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Die Wahrheit des Wortes

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Das Comeback der DM

14. September 2011

Kaum geboren und schon verloren. Diese Aussage trifft laut einer aktuellen Shell-Studie schon auf jeden fünften Jugendlichen in Deutschland zu und man darf bei den aktuellen Entwicklungen in Europa und bei den Reaktion darauf in Deutschland, davon ausgehen, dass diese Zahl kurzfristig rapide ansteigen wird. Die Gründe für diese außerordentlich negative Entwicklung, die einmal mehr das völlige Versagen der Politik aufzeigt, sind leicht benannt. Immer mehr Jugendliche fühlen sich laut der angesprochenen Studie abgehängt und perspektivlos und wen wundert dies schon? In dieser Woche machte sich die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei vielen ihrer eigentlichen politischen Freunde sehr unbeliebt, in dem sie das Thema Mindestlohn wieder auf die Agenda brachte. Dies ist ein Thema, welches natürlich gerade auch beim politischen Gegner, der SPD, sehr beliebt ist. Man denkt bei diesem Thema natürlich auch gerne immer an etwas Soziales. Ein Blick auf aktuelle Zahlen aus diesem Bereich machen klar, wie sozial dies alles ist, denn man spricht hier von Stundenlöhnen von 6 bis 13 Euro. Hat sich durch die Einführung des Euros in Deutschland vieles verdoppelt, trifft dies in diesem Bereich wohl kaum zu. Mindestlöhne scheinen doch mehr ein weiteres Instrument in Richtung Billiglohnland zu sein, was vor allem die Armut ansteigen lässt und auch erklärt, warum sich hier Perspektivlosigkeit, wie ein Lauffeuer ausbreitet.

Wen interessiert schon der DAX?
Sehr lange Zeit tendierte der DAX, der die 30 wichtigsten Unternehmen in Deutschland repräsentiert, um die 7.200 Punkte, nun ist man gute 2.000 Punkte darunter und es scheint auch noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht zu sein. Jagt in diesen Tagen ein Jahrestief das nächste, schwindet scheinbar auch die Bedeutung dieses so wichtigen Aktienindex in der Berichterstattung im Bereich der Wirtschaft. Dies bedeutet, wenn der DAX steigt, berufen sich Politiker aber vor allem auch gerne so genannten Wirtschaftsexperten auf diesen und versuchen so zu erklären, wie gut doch alles im Land läuft. Im Umkehrschluss müssten sie im Moment täglich erklären, gerade auch im Kontext der Realwirtschaft, wie fatal die Entwicklungen dieser Wochen und Monate sind, dies geschieht aber nur äußerst selten. Sollte es in diesem Tempo weitergehen, könnte es sogar sein, dass sich der Wert der angesprochenen Unternehmen noch in diesem Jahr halbiert hätte, denn bis zu dieser Marke sind es mittlerweile nur noch knappe 1.500 Punkte, man könnte auch sagen, dass schon über die Hälfte dieses Weges gegangen worden  ist. Wie fatal müssen die Entwicklungen, die sich natürlich nicht nur auf den deutschen Aktienmarkt beziehen, noch sein, bis man endlich auch politisch aktiv wird und einräumt, wie eng die Sackgasse, in die man sich in den letzten Jahrzehnte manövriert hat, wirklich ist. Noch vor Wochen, war ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone ein absolutes Tabu, mittlerweile beginnt man diesen Schritt hoffähig zu machen. Es wäre nichts anderes, als der erste Schritt zum faktischen Niedergang des Euros, der Gemeinschaftswährung, die man als etwas viel besseres und stabileres, als die DM verkauft hatte.

Wenn diese Währung nun zerfällt und dies scheint immer unvermeidlicher zu werden, wird es für Deutschland richtig teuer und jeder, der sich auch nur noch ein kleines Stückchen an die Einführung des Euros erinnert, kann sich vorstellen, was das Comeback der DM für die Preise in Deutschland bedeuten würde. Mit einem solchen Ausblick in die Zukunft, den natürlich die Experten absurd nennen, die vor Wochen auch noch ein Ausscheiden der Griechen als absurd bezeichneten, darf man sich nicht wundern, wenn die Jugend, die nun heranwächst, keine Chance mehr sieht und so hart es klingen mag, muss man einräumen, dass die hier genannten 20 Prozent, die Zukunft realer betrachten, als die Mehrheit von 80 Prozent. Bei den aktuellen Entwicklungen wird sich, wie bereits angesprochen, das Verhältnis allerdings noch kurzfristig massiv verschieben. Man sollte sich hier in den nächsten Jahren ruhig schon einmal auf griechische Verhältnis einstellen und somit auch nicht zu sehr die große Kritikkeule über die Unwilligkeit der Griechen im Kontext des Sparens schwingen. Denn, wenn Deutschland erst einmal an einem ähnlichen Punkt ist, wird man sehen, wie groß der Wille auf flächendeckenden Verzicht in der Berliner Republik ist. Was man hier deutlich erkennt, ist wieder einmal ein riesiges Ablenkungsmanöver vom eigentlichen Problem und das ist in Griechenland am Ende des Tages nichts anderes, als in Deutschland auch. Es geht um das hohe Maß an Ungerechtigkeit, denn nun sollen wieder die bezahlen, die bisher auch nicht zu den Siegern gehörten, während diese wieder unter dubiosen Argumenten geschont werden sollen. Das Ende dieses Weges sah man zuletzt noch in London und auch dies ist eine Realität genau dieser Wirtschaftspolitik.

Wird hier Geld im großen Stil vernichtet?
Man hört immer wieder davon, wie in den letzten Jahren und Jahrzehnten an den verschiedensten Stellen Geld vernichtet worden sei, was zu den aktuellen Problemen geführt haben soll. Diesem von der Wirtschaft gesteuerten, durch die etablierten Massenmedien und die Politik verbreiteten Märchen sollte man nicht glauben. Denn es wird kein Geld vernichtet, es wird nur verschoben und dies immer massiver. Ein Blick auf die Frankfurter Skyline, ein Blick in den Fuhrpark der Vorstände, von Villen und ähnlichem ganz zu schweigen, zeigt auch klar und deutlich, wo all das Geld hin ist, welches nun Menschen durch Billigstlöhne, getarnt als Mindestlöhne, gefördert von der Bundessozialministerin, welche Frau von der Leyen (CDU) ebenfalls ist, wieder auffüllen sollen. Wobei dies natürlich auch nur eine Möglichkeit darstellt. Man kann davon ausgehen, dass die nächste Mehrwertsteuererhöhung auch nicht mehr ewig auf sich warten lassen wird und das der Staat sich immer weiter aus seiner finanziellen Verantwortung zieht, merkt man jedes Mal dann, wenn ein Politiker den Begriff der größeren Eigenverantwortung der Bürger auspackt. Das Spirale ist schon lange überdreht und genau dies verstehen auch immer mehr Menschen. Hinzukommt, dass der Personenkreis der Betroffenen immer mehr anwächst und dies wiederum heißt immer mehr Menschen die frustriert sind, ein großes Desinteresse gegenüber den so genannten Volksvertretern, die scheinbar immer mehr zu reinen Wirtschaftsvertretern mutieren, zeigen und all dies staut sich immer weiter auf und dies natürlich gerade auch bei den Jugendlichen. Was da nachwächst könnte noch zu einem richtig großen Problem werden und die Schuld daran liegt nicht bei den Individuen, wie man es in England versucht hatte zu verkaufen, sondern bei der Wirtschaft und der Politik.

Es sind ganze Jahrgänge, um nicht zu sagen, eine ganze Generation an Praktikanten geschaffen worden, die immer wieder vertröstet wurden und werden, wie auch die Leiharbeiter, alles unter der Maßgabe, alles würde irgendwann einmal gut werden. Es ist nun langsam an der Zeit diese leeren Versprechung von Seiten der Wirtschaft und natürlich auch aus dem politischen Berlin einzulösen, denn es gibt wohl kaum etwas fataleres für eine Gesellschaft, als das ihr Nachwuchs so perspektivlos ist. Während den Ausschreitungen in England sprach man von einer verlorenen Generation, es fehlen nur bis jetzt die Ansätze, wie man hier für Besserung sorgen möchte und dies bezieht sich nicht nur auf England. Die Wiedervereinigung hat nicht so funktioniert, wie sie den Betroffenen versprochen wurde. Genau dieses Szenario zeichnet sich nun mit der großen Gemeinschaftswährung, mit dem Euro und der daran gekoppelten Europäischen Union (EU) ebenfalls ab. Es gibt immer wieder eine Gemeinsamkeit vom Solidaritätszuschlag bis zu den heutigen Sparzwängen durch Rettungsschirme und zwar, dass immer wieder der gleiche Teil an Menschen in der Gesellschaft profitiert und auf der anderen Seite auch immer wieder der gleiche Personenkreis die Zeche zahlen darf. Die Armutssituation in Deutschland ist mittlerweile so massiv, dass man von den Vereinten Nationen gerügt wurde, da ist an Zynismus kaum noch zu überbieten, wie einem hier etwas vom Aufschwung für alle und ähnlichem erzählt wird. Mit jedem weiteren Schritt, den die Wirtschaft und Politik auf diesem ausgetrampelten Pfad geht, geht man der totalen Instabilität entgegen und dies könnte sich noch massiv als großer Fehler zeigen, von dem man sich dann nicht überrascht zeigen sollte. Denn das eine, wie auch immer geartete Zusammenführung zweier völlig unterschiedlicher Volkswirtschaften nicht funktioniert, wusste man spätestens seit der Wiedervereinigung. Somit ist die aktuelle, große europäische Krise wirklich keine Überraschung.


Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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