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Die Wahrheit des Wortes

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Carpe diem Deutschland

12. Januar 2010

Auf das Christkind dürfte zu Jahrebeginn keiner mehr warten aber scheinbar wartet die Politik auf die nächsten Wahlen und da nachdem Superwahljahr 2009 in diesem Jahr gerade einmal eine entscheidende Wahl ansteht und zwar die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai, muss man noch etwas länger warten. Aber wird sich dann etwas bewegen? Wohl eher nicht, denn nachdem Mai kommt schon bald die Sommerpause und dann ist es auch nicht mehr weit bis man tatsächlich wieder auf das Christkind warten kann. In der Zeit werden wahrscheinlich wieder unzählige Arbeitsplätze verloren gegangen sein und somit viele Familien ruiniert sein aber dies scheint in der Masse auch niemanden zu stören, denn großartige Proteste sind auch diesmal nicht zu erwarten. Wer dachte Altkanzler Helmut Kohl (CDU) wäre ein Meister des Aussitzens gewesen, sollte sich einmal mehr mit der Politik seiner Ziehtochter Angela Merkel (CDU) auseinandersetzen, die dieses Verhalten gerade perfektioniert.

Man sollte nicht glauben, dass sich nichts bewegt
Verfolgt man zu Jahresbeginn die Medien, könnte man glauben nichts bewegt sich in diesem Land, genau dies ist allerdings ein massiver Trugschluss. Die Strippenzieher im Hintergrund sind aktiver denn je, nur in der ersten Reihe tut man so, als wäre nichts. Angela Merkel (CDU) scheint schon seit Wochen politisch verschollen zu sein, der selbsternannte Oppositionsführer Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat sich dem scheinbar direkt angeschlossen und so ist die Oberfläche ganz ruhig, während es in der Tiefe nur so brodelt. Nicht nur, dass es auffällig ruhig um Opel und General Motors (GM) geworden ist und man am Beispiel Saab sehen kann, dass das Verhalten von GM sehr wohl kein Zufall ist, sondern scheinbar kalkuliertes Vorgehen, gibt es noch weitere und auch weitaus größere Probleme in Deutschland. So scheint kaum einem aufzufallen, wie scheinbar durch Zufall in den Medien versucht wird Zwangsarbeit für Hartz-IV-Empfänger salonfähig zu machen. Wie man in Deutschland Arbeitsplätze schaffen will bzw. nachhaltig erhalten will, steht allerdings scheinbar nicht auf der Agenda.

Nachdem nun die Big-Player in Deutschland ihrer Kassen auf Kosten des Steuerzahlers wieder aufgefüllt haben, nachdem vermeintliche Experten und Eliten aus der Wirtschaft diese vorher scheinbar mit Kalkül geplündert haben oder nicht in der Lage waren einen verantwortungsvollen Job zu machen, verkünden sie nun großspurig, dass für die Arbeitnehmer auf längere Sicht kein Geld mehr da ist. Spätestens hier würde man sich von den obersten Volksvertretern eine Intervention wünschen aber auf die wartet man vergebenst. Im Notfall wird wie immer alles auf die nächste Wahl geschoben und schon wieder wird es in Nordrhein-Westfalen eine Schicksalswahl geben, denn die so genannte Tigerentenkoalition aus CDU, CSU und FDP braucht einen Wahlsieg von Union und Liberalen im bevölkerungsreichsten Bundesland. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass die dortigen Landtagswahlen beim letzten Mal das Ende der Ära Schröder (SPD) bedeutet haben. Heute weiß man ganz nebenbei, dass diese Veränderung in der Politik Deutschland allerdings auch nicht auf einen besseren Weg gebracht hat.

Und was ist mit dem Rest?
Nun besteht Deutschland nicht nur aus Wirtschaft und Politik, es gibt auch noch Gewerkschaften, Kirchen und natürlich auch noch die Bevölkerung. Bei vielen Gewerkschaften hat man mittlerweile das Gefühl, dass sie so tief in diesem raubtierkapitalistischen Netz mit eingewoben sind, dass man auf sie kaum noch zählen kann, was auch die schrumpfenden Mitgliederzahlen unterstreichen. Dies ist ein weiteres, nicht zu unterschätzendes, Risiko für diese Gesellschaft. Mit den Kirchen sieht es nicht anders aus, auch ihnen laufen die Mitglieder in Scharen davon, da man scheinbar für die Menschen in diesen Zeiten der Krisen mit Gott und Papst Benedikt XVI. nicht mehr die richtigen Antworten zu bieten hat. Auch hier gilt, dass sich so ganz neue Gefahren von den verschiedensten Seiten her entwickeln. Betrachtet man all dies, wird einem klar, wie massiv der Systemwandel ist, der hier von einer Minderheit forciert wird und die Leidtragenden werden die Massen sein, die leider vielfach gar nichts tun außer zu hoffen, dass alles gut wird. Genau diese Hoffnung gepaart mit diesem lethargischen Verhalten, wird allerdings zum Gegenteil führen.

Aktivität von jedem ist nun gefordert. Solidarität muss wieder in den Fokus der Gesellschaft gerückt werden, denn die, die nur Produzenten und Konsumenten suchen damit ihr eigener Wohlstand nicht nur gesichert ist, sondern stetig wächst, finden nichts angenehmer, als eine Gesellschaftsform ohne Solidarität, denn mit vielen kleinen Einzelkämpfern wird man durchaus besser fertig, als mit einer geschlossenen Front des Widerstands. Die jüngste Vergangenheit der Weltwirtschaftskrise sollte jedem gezeigt haben, dass persönliche Schicksale oder ähnliches die Mächtigen in der Politik und Wirtschaft nicht interessieren und genau aus diesem Grund ist Solidarität in Deutschland, in Europa und natürlich am Ende des Tages in der ganzen Welt so wichtig. Von der SPD-Regierung zusammen mit den Grünen unter Gerhard Schröder (SPD) über die Große Koalition unter Angela Merkel (CDU) bis hin zur neuen Tigerentenkoalition, die ihr das weiterregieren ermöglichte, gilt immer ein Grundsatz, das Volk zahlt und die Großen kassieren ab. Dies belegt natürlich auch eine gewisse Machtlosigkeit der Politik aber vor allem zeigt es, wo der Hase lang läuft, wenn es keinen ausreichenden Widerstand aus der Mitte der Gesellschaft gibt. Man sieht jeder hat es in der Hand, ob sich in diesem Land etwas zum Positiven verändert oder nicht. Carpe diem!

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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