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Die Wahrheit des Wortes

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Bio statt Antibiotika

11. November 2008

Das hört sich so schmissig an: “Wenn du Biolebensmittel kaufst und isst, dann geht es dir besser.” Passend dazu sind die Ergebnisse der Universität in Paderborn, die in einer der letzten Nano-Sendungen präsentiert wurden. Jetzt hat man Gewissheit: im Weizen finden sich Antibiotika. Doch wie sind diese dorthin gelangt?

Die Industrielandwirtschaft ermöglicht es, dass wir Billigstpreise für Fleisch erzielen. Doch was passiert in der Massentierhaltung. Um derart kostensparend Fleisch zu produzieren wird vor allem bei der Schweinemast eine Unzahl an Medikamenten, vorwiegend Antibiotika verwendet. Diese gelangen auf natürlichem Weg in die Gülle, die dann wiederum als Dünger auf die Felder kommt. Damit ist es möglich, dass diese Antibiotika dann in den Nutzpflanzen wie dem Winterweizen landen. Die Universität Paderborn konnte diesen Kreislauf nachweisen. Außerdem werden Antibiotika auch gegen Salmonellen verabreicht, wobei die Bakterien ebenfalls ausgeschieden werden und in der Gülle landen. Glaubt man NANO, dem Wissenschaftsmagazin und den Ergebnissen der Universität in Paderborn, dann finden genau diese Bakterien ebenfalls in unsere Nahrungspflanzen. In den USA konnte man schon Salmonellen in Tomaten nachweisen. Der Kreislauf ist damit eröffnet. Wir vergiften unseren Körper mit unserer Pflanzen-Nahrung.

Im Frühjahr 2008 sorgten die Pestizidfunde von Global 2000 in spanischem Paprika für Aufregung. Und in den importierten Erdbeeren fanden sich ebenfalls Rückstände dieses Giftes. Teilweise wurden auch hormonell wirksame Giftstoffe in Lebensmitteln gefunden. Das soll uns zu denken geben. Ist es wirklich notwendig, dass wir im Februar oder November Erdbeeren essen? Ist es wirklich notwendig, außerhalb der Saison Tomaten zu verzehren? Ist es wirklich notwendig, immer optisch schönes Gemüse am Teller zu haben? Gemüse mit gleicher Größe, gleicher Länge – man denke an die so vielzitierte Salatgurken-Diskussion.

In Österreich setzt man seit dem Beitritt zur EU 1995 schon lange und auch mit Nachdruck auf die Biolandwirtschaft. Das Argument, es wäre teurer sich von BIO zu ernähren, hat an Schlagkraft verloren. Vielmehr setzten Handelsketten wie Spar, Billa und auch Billigketten wie Hofer (Aldi) und Pennymarkt zunehmend auf eine Produktlinie mit Namen BIO. Und Biomessen boomen, auch in Deutschland. Bio ist also “in” und “trendy”. Und Bio schmeckt, denn wer sich mit BIO ernährt wird zumeist feststellen, dass es besser schmeckt, man weniger vom Produkt braucht und es zum Wohlbefinden beiträgt. Da kann man mit den Erkenntnissen der Universität in Paderborn schließen: BIO schützt vor Antibiotika und Salmonellen in Lebensmitteln, weil Biolandwirtschaft Antibiotika nicht verfüttert.

AMW

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Kategorie: Europa · Neues aus Österreich · Umwelt · Wirtschaft

Bis jetzt 5 Kommentare ↓

  • 1 Community Agentur // 12. Nov 2008 at 12:07

    Sehr interessant zu lesen.

  • 2 earl // 3. Apr 2011 at 15:41

    1. Antibiotika in der Mast sind seit 1994 verboten.

    2. Spanische Paprika ist vor allem mit Rotenon belastet. Das ist ein Insektizid, das hauptsächlich Ökobauern einsetzen, weil ihre Regeln wenig Alternativen bilden. In Deutschland ist es verboten, weil es nicht abbaubar ist. Es wird vermutet, dass Rotenon Parkinson auslöst. In den USA wird es als Fischgift benutzt.

    Die Bio-Regeln gehen leider nicht danach, was umweltfreundlich oder gesund ist, sondern danach, was man mal vor 100 Jahren nach esoterischen Gesichtspunkten für “natürlich” erklärt hat. Neben Rotenon ist Kupfersulfat als Fungizid ein prominentes Beispiel. Das wurde theoretisch schon 2002 von der EU verboten, ist aber noch nicht umgesetzt, weil ohne Kupfer die Bio-Landwirtschaft sterben würde, es wird für praktisch alle Pflanzen eingesetzt.
    Die Öko-Bauern haben keine Alternative. Ohne diese Mittel wäre der Ertrag mikroskopisch. Kupfer ist zwar für den Konsumenten ungefährlich, für den Feldarbeiter beteutet es aber unter anderem Leberschäden. Im Boden reichert es sich an und macht ihn damit unfruchtbar.
    Ein Nicht-Öko-Bauer würde schon deshalb kein Kupfer spritzen, die Wirkung ist schlecht, der Schaden riesig.

  • 3 earl // 3. Apr 2011 at 15:44

    Übrigens: In England ist es deshalb sogar verboten, Bio-Lebensmittel als umweltfreundlich, gesund oder leckerer zu bezeichnen, solange man das nicht beweist. Der Beweis bleibt seit Jahrzehnten aus.

  • 4 earl // 3. Apr 2011 at 15:46

    Links dazu:

    http://www.guardian.co.uk/uk/2002/jun/30/research.highereducation

    http://www.guardian.co.uk/media/2001/jul/23/advertising.shopping

  • 5 earl // 4. Apr 2011 at 12:52

    Korrektur: Die Jahreszahl 1994 war falsch. EU-weit gibt es erst seit 2006 ein Verbot. Viele EU-Mitgliedsstaaten hatten jedoch schon vorher Verbote.

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