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Die Wahrheit des Wortes

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Chaos in Kairo

4. Februar 2011

Was passiert gerade in Ägypten, in Jordanien, im Jemen? Was tut sich in weiten Teilen der islamischen Welt und vor allem wer vertritt hier welche Interessen? Es begann alles vor einigen Wochen mit den Unruhen in Tunesien und auffälligen Berichten, die scheinbar vor allem dem Zwecke dienten, diese Bewegung über die Grenzen Tunesiens hinweg zu tragen, was, wie man mittlerweile weiß, auch bestens gelang. Die Berichterstattung, die Medien und hier im speziellen die etablierten Massenmedien spielen auch bei diesen Konflikten wieder eine ganz erhebliche Rolle, die nicht zu unterschätzen ist. Schon seit langem werden Interessen auch massiv von den Medien beeinflusst und gesteuert, was nichts mit großer Unabhängigkeit zu tun hat. Fast 30 Jahren lang hatte man zum Beispiel kaum Probleme mit dem System Hosni Mubarak und nun ist alles was mit ihm zu tun hat schlecht und alles was gegen ihn ist, ist gut. Hier wird ein System ganz gezielt demontiert und dies gilt letztendlich nicht nur für Ägypten, sondern für eine ganze Region und man muss sich fragen, wer von alldem, in welcher Form am meisten profitiert und ob es wirklich um die Freiheit der Menschen geht.

Die Beispiele Irak und Afghanistan
Eine große Rolle bei solchen regimeverändernden Bewegungen spielen oft genug die USA und man darf davon ausgehen, dass sie auch diesmal wieder involviert sind. Die USA, die Nation die Frieden, Freiheit und Glückseligkeit um die Welt trägt. Aber ist dem wirklich so? Man brachte oder versucht es noch immer, Freiheit in den Irak und nach Afghanistan zu bringen, hier gilt es natürlich zu berücksichtigen, dass man in beiden Fällen die Systeme, die man nun kriegerisch bekämpft hat bzw. noch immer bekämpft, jahrelang selber aufgebaut und stark gemacht hat. Somit darf man auch die Bewegung in der angesprochenen Region jetzt nicht zu kurzfristig betrachten, sondern muss genau sehen, wo sich hier alles in den nächsten Jahren und Jahrzehnten hin entwickelt. Die USA haben ein wirklich großes Problem und dieses heißt weder Tunesien, noch heißt es Ägypten. Die größten Sorgen hat man im Kontext zu China, denn hier lauert die wirklich Gefahr, wenn man von der Aufteilung der Macht auf dieser Welt spricht. Hatte man mit dem Ende des Kalten Krieges scheinbar den Osten besiegt und war dabei die alleinige Vormachtstellung auf dieser Welt zu übernehmen, stellt China nun immer mehr Ansprüche und auch hier spricht man schon von einem neuen Kalten Krieg.

In einer solchen Situation, in der die USA total in die Enge getrieben werden, macht es einen Sinn, seine Interessen in der Welt weiter auszubauen und zu verbreiten. Nun kann man natürlich nicht einfach so in Tunesien oder Ägypten einmarschieren, um hier die eigenen Interessen zu etablieren aber man kann interne Prozesse durchaus forcieren, um so zu versuchen am Ende des Tages das gleiche Ergebnis zu haben. Das sich die Menschen in den betroffenen Ländern mehr Freiheit wünschen, ist mehr als nachvollziehbar. Man fragt sich nur, was sie später für ihr Blut wirklich bekommen. Genau hier trifft man abermals auf den Punkt der Medien und deren Freiheit. Schaut man sich die aktuelle Berichterstattung über Ägypten an, ist sie ganz klar gegen Mubarak gerichtet, was natürlich bedeutet, dass eine klare Position bezogen wird und man somit seine Unabhängigkeit verliert, was in der Natur der Sache liegt. Unabhängigkeit ist aber das, was sich die Menschen wünschen, auch dies sollte man nicht vergessen. Die Systeme, die hier wohl etabliert werden sollen, sind aber nicht im Ansatz so frei und unabhängig, wie man denken mag. Anders bedeutet auch hier nicht zwingend besser, auch wenn dies viele Menschen glauben, weil es ihnen über die mehrfach angesprochenen Medien so verkauft wird.

Der Krieg im Internet
Nachrichten entscheiden sich immer mehr durch Bilder und deren Interpretationen und hier hat sich natürlich, wie auch in vielen anderen Lebensbereichen, einiges durch das Internet verändert und auch hier gilt, dass Veränderung nicht immer etwas gutes bedeuten muss. Auch bei dem Konflikt in Ägypten stößt man wieder auf das Problem, dass vieles was im Netz kursiert nicht prüfbar ist und die Authentizität fehlt. Obwohl dem so ist, werden genau diese Bilder aber gerne auch von den etablierten Massenmedien genutzt, um ihre Wahrheiten zu untermauern. Genau diese Wahrheiten sind aber vielfach, und hier sprechen wir von einem ganz allgemeinen Problem der heutigen Medienwelt, davon gesteuert, dass Politik und Wirtschaft der westlichen Welt in einem nicht unerheblichen Maß Einfluss auf Nachrichten nehmen. An dieser Stelle sei immer wieder der so wichtige Bereich der Finanzierung der Medien durch die Wirtschaft, besser bekannt als Werbung, erwähnt. Wie groß der politische Einfluss auf die Medien ist, sollte die Welt spätestens seit der Machtübernahme von Barack Obama wissen. Dies alles bedeutet, man muss in der heutigen Zeit noch vorsichtiger sein, wenn es um die Darstellung solcher Geschehnisse, wie die der aktuellen in Ägypten, geht. Entlarven kann man all dies übrigens auch ganz einfach am Beispiel des Systems Mubarak, welches bis vor einigen Tagen so gut wie nie in der Tiefe kritisiert wurde.

Denn so viel die Medien einem nun auch auf diesem Gebiet verkaufen wollen, so offen bleibt die Frage, wo all die Kritik, die jetzt plötzlich da ist, all die Jahrzehnte zuvor war? Warum sagt man in den etablierten Massenmedien nicht ganz deutlich, dass die heutigen Prozesse in der islamischen Welt, vor allem der Vormachtstellung der USA helfen werden. Entweder werden hier im Rahmen der aktuellen Bewegungen so oder so direkt Regierungen installiert, die dem Westen und allen voran den USA bei der Durchsetzung ihrer globalisierten, raubtierkapitalistischen Prinzipien helfen oder die Situation eskaliert so massiv, dass man Gründe genug hat dort den Frieden zu bringen und zwar durch Kriege, wie im Irak oder auch in Afghanistan. Für solche absurden Machtspielchen, die unzählige Menschenleben kosten, bekommt man dann am Ende des Tages sogar auch noch den Friedensnobelpreis, auch das hat das Beispiel Barack Obama gezeigt. Man sieht an den hier geschilderten Beispielen sehr schön, dass man dies alles nicht als regionalen Konflikt betrachten sollte, sondern es in der Gesamtheit betrachten muss, um zu erkennen, um was es hier wirklich geht. Man muss natürlich dabei genau beachten, wer tatsächlich auf welcher Seite steht und da ist vieles nicht mehr so klar, wie es in vergangenen Konflikten oder Kriegen der Fall war. Leider zeigt es auch in einem erschreckenden Maß, wie sich die etablierten Massenmedien immer mehr ihrer eigentlichen Aufgabe entziehen, was letztendlich auch nicht gut für die Freiheit und die demokratischen Strukturen auf dieser Welt ist.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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