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Die Wahrheit des Wortes

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Das Ende der Solidarität

8. Juli 2010

Die Gesundheitsreform wurde hier im gestrigen Artikel schon kurz angeschnitten, da hier aber etwas massiv ins Ungleichgewicht abrutscht, gibt es jetzt einen kompletten Artikel nur zu diesem Thema. Es war absehbar, dass die Bundesregierung die Ablenkung der Massen durch die Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika nutzen würde, es blieb nur die Frage wofür? Diese Frage ist nun seit kurzem geklärt. Aktuell werden neue große Kerben beim abholzen des Sozialstaates geschlagen. Diesmal geht es um das Ende des Solidaritätsprinzip beginnend bei den Krankenkassen. Die Reform des Gesundheitswesens besagt in der Hauptsache eine Mehrbelastung für die Versicherten, wobei die Arbeitgeber geschont werden und somit die Solidarität bei den Kassenbeiträgen aufgehoben ist. Jetzt darf man sehen wie Gewerkschaften und Sozialverbände reagieren, denn man muss wohl einräumen, dass die Regierung hier weit über das Ziel hinausgeschossen ist.

Wer stoppt den Wahnsinn in diesem Land?
Politische Lügen überraschen auch in Deutschland eigentlich niemanden mehr und so ist der Schock darüber, dass die Tigerentenkoalition aus CDU, CSU und FDP entgegen ihrer Wahlversprechen die Bürger nun noch mehr belastet, relativ klein. Das dies im Windschatten der WM 2010 in Südafrika geschieht, ist wohl auch kein Zufall. Eine große Aufgabe der Koalition und hier vor allem von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) war die Gesundheitsreform, auch hier kann man nun nur von einem Skandal sprechen, denn anstatt dieses marode und ineffiziente System wirklich zu reformieren, sorgt Rösler (FDP) einfach nur für noch höhere Beiträge für die Bürger, die somit schon wieder weniger Geld in der Tasche haben. Dieser soziale Wahnsinn, der sich hier von Berlin aus immer weiter ausbreitet, muss gestoppt werden. Es bleibt nur die Frage, wer soll all dies stoppen?

Die Gewerkschaften betonten auch schon in diesem Jahr, genau wie diverse Sozialverbände auch, dass das Maß voll sei, was im Umkehrschluss bedeuten muss, dass es nun überläuft. Es könnte die große Zeit der Gewerkschaften und Verbände werden, sie müssten nur zeigen, dass sie  auf der Seite der Arbeitnehmer, der Bürger stehen. Dies scheint gerade allerdings nicht der Fall zu sein, was natürlich wieder den Verdacht nährt, dass man so tief im System eingeflochten ist, dass man kaum ein ernsthaftes Interesse daran zu haben scheint den Amoklauf der Bundesregierung zu stoppen. Das Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit ihrem Kabinett scheinbar den sozialen Frieden in Deutschland gefährdet ist eine Sache, dass niemand etwas dagegen unternimmt, ist aber noch viel schlimmer. Die Weltwirtschaftskrise hat bewiesen, dass der Raubtierkapitalismus gescheitert ist und zur Strafe werden die Arbeitgeber nun auf Kosten der breiten Masse wieder entlastet, was für eine Logik.

Sind Bürger ein Selbstbedienungsladen?
Es ist unfassbar, die großen Wirtschaftskapitäne versenken ein Schiff nachdem anderen und werden dafür auch noch ordentlich abgefunden. Solide Lösungen gibt es schon lange nicht mehr, wie aktuell auch die vermeintliche Rettung von Karstadt durch den Investor Berggruen zeigt. Auch sein Ziel ist es nun sich von der Bundesregierung helfen zu lassen, man kennt den Weg noch gut aus dem Bereich der Bankenwelt bzw. der Finanzwelt. Während mit solchen Aktionen Millionen und Milliarden an Euros verschleudert werden, rutscht der Staat immer tiefer in die größte Schuldenkrise seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Nun sagt die Politik, dass sich hier etwas ändern muss und liegt damit natürlich genau richtig. Wer nun aber meint es ginge den Protagonisten der Krise an den Kragen, hat sich gewaltig getäuscht, denn man hat ganz andere Pläne, wie man die massiven finanziellen Defizite im Staat wieder glatt gebügelt bekommt.

Würde die Regierung nun an die wirklich Schuldigen herantreten und sie zur Kasse bitten, würden die Lobbyisten in Berlin wahrscheinlich die Türen mit Rammböcken durchbrechen bzw. ganze Armeen an Juristen durch die Unternehmen von der Kette gelassen, da ist es doch wesentlich einfacher sich beim Bürger zu bedienen, denn scheinbar hält man im politischen Berlin die Geldbörsen der Bürger für so etwas wie einen Selbstbedienungsladen, wo man immer in die Vollen greifen kann, wenn einmal wieder an irgendeiner Stelle Kapitalbedarf besteht. Einziger Haken an dieser Vorgehensweise ist, dass desto weniger Geld bei den Menschen zur freien Verfügung steht, desto unzufriedener und frustriert werden sie und wie schnell so etwas umschlagen kann, weiß man nicht erst seit den schweren Ausschreitungen in Athen. Bevor es auch hier soweit kommt, sollte man es mit anderen Mitteln versuchen, wie zum Beispiel mit Großdemonstrationen, die das ganze Land lähmen. Es ist die Zeit der Zeichen, also sollte man diese nun auch endlich einmal setzen, bevor es zu spät ist.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Sport · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Andrea Bondi // 8. Jul 2010 at 08:52

    Ja, die Bürger sind der große Selbstbedienungsladen für die herrschenden Eliten! Das Establishment kann sich jedoch nur so lange bedienen, solange die Bürger das zulassen! Widerstand und Veränderung beginnt IMMER an der Basis! Aber das ist doch nicht wirklich eine Neuigkeit – Stichwort “Französische Revolution”!
    Die Dumpfbacken in Berlin bzw. in den Regierungen der Länder sehen keinerlei Notwendigkeit etwas an der vorherrschenden Gesamtsituation zu verändern! Es wird nur gelogen und gezockt!
    Die haben ihre Schäfchen schon längst im Trockenen! Total korrumpiert sitzen die im Reichstag und spielen Politik machen! Entscheidungsträger sind diese Figuren ganz sicher nicht! Dazu sind sie zu sehr in die Fänge der Wirtschaftsbonzen und Lobbyisten verstrickt!
    Und auch die Tatsache, dass das Volk während einer Fußballweltmeisterschaft mit neuen Knebelverträgen ausgebremst wird, spricht ohnehin für sich selbst – muss nicht extra kommentiert werden!

    Die einzige Möglichkeit diesem Wahnsinn ein Ende zu bereiten, wird die Solidarität der Völker Europas sein! Grenzen ziehen, die korrupten Politikclowns in die Schranken zu weisen mit den, in einer Demokratie zur Verfügung stehenden Mitteln, wie Demonstrationen, Protesten oder, Arbeitsniederlegungen, boykottieren der “Global-Player” – so wie es partiell bei BP schon geschieht! Solidarisierung der Massen statt Denunziantentum und Neid!

    Nur Einigkeit macht stark!
    Sind die Schmerzgrenzen nicht endlich erreicht? Was muss denn noch alles zerstört werden, bevor
    sich geordneter Widerstand regt?

    Völker Europas solidarisiert Euch! Sperrt den Selbstbedienungsladen “Steuerzahler und Wahlvieh” endlich zu!!!!!!!!!!
    Liberté, Egalité, Fraternité!

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