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Die Wahrheit des Wortes

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Das durchstochene Herz schmerzt noch immer

28. August 2008

Heute auf den Tag genau vor 20 Jahren kam es zu einer der schwersten Katastrophen bei einer Flugschau überhaupt. Auf der US Airbase Ramstein in Rheinland-Pfalz kamen damals 70 Menschen ums Leben und über Tausend wurden teilweise schwer verletzt. Es war ein heißer Sommertag, damals im August vor 20 Jahren, als es zu der Katastrophe kam die bis heute keiner der Beteiligten vergessen konnte. Das absolute Highlight der Schau stand an. Eine ganz besondere Figur war es, die die italienische Kunstflugstaffel `Frecce Triccolori` dort in den Himmel malen wollte aber in sekundenschnelle veränderte sich das Leben von unzähligen Menschen schlagartig bzw. wurde es ausgelöscht, denn das Inferno von Ramstein nahm seinen grauenhaften Lauf.

Jahrestag eines Infernos

Der heutige Trauertag wird mit Offizieren der US Armee, Kurt Beck (SPD) als Landesvater von Rheinland-Pfalz, aber vor allem auch mit Überlebenden und Hinterbliebenen der Katastrophe vom 28.08.1988 begangen. So gab es auch eine Schweigeminute im Mainzer Landtag. Viele der Opfer von damals leiden bis heute an den Folgen des Unglücks. Der Schmerz den das durchstochene Herz, wie die Flugfigur die zum Inferno führte hieß, hinterließ, ist bis heute geblieben. Es ist die immer wiederkehrende Frage nachdem Grund für all das, was an diesem Sommertag geschehen ist. Die sachliche Erklärung, dass der Pilot der in der Mitte durch die anderen Flieger durchstoßen sollte, einige Sekunden zu früh war und einen geringfügig falschen Winkel im Anflug hatte, nütz kaum einem. Durch diesen Fehler riss der Pilot zwei seiner Kollegen mit vom Himmel. Alle drei Piloten überlebten das Unglück nicht.

Eine der drei Maschinen zerfetzte in der Luft und prallte in einem enormen Feuerball in die Zuschauermenge. In Bruchteilen von Sekunden brannte einfach alles. Die Luft, der Rasen und letztendlich auch die Opfer standen sofort in Flammen. Damit keine Zuschauer auf das Rollfeld gelangen konnten, war dieses im Vorfeld mit NATO-Stacheldraht abgesperrt worden, der nun auch noch zu einer tödlichen Falle wurde, denn glühend heiß und rasierklingenscharf wurde er durch die Menge gerissen. Wer den enormen Feuerball aus Kerosin überlebte und auch dem NATO-Stacheldraht entkam, hatte oftmals das Problem von umher fliegenden Wrackteilen des abgestürzten Jets förmlich zerfetzt zu werden. Man kann sich durchaus vorstellen, dass viele Angehörige ihre Liebsten nie wieder sahen, da sie so entstellt waren, dass man ihnen diesen Anblick nicht auch noch zumuten wollte.

Hilflose Rettungskräfte

Viele Menschen hatten eine solche Katastrophe kommen sehen, denn die Flugtage von Ramstein waren auch immer umstritten und Grund für Demonstrationen. Ein Grund war aber auch der Veranstaltungsort selbst, denn Ramstein, dieser größte US-Stützpunkt außerhalb der USA, war gerade auch zu Zeiten des Kalten Krieges, nicht immer sehr beliebt. Viele Menschen waren in großer Sorge, was die Tiefflüge über ihren Köpfen anging. Aber, dass die Katastrophe so verlaufen würde, hätte sich wohl niemand in seinen dunkelsten Albträumen vorstellen können und so war es für alle mehr als nur ein Schock. Es gab aber noch weitere Probleme die eben genau dadurch entstanden, dass niemand auf so etwas vorbereitet war. Denn auch die Rettungskräfte sowohl von deutscher, wie auch von amerikanischer Seite waren mit dieser Gesamtsituation völlig überfordert und mehr als hilflos.

Die amerikanische Armee verfolgte eine Taktik aus dem Vietnamkrieg. Dies bedeutete, dass viele der Opfer einfach so mit Transporthubschraubern in die umliegenden Kliniken geflogen wurden. Das Problem war, dass viele dieser Kliniken mit dieser Masse an Verletzten nicht klar kamen, da sie zum Teil auch erst durch das eintreffen der Opfer von dieser Katastrophe erfuhren, auf die sie natürlich weder ausrüstungstechnisch, noch personell vorbereitet waren. Aus heutiger Sicht stehen so oder so eine Unmenge an Fehlern aus der damaligen Zeit fest. Dies beginnt damit, dass es letztendlich bis heute keine Klärung der Schuldfrage gibt, was zur Folge hat, dass die Opfer und auch die Hinterbliebenen bis heute nicht angemessen entschädigt wurden. Es ist aber auch der Fakt, dass nun langsam nach 20 Jahren überhaupt erst so etwas wie ein Gefühl für die Opfer von Seiten der amerikanischen Armee und auch von den politisch Verantwortlichen in und um Ramstein entwickelt wird.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik

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