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Die Wahrheit des Wortes

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Britta Heidemann ein Dopingverdacht?

14. August 2008

Die Olympischen Spiele 2008 in Peking laufen nun seit gut einer Woche und der Medaillensegen hat nach einem eher schlechten Start, nun auch Deutschland erreicht. Große Skandale sind bislang ausgeblieben, genau wie erwatungsgemäß auch größere Zeichen für Menschenrechte und für Tibet ausblieben. Aber es gab immerhin schon einen faszinierenden Rekord. Michael Phelps, der Student aus Michigan, ist mit seinen 23 Jahren der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten. Man muss schon sagen, dass er einzigartiges für sein Land, wie auch für den Schwimmsport geleistet hat. Leider werden seinen Leistungen in den hiesigen Medien häufig nur mit einem gewissen Unterton erwähnt.

Michael Phelps

Es scheint doch etwas unfair zu sein, dass in den deutschen Medien bei Rekordlern, wie zum Beispiel bei Michael Phelps ganz schnell die Dopingverdachtskarte gezogen wird. Wenn man fair und unabhängig ist, müsste man wohl ein anderes Vorgehen an den Tag legen. Denn, als aller erstes sollte auch hier die Unschuldsvermutung gelten. Wenn man sich aber schon so verhält, dass man Höchstleistungen oftmals mit Betrug gleichsetzt, dann sollte man dies auch bei allen Nationen im gleichen Umfang tun. Dies bedeutet, man müsste dann natürlich auch die Frage stellen, ob wir nicht zum Beispiel auch bei Höchstleistungen, wie die der aus Leverkusen stammenden Britta Heidemann, auch von einem Dopingverdacht ausgehen müssen. Oder ist es vielleicht so, dass die Höchstleistungen amerikanischer Sportler anders eingestuft werden als die deutscher Athleten?

Natürlich gibt es eine unterschiedliche Bewertung von Athleten, dies zeigte sich zum Beispiel Gestern ein Mal  mehr dadurch, dass eine Ulrike Nasse-Meyfarth im Kontext zu den Leistungen eines Michael Phelps betonte, wie schwer es doch deutsche Athleten haben. Ein Herr Phelps braucht nichts anderes zu tun als sich auf seinen Sport zu konzentrieren, während deutsche Sportler zum Beispiel noch nebenbei ein Ausbildung absolvieren müssten oder ähnliches. Natürlich ist es richtig, dass es in den USA andere Trainingsverhältnisse gibt als in Deutschland aber deshalb gleich so zu tun, als würde die deutsche sportliche Elite jeden Tag acht Stunden ganz normal zur Arbeit gehen und dann Abends noch ein bisschen Zeit zum trainieren haben, entspricht wohl kaum der Realität.

Zensur durch das IOC

Es wäre sehr schön, wenn alle Beteiligten, aber vor allem auch die Sportler selbst, ein bisschen mehr Fairness an den Tag legen würden. Denn Fairness sollte im Sport, wie auch im restlichen Leben, immer ganz weit vorne stehen. Aber auch da sind die Olympischen Spiele 2008 in Peking ein schönes Spiegelbild unserer Gesellschaft. Es zählt nur der Sieg und dazu sind scheinbar alle Mittel recht und sollte man doch ein Mal nicht zu den Siegern zählen, findet man sehr schnell Argumentationsketten, warum die anderen gesiegt haben. Es ist das Klima, es sind die Trainingsvoraussetzungen oder im schlimmsten Fall ein Dopingverdacht. Ein solches Verhalten spricht nicht gerade für innere Stärke aber die zeigen viele Athleten an anderer Stelle leider auch nicht.

Die große Kooperation zwischen der chinesischen Staatsführung und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hinsichtlich der Zensur bei den Spielen, klappt bislang hervorragend. Da erteilte man kurzer Hand allen Athleten einen Maulkorb und so gut wie alle beteiligten Sportler, egal ob Superstars oder nicht, nickten diesen Eingriff in ihre ganz persönliche Meinungsfreiheit einfach ab. Da kann man dann ganz offensichtlich wohl kaum noch von einem mündigen Athleten sprechen. Aber auch hier sind ausreichend Ausreden vorhanden, warum man sich daran hält, was das IOC einem in diesem Kontext aufgetragen hat. Fakt ist, dass sich auch jeder der diese große Chance der Olympischen Spiele 2008 in Peking nicht nutzt, um zum Beispiel ein Zeichen für Tibet zu setzen, an dem was dort geschieht mitschuldig macht.

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Kategorie: Free Tibet · Gesellschaft · Medien · Sport

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