fairschreiben

Die Wahrheit des Wortes

fairschreiben header image 2

Das Aus von Ballack – Deutschland hat endlich wieder eine Chance

21. Mai 2010

Seit fast einer Woche ist Deutschland geschockt und es geht diesmal nicht darum, dass dieses Land kurz vor dem finanziellen Ruin steht und man den Menschen verkaufen will, man schütze ihr Geld in dem man es anderen gibt. Es geht um das Aus des Kapitäns der deutschen Nationalmannschaft. Es ist die Rede von Michael Ballack, den böse Zungen auch schon oft genug als Mister Chancentod benannten. Ganz einfache Statistiken belegen nun einmal, dass er es mit der Nationalmannschaft bis jetzt noch nicht zu einem großen Titel geschafft hat. Folgt man also diesen Statistiken und im Sport folgt man Statistiken äußerst gerne, sind mit diesem Ausfall, so hart dies für manch einen klingen mag, die Chancen auf einen WM-Sieg in Südafrika am Ende des Tages eigentlich gestiegen. Wahrscheinlich wissen dies auch die Verantwortlichen und stapeln deshalb im Moment so tief, um ihre Gegner noch mehr zu verunsichern. Man sieht es wird auch so eine spannende Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika und auch eine große Fast-Food-Kette suggeriert in ihrer Werbung schon einen deutschen Titelgewinn.

Sport ist Mord
Die Trauer um Michael Ballack ist groß, denn es ist nicht der erste Ausfall der zu beklagen ist. Es gab schon einige Ausfälle aus Leverkusen, unter anderem ist damit auch ein, wenn nicht der Torhüter ausgefallen und genau hier sollte man einmal kurz pausieren, denn es fehlt noch jemand in Südafrika, der hoch im Kurs für diese Weltmeisterschaft stand, Robert Enke. So schlimm und hart die Verletzung für Michael Ballack persönlich auch sein mag, so klein ist sie doch medizinisch gesehen. Wenn es in diesen Tagen allerdings um die Torwartfrage für Südafrika geht, gibt es kaum einen Blick zurück auf den Keeper von Hannover 96, der sich im letzten Jahr auf Grund seiner Depressionen vor einen Zug warf und dabei ums Leben kam. Das sein Heimatverein noch an ihn denkt, bewiesen seine Vereinskameraden ebenso ruhig, wie auch ausdrucksstark am letzten Spieltag in Bochum aber auf Ebene der Nationalmannschaft hat man zu mindestens bei dem was in den Medien transportiert wird, dass Gefühl als sei Robert Enke schon lange vergessen. Genau dieses Verhalten wurde übrigens auch von der Führung der Nationalmannschaft kurz nach seinem Tode bemängelt, da muss man sich aktuell Fragen, warum man sich dort nicht an das Gesagte hält?

In einem knallharten Leistungssport, wie es natürlich auch der Profifußball ist, muss man entweder dazu stehen, dass nur noch Leistung, Erfolg und am Ende des Tages vor allem die Kasse stimmt oder das System ändern. Damit ist allerdings nicht gemeint, dass nun Nachrichten die Runde machen, dass man versuchen will gegen Kevin-Prince Boateng juristische vorzugehen, da es sich bei seinem Foul gegen Ballack um eine Körperverletzung handelte. Hier wird es einfach nur absurd und man versucht sich an manch Vorgang beim FC Bayern München erinnert und gerade dort sollte man akut gegen solche Ideen sein. Wenn man sich angesehen hat, wie noch vor einigen Tagen manch Bayernspieler im DFB-Pokal-Endspiel in Berlin gegen Werder Bremen zugelangt hat und somit natürlich auch Chaos ins Spiel brachte und die Gesundheit von anderen Menschen aufs Spiel gesetzt wurde, müsste man dort wohl auch eine große Anzahl an Ermittlungsverfahren einleiten. Unerheblich davon was nun am Foul gegen Michael Ballack Absicht oder nicht war, was sich letztendlich niemals klären lassen wird, bleibt es ein harter Sport, bei dem Verletzungen, auch solche wie bei Ballack, niemals ausbleiben werden.

Hat Deutschland keine anderen Sorgen?
Man darf auch eine ganz andere Seite dieses Medienhypes nicht übersehen und zwar den Fakt von Brot und Spielen. Alle Welt schaut nach Südafrika, auch Deutschland. Nun hat sich der Blick hier wohl etwas eingetrübt nachdem feststeht, dass Michael Ballack auch diesmal keinen Weltmeistertitel holen wird, was allerdings diesmal, wie bereits erwähnt, nicht bedeutet, dass auch die Nationalmannschaft ohne Titel nach Hause fahren muss. So wichtig Fußball ist, sollte man nur bei allem daran denken, dass es in Deutschland in diesen Tagen noch wesentlich größere Probleme gibt. Das Tief in Deutschland gab es auch vor vier Jahren schon, damals hatte man versucht es mit einem Sommermärchen, welches es aus deutscher Sicht nicht wirklich wurde, in ein Hoch zu wandeln. Ähnlich sah es bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren in Österreich und der Schweiz aus. Deshalb sollte für Südafrika gelten, dass wir alle unserer Mannschaft die Daumen drücken und mit ihr fiebern, feiern und schlimmsten Falls auch trauern aber nicht die massive Schieflage Deutschlands aus dem Auge verlieren, denn dies wäre fatal. Etwa so fatal, wie einen möglichen WM-Sieg einem Michael Ballack anstatt einem Robert Enke zu widmen, denn die Mannschaft sollte für Enke spielen und für niemanden sonst.

Noch einmal zu Michael Ballack oder viel mehr zu den Diskussion darüber, wer ihn nun ersetzen soll und ob dies überhaupt möglich ist. Auch hier zeigt sich wieder der Rhythmus den man nachdem Tode von Robert Enke so verflucht hatte. Aus Schweini alias Bastian Schweinsteiger wird ganz schnell Herr Schweinsteiger, um ihm Seriosität zu verleihen. Erstaunlich nur, dass für diesen Wandel erst ein Michael Ballack ausfallen musste und es damit mit der Person Schweinsteiger selbst scheinbar gar nichts mehr zu tun hat. Es ist auch schon die bange Frage, welche Folgen das Aus von Michael Ballack für die Sponsoren haben wird. Man überlege sich, auch hier dürfte es Gewinner geben. Die aktuellen Voraussage, dass die Chancen für Deutschland schwinden, dürfte die Deutsche Bahn erfreuen, denn hier macht man Preisnachlässe bzw. die kostenlose Verlängerung der BahnCard vom weiterkommen der deutschen Elf in Südafrika abhängig. Bilanztechnisch dürfte man sich dort also im Moment tendenziell eher freuen. Am Verlust einer Werbeikone für ein damit werbendes Unternehmen, wird sehr schön deutlich, wo der Fußball im Jahr 2010 steht und es wird höchste Zeit, dass ihn jemand aus dieser Abseitsposition holt, denn wirkliche Siege sind von dort nicht zu holen.

Freude teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • Fark
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Twitter


Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Medien · Sport

Bis jetzt 3 Kommentare ↓

  • 1 Der BALLacker » Italien 2010 // 23. Jun 2010 at 15:14

    [...] Deutschland gerade erst vor eineigen Wochen in der spanischen Hauptstadt Madrid erfahren, als der FC Bayern München gegen die Stars von Inter Mailand im UCL-Finale verlor. Nicht nur dies ist ein Beleg dafür, [...]

  • 2 Der BALLacker » Spanien 2010 // 1. Jul 2010 at 14:27

    [...] und dürften in diesem Jahr in der Hauptstadt Madrid auch das UCL-Finale austragen in dem der FC Bayern München den Stars von Inter Mailand unterlag. Bei der WM 2010 in Südafrika spielen sie in der Vorrunde [...]

  • 3 Der BALLacker » Die Spannung steigt // 5. Aug 2010 at 09:03

    [...] wieder ausreichend Gesprächsstoff geben wird, so zum Beispiel, wie sich die Rückkehr von Michael Ballack zu dem Verein der ihm seine Karriere wohl erst möglich machte, auszahlen wird. Bringt er Bayer [...]

Schreib was dazu