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Die Wahrheit des Wortes

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Bus und Bahn – Das Glücksspiel

29. November 2010

Millionen Menschen kennen das Problem, welches in diesem Artikel beschrieben wird und fast jeder, der häufiger mit Bus und Bahn fährt, wird seine ganz eigene Geschichte dazu haben aber auch hier gilt, man sollte auch dies einmal auf das System im Gesamten beziehen. Als Initiator dieser journalistischen Internetplattform, die zu Art for Europe gehört und damit auch in Köln ansässig ist, bin auch ich will mit Bus und Bahn unterwegs und es ist gerade auch hier in Köln und Umgebung ein wirkliches Abenteuer, denn Themen, wie zum Beispiel Kommunikation, Vernetzung und Globalisierung scheinen hier vielfach völlige Fremdwörter zu sein. Es zeigt sich wieder sehr schön, dass an der Stelle, wo solche Fakten den Bürgern helfen könnte, man plötzlich so tut, als würde es so etwas, wie Vernetzung und Globalisierung gar nicht geben. Wenn man sich die Fahrpreisentwicklungen in den letzten 20 Jahren betrachtet und diese in einen Kontext zu Pünktlichkeit, Komfortabilität und ähnliches setzt, scheint kaum ein Cent dieser Erhöhung gerechtfertigt zu sein. Eine solch negative Entwicklung sieht dann natürlich auch gerade im Zusammenhang mit Umweltschutz nicht gut aus, schließlich will man angeblich auch aus diesem Gesichtspunkt Menschen für Bus und Bahn begeistern und nicht vergraulen.

Nicht unser Bus
Letzte Woche pendelte ich von Köln nach Leverkusen. Dies tue ich in der Regel mit einer Straßenbahn die an der Stadtgrenze zwischen Köln und Leverkusen endet, von dort aus geht es mit einem Linienbus weiter in die Stadt. Dieser Anschlussbus fährt allerdings Abends nur noch einmal die Stunde. Die Straßenbahn endete an diesem Tag allerdings weit vor der Stadtgrenze, da es kurz zuvor zu einem Unfall zwischen einer Straßenbahn und einem PKW gekommen war, was in Köln übrigens in einer gewissen Regelmäßigkeit passiert. Parallel zu diesem Stück der Straßenbahnlinie gibt es übrigens auch noch ein Bus der über Leverkusen ins Bergische Land fährt. Allerdings sind hier die Straßenbahnhaltestellen und die Bushaltestellen weit von einander entfernt. Also, blieb mir nichts anderes übrig, als auf den Bus oder wie man es in diesen Fällen auch nennt, auf den Schienenersatzverkehr zu warten. Während der Wartezeit auf diesen Bus, kam der angesprochene Bus in Richtung Bergisches Land vorbei, hielt allerdings nicht an, sondern fuhr an der Traube gestrandeter Straßenbahnnutzer einfach vorbei. Dies erfüllte mich nicht gerade mit Glücksgefühlen, denn ein kurzer Stopp hätte all meine Probleme gelöst.

Bei all den gestrandeten Fahrgästen befand sich auch ein KVB-Mitarbeiter, den ich auf die Problematik des nicht zu stoppenden Busses ansprach, sein Kommentar war, dass es sich um ein anderes Busunternehmen  handeln würde, was soweit auch richtig war. Allerdings sei angemerkt, dass sie schon zusammen in einem Verkehrsverbund agieren, was natürlich die Frage aufwirft, warum man das Problem nicht so einfach löste, wie es die Lage zu gelassen hätte. Nächster Kommentar war dann, dass es dort keine offizielle Haltestelle geben würde, was natürlich inhaltlich abermals korrekt war aber es war auch keine offizielle Situation, dass diese Fahrt dort schon endete. Nur am Rande sei erwähnt, dass der Schienenersatzverkehr dort problemlos halten konnte, allerdings erst so spät, dass der Anschluss in Leverkusen natürlich schon weg war aber dies war natürlich schon einmal gar nicht das Problem der KVB, da es eine ganz andere Stadt ist. Auch hier scheint ein Vernetzungsgedanke nicht vorhanden zu sein. Wenn man schon massive Imageprobleme hat, da zum Beispiel der Einsturz des Kölner Stadtarchivs noch immer nicht im Ansatz aufgeklärt ist, ist ein solches Verhalten völlig unerklärlich, denn es fördert dieses Negativimage nur noch mehr.

Immer schön unpünktlich
Es wäre aber natürlich nicht richtig dieses Problem rein auf Köln zu beziehen, denn auch im benachbarten Leverkusen sieht es nicht sehr viel besser aus. Der Bus mit dem ich zur Straßenbahn nach Köln fahre, ist meistens der um 8.06 Uhr, so steht es zu mindestens auf dem Fahrplan. Dieser Bus kommt allerdings, seitdem ich ihn nutze, so gut wie nie vor 8.20 Uhr. Dies bedeutet, dass man meistens mindestens fast 15 Minuten warten darf, was natürlich grade bei der immer kälter werdenden Witterung im Moment sehr unangenehm ist aber dies ist noch lange nicht alles. Zuletzt stieg ich in einen gut gefüllten Bus, in dem um diese Zeit natürlich auch noch viele Schüler waren, was zu einem dementsprechenden Gewusel und ordentlich Lärm führte. Kaum hatten alle Schüler den Bus verlassen, saß ich mit zwei weiteren Fahrgästen allein in diesem Bus, als der Fahrer mich ziemlich schroff aufforderte meinen MP3-Player auszumachen, da eine solche Lärmbelästigung nicht zulässig sei. Dies im Zusammenhang mit einem fast leeren Bus, in dem ich niemanden störte und Minuten zuvor noch ein Lärmpegel vorherrschte, der es so gut wie unmöglich machte meine Musik zu hören, ist natürlich sehr interessant, um es einmal ganz vorsichtig auszudrücken. So etwas zeichnet aber natürlich auch ein Bild unserer Gesellschaft und spricht nicht für die Nutzung von Bus und Bahn.

Solche Fakten könnte man nun unendlich lange fortsetzen und wahrscheinlich auch auf die meisten Städte im Land übertragen. Die Probleme, die hier immer wieder auftreten sind auch durchaus bekannt aber scheinbar hat man kein großes Interesse an diesen Zustände etwas zu ändern. Auch hier scheint ein gewisser monopolistischer Gedankengang eine Rolle zu spielen. Dies soll heißen, es gibt in diesem Bereich keine Ausweichmöglichkeiten, außer das Auto. Das Verkehrsbetriebe diese Option allerdings scheinbar in Kauf nehmen und auf der anderen Seite damit werben, dass sie Gutes für die Umwelt tun wollen, wirkt ein bisschen, wie die pure Heuchelei. Wenn man wirklich etwas für die Umwelt tun will, sollte man dafür sorgen, dass zum einen die Fahrpreise angemessen sind und vor allem, dass der Fahrgast König ist und sich nicht fühlt, als sei er auf einem Viehtransport. So lange sich hier nichts ändert, wird man auch nichts für die Umwelt tun. Die Stosszeiten und die damit verbundenen Probleme sind bekannt, also fragt man sich, warum man nicht darauf reagiert und damit schließt sich der Kreis, es besteht eben scheinbar kein wirklicher Grund für Veränderung, da die Menschen nicht ausweichen können.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Umwelt

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