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Die Wahrheit des Wortes

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Bayrisches Getöse vom Papst bis zum Wirtschaftsminister Glos

9. Februar 2009

Zwei Bayern sorgen im Moment für ziemlich viel Getöse in der Republik und dem Rest der Welt. In Deutschland hat der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie Michael Glos (CSU) aus Bayern keine Lust mehr. Er ist nach etwas mehr als drei Jahren amtmüde und sorgt so für massive Probleme bei der Union, was natürlich gerade im Superwahljahr 2009 eine Katastrophe darstellt. Seit dem 14.12.2005 hatte er das Amt inne und konnte sich damals wohl kaum vorstellen, was da auf ihn zu kommen würde. Immer mehr Arbeitsplätze in Deutschland gehen in die Kurzarbeit über oder fallen direkt komplett weg. In Ungarn stürzt das Forint, die ungarische Währung, immer weiter ins bodenlose und Barack Obama, der neue Hoffnungsträger der Welt, scheiterte direkt mit seinem ersten Entwurf eines Konjunkturpaketes für die USA. Langsam werden die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise immer sichtbarer und lassen sich immer schwerer wegdiskutieren. Krisenzeiten sind aber immer auch Konjunkturzeiten für den Glauben, also müsste man nun davon ausgehen, dass gerade auch die katholische Kirche Zulauf hat, wie lange nicht mehr. Aber genau hier kommt der zweite Herr aus Bayern ins Spiel.

Das Unternehmen Vatikan

Seit Jahren schon haben die Kirchen mit Mitgliederschwund zu kämpfen, dies gilt besonders auch für die katholische Kirche in Deutschland. Nun stammt Papst Benedikt der XVI., genau wie Michael Glos (CSU), auch aus Bayern und somit aus Deutschland und man sollte annehmen, dass diese Tatsache gerade auch die Probleme der Kirche in Deutschland schmälert. Allerdings zeigen sich nun mehr und mehr die Seiten des Papstes, vor denen Kritiker schon vom ersten Tag an gewarnt hatten. Der Weg den der Papst eingeschlagen hat, ist selbst für viele hartgesottene Katholiken nicht mehr nachzuvollziehen. So schafft es die katholische Kirche nicht von der Krise zu profitieren, sondern treibt immer mehr Gläubige von sich weg. Man muss festhalten, dass dies gerade in Zeiten wie diesen, schon eine beachtliche Leistung darstellt. Nachdem Papst Benedikt der XVI. den Holocaust-Leugner Richard Williamson von der Piusbruderschaft wieder mit offenen Armen in der katholischen Kirche aufgenommen hat, fühlen sich nicht nur Mitglieder des jüdischen Glaubens vor den Kopf gestoßen. Nachdem auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sein Verhalten scharf kritisierte, kam es allerdings nicht zu einem Kurswechsel im Vatikan, sondern man stellte sich erst ein Mal offen gegen die Kanzlerin. Erst am vergangenen Wochenende wurden die Störungen wohl in einem gemeinsamen Telefonat ausgeräumt, wie die Sprecher der beiden beteiligten Seiten mitteilten.

Jetzt muss man sich natürlich auch davon verabschieden, dass der Vatikan ein Relikt aus alten Tagen ist, denn wir reden hier von so etwas, wie einem glaubenstechnischen Weltunternehmen. Kommunikation wird hier genauso großgeschrieben, wie Neue Medien und ähnliches. Also muss man auch davon ausgehen, dass jeder Schritt im Vatikan, das alles was der Papst tut und auch nicht tut, wohl durchdacht ist. Natürlich stellt sich dann in der jetzigen Situation die Frage, was der Papst eigentlich will, denn es kann nicht sein, dass er die Gläubigen in großen Massen nötigt aus der Kirche auszutreten, wie es im Moment den Anschein hat. Es kann auch nicht sein Interesse sein, dass gut Zweidrittel der Deutschen nach einer aktuellen Umfrage meinen, er würde der katholischen Kirche schaden. Es scheint genauso kopflos, wie es das Gerangel um den amtsmüden Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU)  am Wochenende war, der gestern Abend dann doch noch zurücktrat, obwohl sein Rücktritt, sowohl von Horst Seehofer (CSU), wie auch von Kanzlerin Merkel zuvor erst ein Mal abgelehnt wurde. Wobei dieses Vorgehen bei genauerer Betrachtung schon einen gewissen Sinn gemacht hat, denn wer will in einer solchen Situation diesen Job schon machen? Um nicht viel mehr die Frage zustellen, wer, gerade auch in der CSU, wäre in der Lage diesen Job im Sinne des deutschen Volkes zu meistern? Diese Frage wird sich in einigen Stunden klären und man darf gespannt sein, denn seit gestern Nachmittag kursieren schon die verschiedensten Namen. Genau wie uns eine genauere Betrachtung hier auch weitergebracht hat, bringt sie uns auch bei den aktuellen Fragen im Kontext zu Papst Benedikt dem XVI. weiter. Denn auch hier gibt es wohl eine Systematik.

Nachdem Islam nun das Judentum

Es ist nicht das erste Mal das es zu, vorsichtig formuliert, Missverständnissen durch den Papst im Kontext zu anderen Religionsgruppen kommt. Denn auch die islamische Welt stieß Benedikt der XVI. schon massiv vor den Kopf. Nun passierte es schon ein zweites Mal, eben diesmal mit den Anhängern des jüdischen Glaubens. Kenner und Kritiker des Papstes hatten genau diese Verhaltensmuster, dieses Urkonservative schon damals vorhergesagt. Allerdings wollte man damals nichts davon hören, gerade auch nicht in Deutschland, wo man gerade dabei war kollektiv zum Papst zu werden. Nun ist der Scherbenhaufen noch ein Mal größer geworden aber dies scheint der Papst und große Teile des Vatikans, als eine Art Kollateralschaden für die neue Politik der katholischen Kirche, gerne in Kauf zu nehmen. Das dies gerade in der momentanen Zeit das uncleverste ist, was der Papst tun kann, scheint auch bei den Verantwortlichen nur die Wenigsten zu stören und Deutschland ist schon lange nicht mehr Papst. In einer Zeit in dem die Menschen weltweit in Angst leben, da niemand weiß wo die Reise, gerade auch wirtschaftlich gesehen, hingehen wird, wäre es eine große Chance viele dieser Menschen näher an die katholische Kirche zu binden. So werden sich allerdings weitere Scharen von verängstigten Schäfchen in andere Religionen oder auf sonstige esoterische Pfade begeben.

Jetzt, wo sich gerade auch zeigt, dass der amerikanische Heilsbringer, auch bekannt als erster schwarzer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama auch nur mit Wasser kocht und mit dem Herunterfahren seines Konjunkturpaketes von Republikaner, wie auch Demokraten schon ein erstes Mal in seine Schranken gewiesen wurde, sollte man meinen, dass die Kirche diese Chance nutzt. Man erwartet förmlich Impulse aus Rom in diesem Kontext. Anstatt sich nun aber massiv auf diesem Gebiet stark zu machen und mit konstruktiven Vorschlägen zu glänzen, wird das Thema Weltwirtschaftskrise und ihre Folgen nur hier und da gestreift. Man hat gar das Gefühl, dass der Heilige Vater, wenn er sich denn überhaupt ein Mal zu diesem Thema äußert, dies nur tut, weil es alle tun. Wirkliche Überzeugung scheint oftmals Mangelware in diesem Zusammenhang zu sein. Anstatt von dieser massiven weltweiten Krise zu profitieren, zieht man es in Rom ganz offensichtlich vor, sich um eine konservativere Ausrichtung der katholischen Kirche einzusetzen, was letztendlich auch das Verhalten in Richtung der Piusbruderschaft zeigt. Die so verloren gegangenen Schäfchen, ganz zu schweigen vom Ansehen der katholischen Kirche in der Welt, dürften nur schwer wieder auszugleichen sein. Es hat den Anschein als wäre Religion an dieser Stelle nicht für die Menschen, für die Gläubigen gemacht, was dann natürlich zu einer Ausweitung der beschriebenen Abkehr von dieser Glaubensrichtung führen wird.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Neues aus Österreich · Politik · Wirtschaft

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