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Die Wahrheit des Wortes

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Das Beispiel BP

13. Mai 2010

Bis zu 800.000 Liter Öl fließen in den Golf von Mexiko und dies Tag für Tag. Ob diese Zahl so stimmt oder nicht irgendwann einmal, wie durch Zauberhand, massiv korrigiert werden muss, steht wohl noch in den Sternen. Fakt ist allerdings, dass BP die Kontrolle schon seit längerem verloren hat. Man ruft mittlerweile schon über verschiedene Internetplattform zur Hilfe auf und will so Ideen sammeln, um die Lecks in gut 1.500 Meter Tiefe zu schließen. Ein guter Beweis dafür, wie groß der Grad der Verzweiflung sein muss. Es ist natürlich nicht die Zeit, um in Tränen auszubrechen, was den Zustand dieses Weltkonzerns angeht, es wäre viel mehr wieder an der Zeit Tränen für die Natur zu vergießen, die hier auf das Brutalste durch Gier geschädigt wird. In diesem Artikel zeigt sich deutlich, wie skrupellos in unserer Zeit gegen die Natur aber auch gegen die Menschen vorgegangen wird und dies von der Politik und der Wirtschaft.

Blame Game-Keiner trägt die Verantwortung
In den letzten Tagen dürfte man im Kontext der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko sehen, wie die Verantwortlichen es wirklich mit ihrer Verantwortung sehen. Man erinnert sich noch gut an die Zeit kurz nachdem Beginn dieser Katastrophe, als die Ölplattform vor der amerikanischen Golfküste explodierte und sank. BP erklärt großmundig, natürlich für alle Schäden aufzukommen. Der amerikanische Präsident Barack Obama machte mehrfach deutlich, dass er auch genau dies von BP erwarten und fordern würde. Mittlerweile fließt fleißig immer mehr Öl ins Meer und Obama ist wieder weit abgetaucht und BP beginnt langsam damit die Schuld zu verschieben. Im Klartext bedeutet dies, dass BP, wie in unserer heutigen, globalisierten Welt üblich, diese Arbeiten dort draußen nicht alleine durchführte, sondern auch noch mindestens zwei weitere Firmen, so etwas wie Subunternehmen, beteiligt waren. Im Moment schieben diese drei Unternehmen sich die Schuld immer schön im Kreis gegenseitig zu. Auch eine Art Probleme zu lösen, zu mindestens aus Sicht der Verursacher.

Man muss aber auch einräumen, dass BP wirklich hilft, so haben sie einen Großteil der Fischer, die jetzt schon nicht mehr fischen können und noch ist die große Katastrophe etwas entfernt, eingestellt, um gegen das Öl zu kämpfen. Man könnte es natürlich auch so sehen, dass man die Geschädigten beschäftigt und zum Schweigen bringt, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommen. Denn reden dürfen die Fischer laut ihren neuen Verträgen nun nicht mehr. Niemand weiß im Moment, wie groß diese Katastrophe wirklich ist, denn gute Informationspolitik sucht man hier vergeblich. Scheinbar hat weder die Politik, unter dem Oberverantwortlichen Barack Obama, noch die Wirtschaft, in diesem Fall vor allem BP, die dies wohl alles zu verantworten haben, ein Interesse daran, den Bürgern, den Opfern mitzuteilen wie katastrophal die Lage wirklich ist. Ein solches Verhalten ist man von Wirtschaftskonzernen schon seit Jahren, um nicht zu sagen seit Jahrzehnten gewöhnt aber das sich dies nun auch mehr und mehr in der Politik durchsetzt, ist sehr bedenklich.

Der verlorene Krieg
Wo ist die Verantwortung der Politik? BP hat von Anfang an gesagt, dass es durchaus 90 Tage oder länger dauern könnte bis man den Ölzufluss im Griff hat, was übrigens nicht im Ansatz bedeutet, dass man dann auch gleich die Katastrophe im Griff hätte, denn deren Größe kennt man scheinbar noch gar nicht wirklich oder sie ist so unvorstellbar groß, dass man sie vor der Bevölkerung verheimlicht. Nun sollte man natürlich erwarten, dass wenn so etwas passiert und sich zeigt, dass ein Weltkonzern ganz schnell die Kontrolle verliert, dass erst einmal weitere Vorhaben in dieser Region unterbunden würden aber nein, Auswirkungen auf andere Ölförderanlagen von BP sucht man vergeblich. Dies bedeutet nur damit die Ölproduktion fleißig weiterläuft und nur kein Schaden für die amerikanische Wirtschaft entsteht, nimmt man weitere Katastrophen dieser Art billigend in Kauf. Wie der Politikstil eines Barack Obamas wirklich aussieht, wird auch hier wieder sehr deutlich. Hier gefährdet bzw. im schlimmsten Fall vernichtet ein Großkonzern ein unvorstellbar großes Ökosystem und dies scheinbar relativ unbehelligt von der amerikanischen Politik.

BP verwendet Tonnen an hochgiftigen Chemikalien um gegen das bislang ausgetretene Öl vorzugehen. Dies hat den Vorteil, dass große Teile des Öls von der Oberfläche verschwinden und somit nicht mehr sichtbar sind. Ein uraltes Prinzip scheint hier angewendet zu werden. Aus den Augen, aus dem Sinn. Mit was hier ein Großteil dieses Weltmeeres chemisch verseucht wird und welche folgen es auch mittelfristig bzw. langfristig haben wird, bleibt ein weiteres großes Geheimnis. Wundert sich die Menschheit eigentlich wirklich noch über so etwas wie Krebs? Unzählige Tonnen an Öl fließen ins offene Meer, darüber schüttet man weitere unzählbare Tonnen an höchstgiftigen Chemikalien, dass sich dies für die Menschheit rächen wird und zwar wahrscheinlich weit über die Grenzen der Region hinaus, darf man durchaus annehmen, denn der Meister der Globalisierung ist die Natur selbst. Dieser grandios Kreislauf kennt keine Grenzen und ist auch durch nichts aufzuhalten. Die Wirtschaft bekämpft sich in diesen Tagen selber. Die Wirtschaft greift im Moment ganze Staaten an. Dies sind alles schon Kriege, wo man noch abwarten muss, wer gewinnen wird. Nur das die Wirtschaft nun auch mehr und mehr gegen die Natur kämpft, ist fatal, denn diesen Kampf wird sie verlieren und damit werden wir alle verlieren.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Umwelt · Wirtschaft

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