China: Subvention ist nicht gleich Subvention
6. Oktober 2011
Desto mehr die chinesische Wirtschaft in Schwung kommt, desto mehr tut sich in diesem Kontext natürlich auch in Deutschland. Man scheint auch hier mittelfristig dem Weg der Chinesen folgen zu wollen, der auch besagt, dass Demokratie keine Menschen ernährt. Man macht aber auch Stimmung gegen China, wo es nur geht. Ein sehr gutes Beispiel ist da die Solartechnik. In Deutschland wurde diese Technik massiv subventioniert, in einem großen Teil, weiß man nun, dass viele dieser Gelder einfach nur verbrannt wurden, denn bis zum heutigen Tag ist Solarenergie ohne Subventionen nicht im erwarteten Maß tragbar. Die Vormachtstellung, die man sich hier mit riesigen Summe an Subventionen erkauft hatte, ist schon lange verloren und zwar eben an die Chinesen. Hier wird genau dieses Geschäftsfeld noch massiver subventioniert, wie in Deutschland, was bedeutet, auch hier ist man von den Chinesen entspannt abgehängt worden. Diese Subventionspolitik wird nun von Deutschland kritisiert, was auch wieder sehr interessant ist. Denn Subvention scheint nicht gleich Subvention zu sein, anders ist es nicht zu erklären, dass es in Ordnung sein soll, dass Deutschland sich mit riesigen Summen an Subventionen in einem gewissen Geschäftsfeld die weltweite Marktführerschaft erkauft und kommt ein anderes Land daher und legt noch ordentlich Subventionen drauf, soll dieses Überholmanöver nicht fair sein?
Was feiert man hier eigentlich?
Auch in diesen Tagen feiert manch einer in Deutschland gerne den Aufschwung für alle, den nur irgendwie nicht alle spüren und man fragt sich natürlich, was man hier eigentlich feiert? Gerade erst zum Wochenstart stand in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn auch eine Feierlichkeit an mit der man den Tag feierte, der zur Einheit dieses Motors von Europa führte. Dies sind alles spannende Fakten, denn natürlich war das große Fest aus Sicht der Menschlichkeit in jedem Fall gerechtfertigt, nur wirtschaftlich gesehen, gibt es nicht ganz so viel zu feiern. Blühende Landschaften wurden damals versprochen, anstatt dessen wurden auch hier unvorstellbare Summen verschoben von denen, wie immer an diesen Stellen, ein gewisser Personenkreis profitierte und die, denen man soviel versprach, schauten auch einmal mehr in die Röhre. Zu einem großen Teil leert sich der Osten noch immer und dies vor allem auch auf Grund der Arbeitsmarktsituation. Auch hier spielen Subventionen natürlich bis zum heutigen Tage eine große Rolle. Mit Subventionen ist fast jedes, noch so unrentable Geschäftsmodell machbar, zu mindestens für eine gewisse Zeitdauer. Sieht man sich nun an, dass weltweit ein richtiger Subventionstourismus entstanden ist, wird ein weiterer massiver Fehler dieses globalisierten, raubtierkapitalistischen Wirtschaftssystems sehr deutlich. Von all diesen Subventionen profitieren übrigens vor allem die Firmenbosse der Big Player und natürlich die Finanzwelt. So verschiebt man mit dem einen oder anderen Zwischenschritt ganz einfach Steuergelder in die immer gleichen Taschen.
Unzählige Produktionsstätten im Bereich der Solartechnik konnten so, übrigens vielfach auch in Mitteldeutschland, entstehen und man feierte auch da die großen Siege deutscher Wirtschaftsstrategien, dass nun Pleiten und Arbeitsplatzabbau auf dem Plan stehen, wird eher nur am Rande erwähnt. Denn Deutschland ist aus verschiedenen Gründen, Ländern wie zum Beispiel China gegenüber, schon lange nicht mehr konkurrenzfähig und hierfür gibt es verschiedene Gründe. Da wäre zum Beispiel das Lohnniveau, welches man in Deutschland natürlich durch verschiedene Maßnahmen, wie zum Beispiel Teilzeitarbeitslösungen, Leiharbeit oder auch immer mehr Praktikantenstellen, versucht zu mindestens in diese Richtung zu bewegen. In China gilt, wie zum Beginn des Artikels schon erwähnt, dass Demokratie keine Menschen ernährt, auch diesen Ansatz scheint man in Deutschland mehr und mehr zu erkennen und darauf auf seine ganz eigene Art zu reagieren. Denn hier bekommt man mehr und mehr das Gefühl, dass Demokratie im eigentlichen, ursprünglichen Sinne mehr und mehr einer Scheindemokratie weichen soll, die am Ende des Tages nichts anderes, als die Diktatur des Kapitals darstellt. Nicht umsonst haben immer mehr Menschen das Gefühl, dass im politischen Berlin schon längst die Wirtschaftsbosse das Sagen haben. Dies alles bedeutet man scheint nicht im Ansatz darüber nachzudenken, wie man ein wirklich funktionierendes Wirtschaftssystem installiert, sondern nähert sich lieber chinesischen Verhältnissen an. Was es da zu feiern gibt, wenn man nicht dem kleinen Kreis der ewigen Profiteure angehört, mag verstehen wer will.
Wer sind die wahren Sieger?
Schaut man sich noch einmal die Kritik am chinesischen Weg an, wirkt es ein wenig, wie ein kleines, beleidigtes Kind. Denn auch hier ist es nicht so, also hätten nicht gewisse Leute von diesem temporären Sieg profitiert. Es ist nur so, dass auf diesem Wege nichts, aber auch rein gar nichts, nachhaltig ist. Es scheint auch so, dass auch dieser Teil des globalisierten Raubtierkapitalismus gar nicht darauf ausgerichtet sei. Man gaukelt den Menschen zum Beispiel in Mitteldeutschland vor, dass hier nachhaltige Arbeitsplätze geschaffen würden, die den Familien dort Zukunft schenkt. Im gleichen Moment verdient ein gewisser Kreis zum Beispiel im Bereich der Finanzmärkte durch Börsengänge, steigende Kurse, fällig werdenden Bonifikationen durch all diese Erfolge und dann stellt man ganz überraschend fest, dass solche Geschäftsmodelle gar nicht tragbar sind. Man entlässt die Menschen einfach wieder, zerstört so nur allzu oft die Zukunft ganzer Familien und ähnliches. Die Bonifikationen, die Gehälter für die Big Player im Hintergrund und ähnliches, bleiben übrigens von diesen immer wiederkehrenden Misserfolgen unberührt. Man fragt sich auch, wo hier der Aufschrei in den etablierten Massenmedien bleibt, die am Anfang dieser Subventionsgeschäfte übrigens meist mitfeiern und im Moment, den chinesischen Weg der Subventionen im Bereich der Solartechnik dann aber auch massivst kritisieren, was schon nicht wirklich schlüssig ist. Dies zeigt dann wieder einmal sehr schön, wie verwoben auch sie in diesem gesamten, für die breite Masse gescheiterten Systems sind.
Nun könnte man annehmen, dass gerade im Bereich Solartechnik, ein gewisses Grundverständnis für die Gesamtsituation auch im Kontext zu China vorhanden sei. Dem ist aber nicht so, denn man wiederholt den gesamten Prozess nun einmal wieder und zwar nicht mehr im Bereich der Produktion, sondern im Bereich der Forschung und wird sich auch hier in einigen Jahren wieder völlig überrascht zeigen, dass man gescheitert ist. Genau dies belegt natürlich, dass es hier unter keinen Umständen um Zufälle oder ähnliches geht, sondern um ein gut durchdachtes Gesamtsystem. Dies zeigt sich auch noch in ganz anderen Bereichen, wie zum Beispiel den aktuellen Problemen im Kontext der Währungsunion, wo man den Menschen ebenfalls vorgaukelt, man sei völlig überrascht von einer Situation, wie zum Beispiel der in Griechenland. Dies führt dann natürlich in der Folge dazu, dass niemand verantwortlich ist. Es ist immer wieder die Rede von den großen Europäern, von denen man einen eben auch im Bereich der Blühenden Landschaften genau kennt, diese Menschen haben erlebt, wo es hinführt wenn völlig unterschiedliche Wirtschaftssysteme auf einmal zusammengeführt werden. Letztendlich erlebt man mit dem Untergang des Euros, die gleiche Grundproblematik, wie sie mit der Wiedervereinigung Deutschlands auch besteht. Auch dies zeigt deutlich, wie vorsätzlich hier gehandelt wird und ehe man dem angesprochenen Personenkreis riesiges Unvermögen auf politischer und wirtschaftlicher Ebene unterstellt, sollte man eher akzeptieren, hier ein ganz großes Schauspiel aus Wirtschaft, Medien und Politik zu sehen, welches einfach nur die Massen ausbeutet, wo mit man wieder beim chinesischen Weg wäre.
Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik · Technik · Wirtschaft































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