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Die Wahrheit des Wortes

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Bimbes und das Staatsfernsehen

6. Dezember 2017

Ermöglicht durch: Ihr Name / Firmenname. Zum Wochenbeginn wurde es im Staatsfernsehen wieder wirklich magisch. Ganz wichtig an der Magie ist es, dem Publikum Ablenkung zu präsentieren, damit die Konzentration vom tatsächlichen Handeln abgelenkt ist und man zaubern kann. Allgemein beschäftigt man sich in Deutschland sehr gerne mit der Vergangenheit, was sehr gut von der Gegenwart ablenkt, so konnte man über Jahrzehnte völlig entspannt ein wirtschaftsfaschistische System aufbauen und etablieren und viele Menschen bekamen davon kaum etwas mit. Dies ist ganz große Magie. Ein weiteres Highlight in diesem Zusammenhang konnte man zum Wochenstart bei der ARD erleben. Es ging in einer Dokumentation über Altkanzler Helmut Kohl (1930-2017) darum, dass es, so wurde es zu mindestens suggeriert, seinen großen Spendenskandal gar nicht gegeben hätte. In der Werbung zu diesem interessanten Beitrag konnte man den aktuellen Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble (CDU) sehen, welcher behauptete, es hätte die sagenumwobenen Spender gar nicht gegeben. Nun weiß man, dass der ehemalige Bundesfinanzminister mit Geldströmen der Vergangenheit auch schon einmal Probleme mit der Erinnerung hat aber dieser ganz eigene Skandal sei hier nur am Rande erwähnt. Was er dort aussagte, kam im Beitrag in voller Länge allerdings plötzlich mit einer ganz anderen Kernaussage rüber.

Ein Schauspieler nur für die Zahlen
Der Zeitpunkt dieser Dokumentation, nachdem Tod von Altkanzler Helmut Kohl (1930-2017) und vor einer wahrscheinlichen Machtverlängerung seiner Ziehtochter, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), ist wohl wieder einer dieser vielen Zufälle, welche das politische Bild in Deutschland so prägen. Um aufzuzeigen, um welche riesigen Summen es bei den schwarzen Kassen der vermeintlichen Politelite ging, wurde eigens ein Schauspieler engagiert, welcher fast ausschließlich Zahlen vorlas. So wurde der Beitrag unnötig in die Länge gezogen, was für den Zuschauer schon zermürbend sein konnte. Nun wurde nicht nur deutlich, wie bei dieser ganz großen Kapitalverschiebung von der Wirtschaft direkt in die Politik auch die Kirchen mitmischten, sondern auch, dass das Kohl-System offensichtlich nur so funktionieren konnte. Man beachte dabei, wie lange es funktionierte. Vielleicht funktioniert es sogar noch immer. Es ging nun darum, ganz am Ende des Beitrags aufzuzeigen, dass Kohl mit der Geschichte über die Spender und sein Ehrenwort, nur die Tatsachen über einen Teil dieser Gelder aus den schwarzen Kassen verschleiern wollte und diese ganze Geschichte nur erfunden war. Den endgültigen Beweis auf den man dann fast 75 Minuten wartete, wurde dann aber gar nicht erbracht. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU), der mit Sequenzen eines Interviews aus 2015 eingeflochten wurde, räumte am Ende nachdrücklich ein, dass er nichts wüsste und ihm dieser Vorgang am Ende des Tages auch Wurst sei. Dies bedeutet, dass hier rein spekulativ etwas aufgebaut wurde, wovon wenig blieb, es aber hervorragend von den aktuellen Machtspielchen der Erben Kohls ablenkte, welche noch immer mit diesem politischen Netz eng verflochten sind. Man muss natürlich auch berücksichtigen, dass die Medienvertreter, die an diesem Beitrag beteiligt waren, durchaus dem Bereich der systemtreuen Medien zu zuordnen sind, was ebenfalls wieder einiges erklärt.

Wie sieht die Gegenwart aus?
Wie erwähnt ist auch Bundestagspräsident Schäuble (CDU) nicht unumstritten und zählte lange Jahre fest zum Kohl-System. Kanzlerin Merkel (CDU) ist diesem System natürlich auch eng verbunden, ist sie doch, wie gesagt, die Ziehtochter. Bei der Rautenkönigin ist es nun so, dass sie in Sachen Macht dabei ist, mit ihrem Ziehvater mindestens gleichzuziehen. Ihm war all dies nur durch den ganzen Bimbes, wie er das Geld so gerne nannte, möglich. Unter diesem Begriff stellte die ARD dann auch die hier behandelte Dokumentation. Deshalb war es auch unverständlich, wie man ihn dort so loben konnte, denn offensichtlich war es nur eine Marionettenherrschaft und die Strippenzieher konnten sich auch über die Wiedervereinigung, die letztendlich nur eine Übernahme war, sehr freuen. Wo der restliche Bimbes eigentlich geblieben ist, wurde nicht herausgearbeitet. Es wurde zwar ganz kurz angesprochen, dass Merkel (CDU) und Schäuble (CDU) nie großes Interesse an einer lückenlosen Aufklärung hatten aber der viel wichtigere Teil fehlte. Vieles vom Kohl-System, was gezeigt wurde, passt auch auf Merkel (CDU), was den Verdacht nahliegenden erscheinen lässt, dass das ganze System, wenn wahrscheinlich auch ein wenig modifiziert, weiterläuft. Folgt man diesem Verdacht, würde sich zu mindestens einiges erklären lassen. Es waren aber zum Teil eher banale Dinge, die sehr interessant waren. So wurden Jubelbrigaden mit dem Schwarzgeld unterstützt, um Macht zu demonstrieren. Würde man sowas in der heutigen Zeit vermuten, würde es in den Bereich Verschwörungstheorie fallen, obwohl es eben nicht abwegig ist. Brachte dieser Beitrag auch nicht, was er versprach, gab es doch viele Ansätze dafür, warum man aktuell sehr vieles im politischen Berlin aus einem ganz anderen Blickwinkel sehen sollte.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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