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Die Wahrheit des Wortes

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Das DAX Blutbad

8. Oktober 2008

Weitere Unwahrheiten auf der einen Seite und weiterer Vertrauensverlust auf der anderen Seite, so klar sind im Moment die Fakten verteilt. Der DAX hat mittlerweile auch schon die Marke von 5.000 Punkten durchbrochen und ob er sich in dieser Größenordnung einpendelt oder wir schon bald über die Marke von 4.000 Punkten reden müssen, bleibt erst ein Mal offen. Alle beklagen mangelndes Vertrauen. Dabei kann man mit Spannung verfolgen, dass genau die klagen, die die Mistrauenskrise zu verantworten haben. Denn diese ständige Desinformationspolitik die in dieser Krise an den Tag gelegt wird, verschlimmert die Situation jeden Tag mehr aber ein Einlenken der Verantwortlichen scheint nicht in Sicht.

Alles Lüge

Um die Geschehnisse der letzten Wochen noch ein Mal kompakt zusammenzufassen. Die Finanzkrise, oder um es auf den Punkt zu bringen die Wirtschaftskrise, erreichte Deutschland mit den verheerenden Negativschlagzeilen bei der IKB und der Weserbank. Aber man meinte beruhigen zu müssen und der Club der Optimisten aus vermeintlichen Experten und Politikern verbreitete die Nachricht, wie abgekoppelt doch Europa und vor allem Deutschland von dieser Krise sei. Es erfolgten weitere Beben an den Finanzmärkten aber die ausgegebenen Parolen wurden stumpf weiter verfolgt. Dann kam der Crash bei Lehman Brothers und die damit verbundenen peinlichen Fehlzahlungen der KfW Bank. Nun begann man langsam einzuräumen, dass die Bankenkrise nun auch Deutschland erreicht hätte. Aber eine Finanz-oder gar Wirtschaftskrise wäre dies alles nicht. Man konnte schon an dieser Stelle erahnen, dass es bei diesen Falschaussagen wohl kaum um mangelnde Kenntnis der Sachlage ging.

Es folgte der anstehende Konkurs der Hypo Real Estate (HRE), auch diese Finanzmarktkatastrophe versuchte man schönzureden. So sprach zum Beispiel Prof. Dr. Wolfgang Gerke nach diesem Crash, sogar schon wieder von Einstiegskursen. Einstiegskurse waren dies kurz-bis mittelfristig gesehen wohl kaum. Denn, wie wir heute alle wissen brach auch dieses Kartenhaus zusammen. Immerhin räumt man seitdem auch in Deutschland ein, ein Teil der weltweiten Finanzkrise zu sein. Frei nach dem Motto: `Besser spät als nie`. Anstatt aber nun endlich ein Mal in die Offensive zu gehen und über die wahrhaftigen Ausmaße der Krise zu reden, bleibt man lieber standhaft bis zum Untergang Optimist. Denn die Finanzkrise in der auch Deutschland seit Monaten steckt, auch wenn man es jetzt erst langsam einräumt, hat sich längst in eine handfeste Wirtschaftskrise gewandelt. Man darf gespannt sein, in wie viel Wochen oder Monaten dies endlich eingeräumt wird. All dies verschafft genauso wenig Vertrauen, wie eine Garantie der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über 568 Milliarden Euro.

Aber was ist die Wahrheit?

Frau Merkel (CDU) hatte gestern mit ihrer Regierungserklärung die historische Chance reinen Tisch zu machen. Aber auch diese Chance Vertrauen zu schaffen wurde vergeben. Sie wiederholte ihre Garantie aber auch dies Mal ohne eine Definition, wo das Geld im Notfall herkommen soll. Stattdessen bedankte man sich artig bei den Bankern, die nun wegen der Krisenbewältigung bis tief in die Nacht arbeiten würden. Nicht erwähnt wird dabei, dass sie monatelang im Vorfeld gepennt hatten und nur deshalb nun so massiv in Stress geraten. Ob man da auch noch danken muss, soll ein Mal offen bleiben. Es fehlte aber natürlich auch nicht an Eigenlob für die letzten Jahre in denen man Deutschland so gut positioniert hat. Auch hier kann man durchaus geteilter Meinung sein, denn die Binnenkonjunktur, die uns endlich aus der Geiselhaft des Exportweltmeistertums holen würde, wurde bis zum heutigen Tag mindestens grobfahrlässig vernachlässigt. Aber auch in dieser Regierungserklärung keine Wahrheit über die Wirtschaftskrise in der auch Deutschland steckt.

Opel stellt in Bochum und Eisenach für mehrere Wochen die Arbeit ein und andere Betriebe werden nach und nach folgen. Grund hierfür ist die mangelnde Nachfrage. Folge für die Beschäftigten, also für die Gesellschaft, Lohnverlust und damit Kaufkraft. Dies wird ein Mal mehr zu noch mehr Mangel an Konsum führen. Opel ist aber nur ein Teil einer Branche die im gesamten betroffen ist. Heute folgten in Frankfurt mit Siemens und BASF weitere Industriezweige. Auch hier brechen die Kurse mittlerweile zweistellig weg. All dies ist aber nur eine Finanzkrise, die man im Griff hat. Es stellt sich die Frage wie lang man diese Lüge aufrecht halten will. Die Wahrheit ist, dass das DAX Blutbad, das Massaker an den Finanzmärkten, um die Tonart von n-tv aufzunehmen, als erste, gut sichtbare, Folge einer Wirtschaftskrise zu sehen ist. Alle in Europa, um nicht zu sagen in der ganzen Welt werden nun mit Jobs und auch mit Kapital und somit mit Lebensqualität bezahlen müssen. Wenn man gerade auch von Seiten der Politik nicht beginnt die Bevölkerung darüber zu informieren, werden die Folgen dieser Wirtschaftskrise noch unkalkulierbarer als sie es jetzt schon sind.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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