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Die Wahrheit des Wortes

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Christliche Logik

17. August 2012

In diesen Tagen, wo der Nahe bzw. Mittlere Osten kurz davor steht komplett in Flammen aufzugehen, ist natürlich auch der Islam immer wieder ein großes Thema. Hierbei schwingt doch in manchen Berichten immer wieder ein gewisser Unterton mit, der suggeriert, dass es sich um eine schlechte Religion handelt, die den verschiedenen Strömungen die Möglichkeit bietet, viel Grausames hineinzuinterpretieren. Diesen Unterton kann man sich dabei eigentlich, vor allem aus Sicht der westlichen, christlich geprägten Welt, kaum erlauben, denn ein Blick in Richtung Vatikan, ein Blick auf Papst Benedikt XVI., müsste dann zu einer ähnlichen Fragestellung im Kontext des Christentums führen. Wenn man von Verbrechen im großen Stil und Religion spricht, ist nämlich auch diese Religionsgemeinschaft ganz weit vorne mit am Start. Auch beim aktuellen Skandal, der Vatileaks-Affäre, um die undichten Stellen im Vatikan, die nicht nur dem Papst große Probleme bereiten, ergeben sich im Moment wieder Sachverhalte, die zu unglaublichen Verdachtsmomenten führen. Gerade erst wurde unter anderem die Anklageschrift veröffentlicht, bevor im Herbst der Prozess beginnen soll.

Erinnerungen an den NSU
Der Vorwurf gegen den Hauptbeschuldigten, den ehemaligen Kammerdiener von Papst Benedikt XVI., Paolo Gabriele, geht mittlerweile über den eigentlichen Skandal weit hinaus und er soll nun auch noch einen Scheck des Papstes in Höhe von 100.000 Euro gestohlen haben. Ein ganz neuer Aspekt, der wohl auch noch einmal ein ganz anderes Strafmaß zulässt und den mutmaßlichen Täter auch noch moralisch in ein ganz schlechtes Licht rückt. Es irritiert schon, dass es hier um ein Puzzleteil geht, welches so gar nicht hineinpasst, da können schon einmal Erinnerung an den Fall des Nationalsozialistischen Untergrunds aufkommen, wo auch immer wieder Merkwürdigkeiten vieles bestimmten und dies immer in eine scheinbar vorgegebene Richtung deutete. Dass überhaupt der Verdacht aufkommen kann, dass an diesem Verfahren mit merkwürdigen Schachzügen gearbeitet werden könnte, wirft kein gutes Licht auf den Vatikan und den Papst und damit am Ende des Tages auch wieder nicht auf das Christentum, welches letztendlich natürlich dahintersteht. Man sieht auch in Rom kommt man einfach nicht zur Ruhe und man muss schon einräumen, dass man die Schuld daran, dort ganz alleine trägt, denn so gut wie alle Problem sind einfach hausgemacht.

Eine Frage der Interpretation
Ganz im Gegensatz zum Islam, wo viele Menschen gerne mit pauschalisierten Vorverurteilungen gegen eine ganz Religion am Start sind, sieht man es beim Christentum wesentlich differenziert und spricht auch gerne schon einmal von Interpretationsspielräumen, eine durchaus als spannend zu bezeichnende christliche Logik der man hier folgt. Fakt ist, dass der Vatikan, der Kirchenapparat auf  dem Christentum basiert und dann muss man schon auch die Frage zulassen, was dies für eine Religion ist, die solche Interpretationen in der Breite, wie man sie dort vorfindet, überhaupt zulässt. Auch wenn das genaue Datum des Beginns des Verfahrens gegen den ehemaligen Kammerdiener des Papstes noch nicht feststeht, scheint schon festzustehen, dass es ein kurzer Prozess werden soll und man darf gespannt sein, wie es dann mit der Einhaltung rechtsstaatlicher Normen aussehen wird oder ob sich an dieser Stelle wieder weitere Skandale ergeben, was auch niemanden überraschen würde und vermutlicherweise auch den Oberhirten nicht aus der Ruhe bringen wird. Natürlich sei auch an dieser Stelle erwähnt, dass es auch genau diese Fakten sind, die immer mehr Menschen von den Kirchen wegtreiben und dies, wie man hier erkennt, auch aus gutem Grund. Außerdem wird natürlich auch deutlich, dass es einen heißen Herbst im Vatikan geben wird.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Kultur

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