fairschreiben

Die Wahrheit des Wortes

fairschreiben header image 2

Barack Obama und die Diktatur des Kapitals

6. November 2008

Da kehrte die Realität schneller ein, als manch einer dachte. Die Feiern über den Wahlsieg von Barack Obama klingen heute schon mehr und mehr ab, auch wenn man den heutigen Tag in Kenia, wo Obamas Oma noch immer lebt, zum Feiertag erklärt hat, kommt auch Ernüchterung hinzu. Es ist auch eine Änderung in der Berichterstattung zu erkennen und man darf mit Spannung schauen, wie weitreichend diese Veränderungen noch gehen wird. Positiv zu bewerten ist, dass auch immer mehr von der Einseitigkeit in der Berichterstattung zu Gunsten Obamas in den Medien berichten. Negativ ist dabei einzustufen, dass diese News oftmals genau von denen kommt, die das Spiel über den ganzen Wahlkampf mitgespielt haben und nun doch überrascht tun. Das Kapital auch Macht bedeutet ist nichts Neues aber wie weitreichend es sein kann, zeigt die Wahl Barack Obamas zum 44. Präsidenten der USA.

Kein Erdrutschsieg für Obama

Das Obama der erste schwarze Präsident der USA ist, zeigt vor allem eines, es geht nicht mehr um das was man Mal Demokratie nannte. Inhalte suchte man bislang meist vergebens und dies liegt gar nicht ein Mal am Mangel an Themen, sondern daran, dass man anhand von Themen und Fakten zu einem fairen Vergleich gekommen wäre und genau dies wollte man, auch in diesem Wahlkampf, scheinbar verhindern. Stattdessen geht es um Show. Dies beginnt schon mit Obamas Hautfarbe. Barack Obama ist ein Schwarzer, im nächsten Augenblick ein Afroamerikaner, dann wiederum einfach nur ein Amerikaner, es wurde sogar behauptet er sei kein Schwarzer. Immer gerade so, wie es in das Konzept passte, um möglichst viele Wählerstimmen zu bekommen. In einer Zeit wo Rassismus, wie auch Integration eine immer wichtigere Rolle einnehmen, ist auch ein solches Spiel mit Hautfarben, Herkünften und ähnlichem, immer auch ein Spiel mit dem Feuer.

Aber es gibt weitere Hinweise, wie einseitig berichtet wurde. Zu Beginn der letzten Amtszeit von George W. Bush regten sich viele Medienvertreter darüber auf, dass George W. Bush weiterregieren konnte und das obwohl die Mehrheit des amerikanischen Volkes gegen ihn gestimmt hatte. Ein solcher Wahlausgang ist in den USA durch das komplexe Wahlsysteme über Wahlmänner aber immer möglich. Wer die Mehrheit an Wählern in einem Staat hinter sich vereint, erhält damit alle Wahlmänner dieses Staates. Dies gilt für so gut wie alle Staaten in den USA. Da die Anzahl der Wahlmänner an die Population des einzelnen Staates gekoppelt ist, gibt es Staaten die wahltechnisch gesehen natürlich wesentlich interessanter sind, als andere. Dies Mal hat der Demokrat Barack Obama doppelt so viele Wahlmänner, wie sein Gegner John McCain von den Republikanern und schon reden alle von einem Erdrutschsieg. Davon, wie eindeutig das amerikanische Volk dies Mal geurteilt hat. Der Fakt ist, dass 52 Prozent für Barack Obama gestimmt haben und 46 Prozent für John McCain. Eindeutig im klassischen Sinne ist das nicht gerade, geschweige denn ein Erdrutsch.

Die politische Linke und das Kapital

Barack Obama sammelte insgesamt über 600 Millionen Dollar an Spendengeldern, hierzu nutzte er auch massiv das Internet. Bei diesem Medium, wie auch bei den klassischen Medien von der Zeitung bis zum Fernsehen, weiß man das Kapital sehr hilfreich sein kann. Womit relativ schnell klar sein dürfte, warum die Medien so einseitig hinter Barack Obama standen. Probleme an dieser Herangehensweise ist der Mangel an Unabhängigkeit. Wir kennen diese Vorgehensweise schon von Wirtschaftskonzernen, deren Werbung auch immer gerne als vermeintliche Nachricht verpackt über Agenturen und Nachrichtensender oder ähnliche Medien verteilt wird. In der Politik bedient man sich nun auch dieser Waffe, wie der Wahlkampf zwischen Barack Obama und John McCain gezeigt hat. Dies bedeutet wohl für die Zukunft, dass der jenige ein Land regiert, der die besten finanziellen Voraussetzungen mit sich bringt. Dies führt dann mittelfristig zu einer Ausweitung der Diktatur des Kapitals. Eigentlich müsste an dieser Stelle ein Aufschrei der Linken erfolgen, stattdessen feiert man den Sieg. Dies spricht nicht gerade für ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit im Kontext dieser Ideologie.

Sehr spannend ist auch, dass sich gerade die politische Linke das Kapital so zu nutzen gemacht hat, um leichtbeeinflussbare Erstwähler dazu zu bringen, eine Wahl zu entscheiden. Viele von diesen Menschen werden noch sehr enttäuscht werden, auch das wird langsam klar. Denn jetzt, wo Obama am 20. Januar 2009 zum 44. Präsidenten der USA vereidigt wird, rücken die tatsächlichen Ziele mehr und mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Dies bedeutet, man rückt mehr und mehr von dem Bild des Erlösers, also von dem Bild, welches ihn zum Wahlsieger gemacht hat, ab. So geht der Zeit zum Beispiel durch die Medien, dass Obama wohl mit dem Republikaner Robert Michael Gates an dem Verteidigungsminister von George W. Bush festhalten will. Man kann erahnen, was dies für die zukünftige militärische Ausrichtung der USA bedeutet. Im speziellen dürfte man in Deutschland noch überrascht werden, wenn die tatsächlichen Wünsche für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan auf dem Tisch liegen. Alle haben blind den Medien vertraut und nun ist ein 47 Jahre alter Mann, der gerade ein Mal vier Jahre Senator in Illinois war, neuer Präsident der Weltmacht USA. Man wird sehen was er leisten kann und was dies alles für uns bedeutet.

Freude teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • Fark
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Twitter


Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Neues aus Österreich · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 michael weber // 6. Nov 2008 at 14:21

    auch wenn es langweilig ist,so kann ich doch nur beifällig nicken.machen wir uns nichts vor:die,die am “untergang” americas verdient haben,werden am “obamaschen wiederaufbau”weiterverdienen,ja sie haben ihn gewollt und massgeblich herbeigeführt.die kritik wird es schwer haben,die lichtgestalt obama anzukratzen (schon jetzt wird americakritk tabuisiert!).warten wir es ab – schlechter als der grenzdebile 43. kann der 44. präsident kaum werden………….
    und das ZDF titelt “kann obama die welt retten?” mit maybritt illner………
    oh gott,wirf hirn herunter!;-)

Schreib was dazu