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Die Wahrheit des Wortes

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Blitz-Absturz über dem Atlantik

2. Juni 2009

Es war kurz nach Mitternacht Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ), als der Air France Flug AF 447 über den Weiten des Atlantiks verschwand. An Bord des Airbus A330-200 befanden sich 216 Passagiere und 12 Besatzungsmitglieder, darunter vermutlich auch mindestens 26 Deutsche. Was genau geschehen ist, lässt sich im Moment noch nicht genau sagen und wird vielleicht auch noch für lange, lange Zeit ein Geheimnis bleiben. Es wäre auch nicht überraschend, wenn der Atlantik es niemals zulassen würde, dass diese Katastrophe im Ganzen aufgeklärt wird. Bisherige Vermutungen gehen von einem Blitzschlag aus, der Grund für die Tragödie gewesen sein könnte. Das Wetter im Fluggebiet auf der Südhalbkugel war, wie so oft im Herbst, nicht das allerbeste. Natürlich steht dem entgegen, dass ein einfacher Blitzschlag in ein Flugzeug, nach Expertenmeinung nicht ausreicht, um ein solches zum Absturz zu bringen.

Das Spiel mit der Terrorangst

Nichts bei dieser Katastrophe, in der wohl Menschen aus 32 Ländern ums Leben kamen, wobei die meisten aus Brasilien und Frankreich stammten, deutet auf einen terroristischen Hintergrund hin. Die Maschine, die auf dem Weg von der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro in die französische Hauptstadt Paris war, ist wohl in ein massives Unwetter mit einer Größe von gut 300 Kilometern geraten. Auch dieser Aspekt zeigt eher auf andere Gründe, als auf einen Terrorakt. Trotzdem konnte man am gestrigen Abend in den Nachrichten von ProSieben, im Hintergrund des Berichtes zu dieser Katastrophe, ein Flugzeug im Fadenkreuz sehen. So werden Ängste geschürt, die wahrscheinlich nur Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) helfen, um unter dem Vorwand einer ständig wachsenden Terrorgefahr die Bürgerrechte noch mehr einzugrenzen. Ein gefährliches Spiel mit dem Feuer, welches die Medien zum Teil mitspielen. Natürlich ist Terror in unserer heutigen Zeit leider immer eine Option aber es gibt auch meist noch viele andere. Laut Informationen des ZDF, gibt es bislang zwei nachgewiesene Flugzeugabstürze durch Blitzschlag, davon ereignete sich einer vor über 20 Jahren in Deutschland. Allerdings spielten in beiden Fällen weitere Faktoren auch noch eine Rolle.

Eigentlich funktioniert ein Flugzeug, ähnlich wie ein Auto, als ein Faradayscher Käfig. Dies bedeutet den Insassen kann eigentlich nichts passieren, auch wenn das Vehikel vom Blitz getroffen wird, da die Energie vorbeigeleitet wird. Was allerdings in Ausnahmefällen passieren kann und natürlich auch in diesem Fall passiert sein könnte, ist dass der Blitz direkt in eine Antenne einschlägt und es somit zu einem Kurzschluss der kompletten Elektrik kommen kann. Sollte es so gewesen sein und die komplette Elektrik ausgefallen ist, wäre der Airbus nicht mehr zu kontrollieren und ein Absturz somit unvermeidbar. Das große Problem ist, dass sich laut aktuellsten Angaben, diese Flugzeugkatastrophe weit draußen über dem Atlantik zwischen dem amerikanischen und dem afrikanischen Kontinent abgespielt haben soll. Im Moment vermutet man die Absturzstelle circa 1.300 Kilometer vom Archipel Ilha Fernando de Noronha in der Nähe des Äquators entfernt. Genau hier will auch ein Pilot der brasilianischen Airline TAM orange Punkte auf dem Atlantik gesehen haben, die auf brennende Überreste hindeuten könnten. Dies schränkt das Gebiet natürlich ein aber trotzdem redet man noch von einer Fläche von gut 120 Quadratkilometern. Allerdings sprechen auch Meldungen aus dem Senegal für diese Vermutung, nachdem dort wahrscheinlich Wrackteile angespült wurden.

Katastrophen kann man nie ganz verhindern

Mit fortschreitender Mobilität, die viele Menschen nutzen, kann es auch immer Mal wieder zu solchen Katastrophen kommen. Natürlich ist gerade, in der nun langsam beginnenden Urlaubszeit, eine solche Meldung keine die Menschen die bald in ferne Länder reisen wollen, hören möchten. Natürlich ist es auch ein stückweit beunruhigend, dass es mit der Air France eine außerordentlich renommierte und eigentlich durchaus sichere Fluglinie getroffen hat aber man muss auch dies, so hart es in einer solchen Situation klingen mag, in einem Gesamtkontext sehen und da ist das Fliegen noch immer mehr als sicher. Natürlich redet man auch von der ungeheuerlichen Trauer derer, die bei diesem Unglück ihre Angehörigen verloren haben und das ist auch gut so aber es ist und bleibt eine Ausnahme. Tausende Menschen sterben jährlich alleine auf deutschen Straßen und trotzdem haben wohl weniger Menschen Angst davor ein Auto zu besteigen, als ein Flugzeug. Wir reden hier über eine schreckliche Katastrophe, die sich weit draußen über dem Atlantik ereignet hat aber man muss glücklicherweise auch hier sagen, dass es sich nicht um den Regelfall, sondern um die Ausnahme handelt. Leider muss man auch einräumen, dass sich so etwas niemals ganz verhindern lassen wird, egal wie ausgereift die Technik ist und egal wie gut ausgebildet das Personal ist.

Diese Gewitterfront, die wahrscheinlich mitverantwortlich für den Absturz dieses Airbusses war, war so hoch, dass es für den Piloten unmöglich war über sie hinweg zu fliegen. Warum er ihr nicht ausgewichen ist oder ob er es vielleicht versucht hat und es ihm nicht gelungen ist, bleibt erst ein Mal, wie viele andere Fragen auch, ein Geheimnis. Ganz offensichtlich muss es allerdings alles sehr, sehr schnell gegangen sein, da es dem Piloten noch nicht ein Mal möglich war, das internationale Rettungssignal Mayday abzusetzen. Die letzten Informationen aus der Maschine stammen aus dem Bereich kurz hinter der Ilha Fernando de Noronha und wiesen auf multiple Elektronikprobleme hin, die den Verdacht eines Blitzeinschlages natürlich auch noch ein Mal erhärten. Zu dem Zeitpunkt, als man diese automatischen Signale empfangen hat, war die Maschine schon fast vier Flugstunden von ihrem Startpunkt Rio de Janeiro in Brasilien entfernt, dies bedeutet, wie zu Beginn beschrieben, dass die vermutet Unfallstelle weit draußen im Atlantik ist und genau dies erschwert die Suche ungemein. Verschiedene Nationen beteiligen sich mit Flugzeugen und Schiffen an der Ortung der Unglücksmaschine, wie komplex diese Suche allerdings ist, wird auch dadurch deutlich, dass man die amerikanische Regierung um Hilfe gebeten hat, um ansonsten eher unzugängliche Satellitenaufnahmen in die Suche mit einbinden zu können. Zum Schluss bleibt wie so oft nur die Hoffnung, diese beschränkt sich bei dieser Katastrophe allerdings wohl nur noch auf eine lückenlose Aufklärung des Unglücks.

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Kategorie: Europa · Medien · Politik · Technik · Umwelt

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Gabriel // 3. Jun 2009 at 11:27

    Ich glaube bei solchen Tragödien macht man sich immer erst Gedanken darüber, ob es sich um einen Terroranschlag gehandelt hat oder ob sich wirklich “nur” um einen Blitzeinschlag gehandelt hat, der hunderte von Menschen in den Tod gerissen hat. Man kann nur hoffen, dass man hier irgend wann , insbesondere für die Familienangehörigen, bald die Wahrheit erfahren kann.

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