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Die Wahrheit des Wortes

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Das Ende des Jahrhundertsommers 2008

1. September 2008

Beginnen wir diese Woche mit dem Thema, mit dem wir die letzte Woche haben ausklingen lassen. Das Wetter. Mit einem durchaus hochsommerlichen Wochenende verabschieden wir uns in diesem Jahr von einem Jahrhundertsommer. Auch dieses Jahr konnte jeder die Erderwärmung förmlich am eigenen Leib spüren. Es war auch diesen Sommer wieder zu heiß und zu trocken. Dies sind alles Nachrichten auf die man im Moment wieder warten kann. Denn sie erreichen einen, völlig unabhängig vom Wahrheitsgehalt, immer wieder. Da versucht man uns auf den öffentlich-rechtlichen Fernsehkanälen, zum Beispiel zu verkaufen, dass ein August im Mittel um die 16 Grad Celsius in Augsburg haben soll und auf solchen Grundlagen ist natürlich alles über 18 Grad Celsius, hochsommerlich. Die Frage die man sich stellt, warum versucht man einen Durchschnittssommer, als Jahrhundertsommer zu verkaufen?

Das Wetter als Ware

Auch diese Frage lässt sich grundlegend und recht einfach beantworten. Das Wetter ist zum einen ein ganz eigener Wirtschaftsfaktor geworden und zum anderen beeinflusst es die Wirtschaft sehr nachhaltig. Längst sind Wetterfrösche, wie Jörg Kachelmann, Ben Wettervogel oder auch Sven Plöger keine langweiligen Wettermoderatoren mehr, nein, es sind Medienstars geworden, die zum Teil eigene Unternehmen führen und eigene Shows haben. Damit muss man die Ware Wetter auch als spektakulär verkaufen und das unabhängig davon, ob es die Wetterlage hergibt oder nicht. Wetter sind Nachrichten und wer der erste ist macht das beste Geschäft, ganz wie bei allen anderen Nachrichten auch. Leider gibt es noch eine Gemeinsamkeit zu den herkömmlichen Nachrichten, denn die Qualität ist zweitrangig geworden. Ob die Prognosen stimmen oder nicht, hat die breite Masse zwei Tage später so oder so vergessen. Somit zählt auch hier der kurzfristige Erfolg und nicht die Nachhaltigkeit.

Aber das Wetter hat zum Beispiel auch Einfluss auf Bereiche, wie den so geschundenen deutschen Einzelhandel. So ist es doch immer wieder schön zu beobachten, wie mit dem Verkaufsstart der Frühjahrs- bzw. Sommerkollektion auch die gigantisch positiven Vorhersagen für das anstehende Wetter am Horizont aufziehen. Wenn man einen miserablen Sommer vorhersagen würde, wäre dies letztendlich natürlich auch außerordentlich kontraproduktiv für die so oder so schon gebeutelte Binnenkonjunktur dieses Landes. Es gibt aber noch ein weiteres, sehr gutes Beispiel an dem man die wirtschaftliche Bedeutung des Wetters oder auch des Klimas festmachen kann. Nicht umsonst hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit Prof. Dr. Claudia Kemfert eine ausgewiesene Klimaexpertin. Denn natürlich geht der Einfluss des Klimas weit über den Verkauf von ein paar T-Shirts oder Schals hinaus. Damit wären wir auch direkt beim großen Thema des Klimawandels und der Erderwärmung.

Das große Geld

Klimawandel, Erderwärmung alles Begriffe die in aller Munde sind und nicht nur das, denn hier wird das richtige Geld verdient. Ganze neue Wirtschaftszweige sind auf Prognosen aufgebaut worden, die ihre Messdaten auf Zeiträume beziehen, die im Zeitalter der Erde völlig bedeutungslos sind. Temperaturschwankungen, sowohl nach oben wie auch nach unten, gibt es seit die Erde besteht. Somit ist es auch nicht der Fakt, dass sich das Erdklima erwärmt, der so bedeutend ist, sonder die Art, wie mit ihm umgegangen wird. Nehmen wir die Agrarwirtschaft, die durch die Panikmacherei um die Erderwärmung immer weniger Lebensmittel produziert und stattdessen im großen Umfang Grundlagen für Biotreibstoffe schafft. Das durch ein solches Vorgehen die Hungersnöte auf dieser Welt weiter anwachsen und dadurch die Lage in der Welt nicht gerade friedlicher wird, wird billigend in Kauf genommen. Das uns diese, so neu geschaffenen Probleme wahrscheinlich viel eher in den Abgrund manövrieren als die Erderwärmung, wird ignoriert.

Die Welt steckt spätestens seitdem Ende des Kalten Krieges Mitten in einem Wandel, denn es zu letzt in dieser Form wahrscheinlich zu Zeiten der Industrialisierung gegeben hat. Computer und die anhängigen Technologien vernichten und schaffen in einem immer schneller werdenden Tempo Arbeitsplätze und sogar ganze Gesellschaftsstrukturen. Da gilt es natürlich auch neue Geschäftsfelder zu erschließen und das Thema erneuerbare Energien liegt dabei wirtschaftlich, aber auch politisch ganz weit mit vorne. Die Erderwärmung ist da so etwas, wie ein Segenbringender Werbegag der Natur. Denn nun hat die Politik und die Wirtschaft etwas von der Natur gegebenes, um all die neuen Wirtschaftsfelder voranzutreiben. Dabei fehlt oftmals nur leider das Augenmaß für die Gesamtentwicklung, auch aus klimatischer Sichtweise. Der Fakt, dass auch hier der Profit mehr bedeutet als die Fakten, führt nur leider zu wesentlich größeren und zum Teil noch nicht im Ansatz abzusehenden Schwierigkeiten. Aber auch auf diesen Problemen der Zukunft werden schlaue Eliten wieder neue Wirtschaftszweige aufbauen.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Umwelt · Wirtschaft

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