teil lebensgefährlich. Der psychisch kranke Fahrzeuglenker hatte sich für seine Tat das erste sommerliche Wochenende in diesem Frühjahr ausgewählt. Selbstverständlich dauerte es einige Stunden bis erste relevante Fakten von der sehr umsichtig agierenden Polizei in Münster zusammengetragen wurden. Was sich in dieser Zeit in den systemtreuen Medien abspielte, muss man wieder einmal skandalös nennen und es bewies, mit welchen Mitteln der große Religionskrieg auch an dieser Stelle vorangetrieben wird. Hatte die Polizei vom ersten Moment an dazu aufgerufen, sich nicht an Spekulationen zu beteiligen und nie von Terror gesprochen, interessiert dies den kritisierten Teil der Medien kein Stück und es ging fleißig ums Thema Islamismus. Man muss dazu erklären, dass sehr früh bekannt wurde, dass sich der Fahrer kurz nachdem er in die Menschenmenge gerast war, selber gerichtet hatte, wie es auch die Polizei recht früh bestätigte. Ein klarer Hinweis, welcher gegen Islamismus sprach, dies interessierte bei Sendern, wie zum Beispiel n-tv, eher nur am Rande, in der Hauptsache verbreitet man mit dem Konjunktiv Angst und Schrecken.

Wie man Hass schafft
Trotz des gerade genannten deutlichen Indiz gegen die Form des Terrors, welche man so gerne in die Nähe des Islams rückt, ging es bis in den Abend immer wieder um dieses Thema. Auch wenn man immer wieder den Konjunktiv verwendete, ließ man doch den Eindruck entstehen, dass hier Moslems die Täter waren. Es wurde zum Teil gleich schon wieder über ganze Netzwerke spekuliert und warum die sich eine Stadt, wie eben das doch eher ruhige Münster, ausgesucht hätten. So suggerierte man den Menschen, dass man nirgendwo vor dieser Form des Terrors sicher sei. All dies, was man mit solchen Berichten aufbaut, lässt sich nie wieder zu 100 Prozent zurückschrauben, ganz davon abgesehen, dass dafür kaum etwas getan wurde, was umso mehr für sich spricht. So baut man natürlich hervorragend ein Feindbild auf und kann später wieder die nächsten Sondersendungen über Rechtsextremismus machen und sich mit der Frage beschäftigen, woher wohl der Hass auf das Andere entsteht und gleich die nächsten Mutmaßungen hinterher schieben. Mit unabhängigem Qualitätsjournalismus hat dies natürlich nichts zu tun. Das gerade beschriebene Prinzip sollte sich an diesem Tage auch gleich zeigen. Als erste Politiker der Alternative für Deutschland (AfD) auf die suggerierten Inhalte reingefallen waren und sich in der bekannten Art äußerten, hatte man den nächsten Feind ausgemacht. Die Eigenverantwortung verschwieg man natürlich auch in diesem Fall und hatte wieder ganz schnell andere Protagonisten ausgemacht, welche man für die Spaltung der Gesellschaft verantwortlich machen konnte. So etwas ist nicht nur heuchlerisch, sondern ebenfalls einfach nur ablehnungswürdig und man muss sich überlegen, ob man diesen Teil der Medien noch nutzen kann.

Der Wert von Menschen
Die grausame Tat von Jens R., völlig unabhängig von den Hintergründen, war aber leider noch nicht alles, was viel darüber aussagte, wie wertvoll Menschenleben in diesen Tagen noch sind. Nach und nach ließen sich auch die Staatsmedien von dem gerade beschriebenen Stil wieder einmal anstecken und so ging es dort ganz ähnlich zu, wie im bereits angesprochenen, privaten Teil der Medien. Hier spielten auch die vermeintlichen Experten, welche im großen Religionskrieg ebenfalls immer wieder so wichtig sind, die bekannte Rolle. Als dann abschließend feststand, dass es kein Terror war, hatte man in den systemtreuen Medien die Chance einzulenken und hätte nun endlich damit beginnen können, angemessen zu berichten. Man hätte hinterfragen können, ob es einen Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen und dem in der westlichen Welt vorherrschenden Systems gibt, schließlich spielen solche Krankheitsbilder in der Arbeitswelt auch eine immer größere Rolle. Stattdessen berichtete man aber munter weiter über Islamismus, wobei auch dort bei vielen Taten zu wenig oder gar nicht geklärt wird, ob die Religion nicht nur vorgeschoben wird. Dann zeigte sich auch noch, dass Opfer von Gewalttaten unterschiedliche Werte haben. Zum Zeitpunkt, als man noch über den vielzitierten Terror mutmaßte, war noch ein ARD-Brennpunkt angedacht, als sich herausstellte, dass es ein erweiterter Selbstmord war, gab es nur noch eine Sondersendung im Regionalprogramm. Allgemein war das ganz große Interesse an der Tat und den Opfern plötzlich verflogen. Dies beweist, es geht nicht um die Opfer, sondern nur um die Art der Tat. Dies sagt wiederum einiges darüber aus, wie man dort mit der Bewertung des menschlichen Lebens umgeht und diese Art ist einfach nur inakzeptabel.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik

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