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Die Wahrheit des Wortes

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Das erfolgreiche Ende der Obama Show

5. November 2008

Es war 03.24 Uhr als Jörg Schönenborn auf der ARD verkündete, dass laut seiner Prognose der Demokrat Barack Obama 284 Wahlmänner hinter sich vereinigte und John McCain von den Republikaner 160 Wahlmänner in der Tasche hatte. Dies bedeutete im Klartext, dass Obama mit, wie Schönenborn es formulierte einer `hohen Wahrscheinlichkeit` der 44. Präsident der USA werden würde. Natürlich hat der bisherige Verlauf des Wahlabends schon genau diese Vermutung immer weiter anwachsen lassen aber diese frühzeitige Festlegung zeigt einen klaren Weg. Diesem Weg folgten eigentlich die meisten Medien, vermeintliche Experten, sowie Stern und Sternchen schon seit langer Zeit. Mittlerweile ist es Fakt und Barack Obama ist der erste schwarze Präsident der USA. Damit muss man davon ausgehen, dass alle zufrieden sind und dies hoffentlich auch bleiben.

Wortbruch nicht nur in Deutschland

Was man als problematisch einstufen muss ist, wo sich Politik im Moment weltweit hinbewegt. So gab es Absprachen zwischen den Demokraten und den Republikanern, in denen man sich darauf einigte, den Wahlkampf nur mit staatlichen Geldern zu führen. Als Obama allerdings feststellte, wie gut er im Spenden sammeln ist, hielt er sich nicht mehr an diese Absprache. Man sieht, dass Thema Wortbruch ist nicht nur in Deutschland aktuell. Über 600 Millionen Dollar sammelte Obama ein, die dann in seinen Wahlkampf flossen. Welche wahnwitzige Medien-PR damit angeschoben wurde, konnte man auch noch hier im fernen Deutschland spüren. Es war eine pure Obama-Show. Allerdings ging es in dieser Show so gut wie nie um Inhalte. Dies zeigte sich auch an diesem Wahlabend auf der ARD. Viele Sternchen, ein Gewinnspiel, welches nicht gerade dem Niveau, welches man bei einem solchen Sender erwartet, entsprach und wenige Fakten zu den Inhalten.

Immer wieder Barack Obama als der Gute, der der dem Land das Heil bringt. John McCain der alte Mann mit der unfähigen Sarah Palin als Vize. Hierbei geht völlig und ganz unter, dass auch Obama kaum außenpolitische Erfahrung hat. In seinem Fall komprimiert man so etwas damit, dass er sich als Präsident die passenden Minister ernennen könnte. Könnte Palin dies nicht auch, zu Mal hierfür McCain erst ein Mal versterben müsste. Man merkt schnell, wie wenig es um Inhalte geht. So redete man auch ungern darüber, dass auch Barack Obama Deutschland mehr in die Pflicht nehmen wird. Es bleibt abzuwarten, ob all die, die so sehr für den Wechsel waren, der sich übrigens auf die ganze Welt bezieht, daran in einigen Monaten noch erinnern werden. Der Aspekt mit der Weltveränderung ist auch ein sehr spannender, denn genau dieser Fakt, die Vormachtsstellung der USA in der Welt, wurde unter George W. Bush immer kritisiert. Man darf unter der gerade angesprochenen Veränderung in der Außenpolitik zum Beispiel auch davon ausgehen, dass mehr deutsche Soldaten nach Afghanistan müssen. Dies erhöht natürlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass noch mehr deutsche Soldaten dort fallen werden. Wenn dies geschieht, sollte man sich daran erinnern, dass auch dies Barack Obama ist, den man so sehr wollte.

Der MTV Präsident

Die Redaktion, die nun schon seit über 24 Stunden begeistert die Wahlberichterstattung verfolgt, muss wohl einräumen, dass Barack Obama tatsächlich der 44. Präsident der USA wird und damit die Wahlentscheidung entgegen den Vermutungen der Redaktion verlief. Der Grund hierfür ist ganz einfach aber auch sehr ernüchternd, denn es hat die Show vor den Inhalten gesiegt. Es sieht so aus als würde jemand Präsident der Weltmacht USA werden, dessen Erscheinungsbild doch oft an die Protagonisten auf MTV erinnerte. Somit muss Barack Obama, der 44. Präsident der USA, ab spätestens Januar beweisen, dass er mehr kann als Spenden sammeln und sich perfekt im Internet präsentieren. Sollte ihm dies nicht gelingen oder er schneller, als viele es glauben mögen, an seine Grenzen kommen, gilt es nicht zu meckern. Fakt scheint zu sein, dass die breite Masse am heutigen Tag einfach nur glücklich mit dem Wandel ist. Vielleicht sollte man aber auch ein Mal darüber nachdenken, wo uns das alles hinführt. Denn die Frage ist, was bedeutet Wandel?

Denn aus dieser Frage lässt sich ableiten, was für eine Aufgabe nun auf Barack Obama wartet. Da warten die außenpolitischen Aufgaben von Afghanistan über den Irak und den Iran. Um nur einiges zu nennen. Wirtschaftspolitisch gilt es eine Weltwirtschaftskrise in den Griff zu bekommen und innenpolitisch bleibt noch abzuwarten, wie viel Rassismus noch in den USA vorhanden ist. Aber da ist natürlich auch noch die riesige Erwartungshaltung der Afroamerikaner, die er letztendlich gar nicht vollumfänglich befriedigen kann. Mittlerweile ist es so gut wie amtlich und McCain gratulierte schon zum Wahlsieg von Obama. Die riesige Obama-Show nahm für ihn ein positives Ende aber dafür wird es jetzt auch ernst. Jetzt muss er zeigen, was er kann. Nun reicht Show alleine nicht mehr aus. Wir werden den Weg des 44. Präsidenten genau begleiten und im Auge behalten.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Umwelt · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Roland Kopp-Wichmann // 6. Nov 2008 at 08:51

    Habe zu dem Thema auch einen Blogartikel geschrieben: “Was männliche Fuehrungskräfte von Obama lernen können.”

Schreib was dazu