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Die Wahrheit des Wortes

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Chaostage auch in Deutschland

17. April 2018

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Manche systemtreuen Medien, die auch dafür bekannt sind, dass sie gerne Angst und Schrecken verbreiten, taten dies jüngst gleich in recht ultimativer Form und so wurde über die Möglichkeit eines Dritten Weltkriegs philosophiert. Bevor dies allerdings geschieht, dürfte es noch ganz andere Probleme geben, welchen man sich eventuell eher widmen sollte. Die Welt versinkt im Chaos, dies ist keine neue Erkenntnis, allerdings muss man festhalten, dass Deutschland seinen Beitrag dazu leistet. Dies soll wohl auch weiterhin so bleiben, wie unschwer daran zu erkennen ist, dass die Dauermachtclique, obwohl sie gerade erst abgewählt wurde, munter so weitermacht, als hätte es im letzten Herbst gar keine Bundestagswahl gegeben. Dies zeigte dann auch noch einmal die ganze Lächerlichkeit des Treffens auf Schloss Meseberg, wo man angeblich die Arbeitsfähigkeit erst einmal initiieren musste. Wenn das ehemalige Land der Dichter und Denker nicht endgültig auf dem Abstellgleis enden soll, muss es endlich zu den längst überfälligen Veränderungen kommen. Die dazugehörigen Ankündigungen, die man so schon seit Jahrzehnten von den Dauermachthabern in regelmäßigen Abständen präsentiert bekommt, sind in diesem Kontext natürlich völlig bedeutungslos, zählen doch nur noch Taten und genau diese sind auch weiterhin nicht erkennbar.

Das Märchen von den Einzelfällen
Auch in der letzten Woche gab es wieder eine schwere, tödliche Messerattacke und wieder handelte es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen Asylbewerber. Ein bekanntes Muster, welches leider noch immer in den Augen des Großteils der systemtreuen Propaganda, nur eine Verkettung unglücklicher Einzelfälle sein soll. Natürlich muss man es dort so darstellen, denn anders würde direkt klar, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch gelogen hatte, als sie behauptete, dass die von ihr ausgelöste Flüchtlingswelle für die Menschen in Deutschland nichts verändern würde. Mittlerweile ist es schon so weit, dass selbst das Staatsfernsehen No-Go-Areas in Deutschland einräumt, was noch vor kurzer Zeit undenkbar war. Natürlich ist und bleibt das Flüchtlingschaos nur ein Teil des großen Ganzen, was die Chaostage auch in Deutschland ausmacht. Es wäre auch viel zu einfach, alles nur den Flüchtlingen anzuhängen, schließlich gibt es auch noch Probleme, wie die Agenda 2010, welche mit der Flüchtlingsproblematik rein gar nichts zu tun haben. Aber auch hier kommt man ganz schnell zu Thema Einzelfälle, denn dazu sollen auch die Massen an Menschen zählen, die täglich Opfer von Schikane und Willkür bei den Jobcentern und anderen Erfüllungsgehilfen der Politik werden. Auch hier wäre es die Aufgabe unabhängiger Medien, offenzulegen, dass System dahintersteckt, schließlich gibt es noch immer Millionen Menschen, die nicht bereit sind, sich den menschenverachtenden Spielregeln eines Billiglohnlandes zu unterwerfen. Damit ist man dann auch gleich im Bereich der Wirtschaft angelangt.

Und täglich grüßt die Neuausrichtung
Gerade erst konnte man von der Deutschen Bank bis zu VW erleben, wie sich die Big Player der deutschen Wirtschaft wieder einmal neu ausrichteten. Man könnte dies glatt noch für etwas Positives halten, wenn man nicht längst wüsste, dass so nur der unaufhaltsame Kollaps vertuscht werden sollte. Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden Cryan und Müller gefeiert und schon ist all dies verpufft. Ganz und gar nicht verpufft, sondern einfach nur wieder verschoben, sind unzählige Milliarden in dieser Zeit. Hier erkennt man schön, wo der Sinn dieses ganzen ablehnungswürdigen Wirtschaftssystems liegt. An dieser Stelle schließt sich dann übrigens auch der Kreis zum Billiglohnland. Dank einer politisch forcierten Umwandlung hinzu immer mehr oligopolartigen Strukturen, hat sich auch die Anarchie immer mehr in der Wirtschaft ausgebreitet. So verweist der kleine Kreis der verbliebenen Big Player zu gerne auf die eigene Systemrelevanz, wenn es wieder richtig eng wird. Hier kommt dann ein weiteres Märchen ins Spiel und zwar die Gefahr für die Arbeitsplätze. Sollte die Politik ausnahmsweise einmal über irgendwas nachdenken, was auch nur im Ansatz positiv für die Mehrheit im Land wäre, wird gleich die Keule der Arbeitsplatzvernichtung geschwungen. Gibt die Politik dann wieder klein bei, dauert es meist nicht lange und die nächste Kündigungswelle rollt übers Land. Man sieht, bevor alle durch den weltvernichtenden Dritten Weltkrieg ableben, gibt es unendlich viele andere Faktoren, um die man sich endlich kümmern sollte.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 3 Kommentare ↓

  • 1 Detlev Kügler // 17. Apr 2018 at 08:40

    Hallo fairschreiben,
    auf der Agenda 2010 herumzureiten halte ich für arg rückwärtsgewand. Es ist eine Konzeptbezeichnung. Könnte man lieber eine Agenda 2021 erwähnen, dann müßte man aber zu weit in die Sterne gucken. Und selbst die Gegenwart kostet ja schon zu viel. Wie soll man also gesellschaftliche und staatliche Entwicklung dann nennen…? GroKo ? Garantiert nicht. “Restaurative Stagnationszeit”. Ich glaube ja, man läßt der Wirtschaft schon unbewußt genug Zeit, hält den Rücken frei für einen “Top-Turning-Point” nach dem anderen. Solange die Wirtschaft so doll brummt, gibt es einfach keine zwingende Notwendigkeit für Strukturwandel, so auch gesellschaftlich/Lohntechnisch, gesehen.
    Hoffentlich nehmen sich dann die nächsten Krisen nicht einfach das “Futter oder das Wasser”. Aber die Altlasten muß dann eben wieder die nächste Legislatur abarbeiten. Und eben das gemeine,bürgerliche Volk im 2-Klassen-System.

  • 2 FAIRschreiben.de // 17. Apr 2018 at 12:13

    Lieber Detlev, danke wieder einmal für einen sehr guten Beitrag.

  • 3 Tag Heute // 18. Apr 2018 at 08:29

    „Als Nächstes wird der Staatsmann billige Lügen erfinden, die die Schuld der angegriffenen Nation zuschieben, und jeder Mensch wird glücklich sein über diese Täuschungen, die das Gewissen beruhigen. Er wird sie eingehend studieren und sich weigern, Argumente der anderen Seite zu prüfen. So wird er sich Schritt für Schritt selbst davon überzeugen, dass der Krieg gerecht ist und Gott dafür danken, dass er nach diesem Prozess grotesker Selbsttäuschung besser schlafen kann.“

    - Mark Twain, „Der geheimnisvolle Fremde“‚ 1908

    „Die Welt versinkt im Chaos, dies ist keine neue Erkenntnis, allerdings muss man festhalten, dass Deutschland seinen Beitrag dazu leistet.“

    „Der Faschismus ist als Geschichte bewahrt, als flackernde Filme im Stechschritt marschierender Schwarzhemden, ihre Verbrechen schrecklich und klar. Doch in denselben liberalen Gesellschaften, deren Krieg fabrizierende Oberschichten uns dazu drängen, nie zu vergessen, wird das Bewusstsein für die ständig schneller wachsende Bedrohung durch eine zeitgemäße Art des Faschismus unterdrückt – weil es ihr Faschismus ist.“

    - John Pilger, journalistischer Aufklärer von Washingtons Kriegsverbrechen u. a. in Vietnam, „Warum der Aufstieg des Faschismus wieder das Problem ist“, 2015

    Wie bisher in jeder sich zunehmend verschärfenden Existenzkrise der Denk- und Wirtschaftsweise des Kapitalismus, ist ein Verhalten zu beobachten, dass an eine scheinheilig in gute Worte gekleidet hervorragend getarnte Bande Streit suchender Schulhofschläger erinnert, die schon im Kindergartenalter alles zerstörten, woran sie gehindert wurden darüber zu bestimmen.

    „Der Krieg ist ein besseres Geschäft als der Friede. Ich habe noch niemanden gekannt, der sich zur Stillung seiner Geldgier auf Erhaltung und Förderung des Friedens geworfen hätte. Die beutegierige Canaille hat von eh und je auf Krieg spekuliert.“

    - Carl von Ossietzky Schriftsteller und Chefredakteur der Zeitschrift „Die Weltbühne“, Friedensnobelpreis 1935, geb. 1889, 1938, ermordet im KZ Esterwege

    Bisher konnte die endgültige Katastrophe des Kapitalismus immer wieder hinausgeschoben werden durch die Katastrophe des Krieges[1], der jedoch heute endgültig wäre für die ganze Welt, die deshalb keinen Krieg will. Das ist jetzt das Problem der von linksradikal bis konservativ getarnt rechten Querfront penetrant moralisierend imperialistischer Kriegshetzer, denen die schamlose Verlogenheit, ihre eigenen Verbrechen gegen den Frieden anderen in die Schuhe zu schieben, zur Gewohnheit geworden zu sein scheint.

    „Der Kapitalismus in der Krise wird aufrechterhalten mit den despotischen Mitteln des Faschismus. Deshalb soll vom Faschismus schweigen, wer nicht auch vom Kapitalismus reden will.“

    - Prof. Max Horkheimer, verfolgt durch Großkapitals Hitler-Faschismus

    „Der Krieg kann mit keinen Friedensgesprächen in Genf beendet werden, nur durch eine Wirtschaftsweise, in der Krieg kein Geschäft ist.“

    - US- Major-General Smedley D. Butler, War Is A Racket, 1935

    [1] „Der Krieg ist die großzügigste und wirkungsvollste ‘Reinigungskrise zur Beseitigung der Überinvestition’, die es gibt. Er eröffnet gewaltige Möglichkeiten neuer zusätzlicher Kapitalinvestitionen und sorgt für gründlichen Verbrauch und Verschleiß der angesammelten Vorräte an Waren und Kapitalien, wesentlich rascher und durchgreifender, als es in den gewöhnlichen Depressionsperioden auch bei stärkster künstlicher Nachhilfe möglich ist. So ist … der Krieg das beste Mittel, um die endgültige Katastrophe des ganzen kapitalistischen Wirtschaftssystems immer wieder hinauszuschieben.“

    - Ernst Winkler, 1952, zitiert von Ernst Wolff in seinem Artikel: Crash oder Krieg? Die unheimliche Bedrohung, 2015

    „Hitler fand alles fertig vor.“

    - Karl Retzlaw, antifaschistischer Widerstandskämpfer

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