Bayrische Wahlen und Zahlen
29. September 2008
Im München ist der erwartete Wahlschock nun Wahrheit geworden aber nicht nur das Wahlergebnis ist wohl für manch einen ein Schock. Eine Zahl des Tages lautet wohl auch 58,1%. Dies ist die Wahlbeteiligung der gestrigen Landtagswahl in Bayern und sie ist damit noch niedriger, als zum Beispiel vor gut einem halben Jahr zur Bürgerschaftswahl in Hamburg. So breitet sich das mangelnde Politikinteresse von Nord nach Süd in Deutschland aus und dies fördert mehr und mehr die kleinen Parteien, wie auch diese Wahl wieder bewiesen hat.
Bayern:
CSU 43,4% und somit 92 Sitze
SPD 18,6% und somit 39 Sitze
Freie Wähler 10,2% und somit 21 Sitze
Die Grünen 9,4% und somit 19 Sitze
FDP 8% und somit 16 Sitze
Kategorie: Gesellschaft · Politik































Bis jetzt 1 Kommentar ↓
1 Angelika M. Wohofsky // 29. Sep 2008 at 09:36
Das mangelnde Politikinteresse reicht sogar noch viel weiter in den Süden: Österreichs magische Zahl von 30% ist erreicht. Die einen, welche die 30 % teilweise deutlich unterschritten haben sind schockiert, die anderen, die sie gemeinsam erreichten, machen jetzt auf Koalition und erheben Regierungsanspruch.
Faktum ist, dass die österreichische Volkspartei (ÖVP) 31 % Stimmenzuwachs dem Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) lieferte. Und die Freiheitliche Partei Österreich (FPÖ) zu 21 % Zuwachs von WählerInnen der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) erhielt. Das zeigen die Wählerstromanalysen.
Und was ein wenig aus dem logischen Rahmen fällt ist, warum jetzt über “Rechtsruck in Österreich” diskutiert wird. Die Frage stellt sich doch vielmehr, wie attraktiv das BZÖ für ÖVP-AnhängerInnen und die FPÖ für SPÖ-AnhängerInnen ist, sodass diese jenen rechten Parteien die Stimmen gaben. Noch verwunderlicher ist die so lautstark verkündete Koalitionsverweigerung der SPÖ mit den Freiheitlichen. Wurden damit viele SPÖ-Leute zu freiheitlichen Wählern? Und wie ist es um die ökonomischen Verhältnisse so mancher KleinunternehmerInnen in Österreich bestellt, wenn die traditionellen WirtschaftswählerInnen zum BZÖ gehen?
Was höchst bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass Frauen gerne das BZÖ wählten und Männer die FPÖ. Motto: Aufgehoben in der Heimat (oder gar am heimatlichen Herd) contra Machosprüche gegen Andersdenkende. Aber wahrscheinlich war Strache´s Kommentar bezüglich der Gleichstellung von Frau und Mann in der Gesellschaft für Männer ansprechender: “Ja, man soll beide Geschlechtsteile gleich behandeln!” Das hat er zwei Mal vor laufender Kamera wiederholt.
Ob Schwarzes Schaf in den eigenen Reihen oder nur die Sehnsucht endlich wieder Macho sein zu dürfen ist egal. Nur sollte den sogenannten Großparteien die Wählerstromanalyse zu denken geben. In turbulenten Zeiten wie diesen wählt der, die “normale” Staatsbürger und Staatsbürgerin eben das kleinere Übel.
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