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Die Wahrheit des Wortes

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Beginnt nun der Krieg zwischen Israel und dem Iran?

8. Januar 2009

Seitdem heutigen Morgen gibt es ganz offensichtlich eine zweite Front in Israel. Beschränkten sich die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten in den letzten Wochen auf den Gazastreifen, scheint nun der Funke übergesprungen zu sein. Denn die Hisbollah-Miliz begann nun auch Israel mit Raketen anzugreifen, als Folge dessen feuerte die israelische Armee auf die Stellungen der Hisbollah-Miliz im Libanon. Klare Worte zu dem was dieser Tage in Israel geschieht, fand auch ein Mitarbeiter der israelischen Botschaft, an diesem Morgen in der ARD. Er machte noch ein Mal klar, dass Israel die Meinung vertritt, dass hinter all den Geschehnissen der Iran steckt. Somit würde es sich also um einen Stellvertreterkrieg handeln. Erschreckenderweise sind solche klaren Stellungsnahmen gegen den Iran nicht die einzigen Indikatoren, die auf diese unkalkulierbare Eskalation des Konfliktes hinweisen. Im Internet wird schon massiv diskutiert, dass Israel binnen der nächsten sechs Monate die iranischen Atomanlagen angreifen könnte. Es gibt aber auch noch weitere Hinweise die Schlimmes befürchten lassen.

Obama, die Bushs, Clinton und Carter

Während Barack Obama verstärkt Stellung zur Weltwirtschaftskrise bezieht, sich also um innenpolitische Themen bemüht, scheut er ganz offensichtlich die Außenpolitik. Dies geschieht unter der Maßgabe, dass der Amtswechsel erst in gut 14 Tagen vollzogen ist. Man sieht hier sehr schön den Unterschied, denn innenpolitisch interessiert ihn dieser Fakt scheinbar nicht. Warum bezieht er noch keine Stellung zum Nahen Osten? Warum hört man nur, dass er nachdem Amtsantritt viel zum Thema Israel und Gazastreifen zu sagen hat? Will man Israel so noch einige Tage Zeit einräumen, um weitere Fakten mit der Bodenoffensive zu schaffen. Denn im Moment weitet sich diese massiv in Richtung ägyptischer Grenze aus. Hier ist es das erklärte Ziel die Tunnelanlagen im Bereich der Grenze von Rafah zu zerstören, um so der Hamas den Nachschubweg abzuschneiden. Ägypten macht immer wieder klar, dass man keine allzu aktive Rolle in diesem Krieg einnehmen möchte, was auch erklärt, warum die Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten geschlossen bleibt. Nicht nur der ägyptische Staatschef Husni Mubarak fürchtet sich davor, dass bei einer Grenzöffnung, die radikalen Kräfte auch in seinem Land an Einfluss gewinnen könnten.

Welche Signale sendet das Weiße Haus aus? Hier trafen sich am gestrigen Tag alle noch lebenden amerikanischen Präsidenten zum Lunch. Ein solches Treffen gab es seit fast 30 Jahren nicht mehr, was ein Indiz für die Ernsthaftigkeit der Lage ist. Barack Obama, George W. Bush, sein Vater George H. W. Bush, Bill Clinton und Jimmy Carter an einem Tisch, ein Treffen welches mit Sicherheit nicht als ein Zusammentreffen gelangweilter Rentner einzustufen ist. Neben der Weltwirtschaftskrise, dürfte der drohende, unkalkulierbare Flächenbrand im Nahen Osten das Topthema für Barack Obama werden und das an dieser Stelle keine kleine Wahlkampftour, wie Obama sie durchführte, als Background ausreicht, dürfte auch jedem klar sein. Da kann man die Hilfe Altgedienter Staatschefs schon ein Mal brauchen. Man muss auch festhalten, dass gerade mit den beiden Bushs, die Herren der Kriege mit am Tisch saßen, was auch tief blicken lässt. Ein Blick auf die Weltkarte macht schnell klar über was für Dimensionen wir hier sehr schnell reden könnten, wenn wir von der schlimmsten möglichen Eskalation des Konfliktes ausgehen. Denn würde die neue Front im Norden Israels wirklich zu einer Eskalation mit dem Iran führen, wären natürlich auch Syrien und der Irak betroffen. Genau an dieser Stelle droht dann eine Eskalation, die man sich gar nicht ausmalen möchte. Genau ein solches Szenario würde aber erklären, warum sich zum ersten Mal seit 1981 alle lebenden Präsidenten der Weltmacht USA zusammenfanden.

Krieg von Beirut bis Bombay

Geht man davon aus, dass Israel den Iran angreift, wird dies nur mit dem Segen und der Unterstützung der USA geschehen, denn es würde natürlich auch die Entwicklung im Irak um Jahre zurückwerfen. Nun kommt hinzu, dass eine solche Ausweitung des Krieges eine direkte Verbindung mehrer massiver Krisenherde zur Folge hätte. Denn der Iran liegt zwischen dem Irak und Afghanistan bzw. Pakistan, womit es dann eine direkte Verbindung der Kriegsgebiete im Irak und der in Afghanistan geben würde. Dieses Szenario würde wahrscheinlich auch noch ein Mal die Lage von Pakistan in der Region verschlechtern. Jetzt muss man wissen, dass sich Barack Obama schon bereit erklärt hat im Notfall auch Pakistan zu bombardieren. Hierzu sei erklärt, dass sich der Konflikt der beiden Atommächte Indien und Pakistan seit den Attentaten von Bombay, noch ein Mal massiv verschärft hat und noch zu letzt Soldaten an der pakistanisch-indischen Grenze zusammen gezogen wurden. Nimmt man all die gerade genannten Kriegs-und Krisenplätze zusammen, könnte es ganz schnell zu einem Krieg von Beirut bis Bombay, von Israel bis Indien kommen. Natürlich ist dies, dass düsterste Szenario, welches man sich vorstellen kann aber es ist ein mögliches Szenario.

In Folge der Weltwirtschaftskrise von 1929 bewegte sich die Welt in den 2. Weltkrieg. Genau 80 Jahre später hat man wieder mit den Folgen einer Weltwirtschaftskrise zu kämpfen und es kommt hinzu, dass vor gut 20 Jahren der letzte große Krieg, der Kalte Krieg endete und sich die Konfrontationslinien auf dieser Erde völlig verschoben haben. Heute bestehen die Feindbilder nicht mehr auf Basis eines Ostwestkonfliktes, nicht mehr auf einer Basis von ideologischen Weltanschauungen. In der heutigen Zeit ist das Leitmotiv für Krisen und Kriege in religiösen Fragen zu suchen. Heute geht es um die Auseinandersetzungen von Christen, Hindus, Moslems und Juden. Bedingt durch diese Tatsache ist es auch keine einfache Blockauseinandersetzung mehr. Erschwerend und im gerade geschilderten Leitmotiv begründet, kommt hinzu, dass die Kriegsführung in Zeiten, in denen Konflikte auch immer sehr stark durch Terrorismus geprägt sind, die Abschreckungsstrategien der letzten Jahrzehnte nicht mehr funktionieren. Dies bedeutet wiederum, man muss ganz neue Strategien der Konfliktlösung erarbeiten. Eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen dem Westen und dem Ostblock ist der Welt glücklicherweise erspart geblieben, nun muss man die Hoffnung daran setzen, dass auch dieser neuartige Weltkonflikt über die Jahrzehnte möglichst ebenso friedlich gelöst wird.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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