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Die Wahrheit des Wortes

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Barack Obama – Eine Hommage an den Krieg

11. Dezember 2009

Nachdem die Politik im allgemeinen und die Wirtschaft im speziellen jegliche Ansätze von Ethik und Moral vernichtet haben, macht sich nun der 44. Präsident der USA, Barack Obama, daran noch einen Schritt weiterzugehen. Gestern nahm er in der norwegischen Hauptstadt Oslo den Friedensnobelpreis entgegen. Ganz davon abzusehen von welch unvorstellbaren Umweltverschmutzungen wir hier bei diesem ständigen Pendeln zwischen den USA und Skandinavien sprechen, muss man seine Rede als Angriff auf den Frieden werten. Hätte Adolf Hitler jemals einen Friedensnobelpreis erhalten und die Bedingungen hierfür sind scheinbar unendlich dehnbar, hätte er inhaltlich wahrscheinlich ähnlich argumentiert. Folgt man den Thesen Obamas, hat man das Gefühl, als führte die Evolution direkt in die Gewalt, in den Krieg. Lange hat man nicht mehr so etwas erschreckenden gesehen und es wurde mit dauerhaftem Beifall quittiert, was zeigt, wo die Welt im Moment steht.

60 Jahre Frieden durch amerikanische Waffen
In dieser Rede sprach durch und durch der amerikanischen Oberbefehlshaber, der Mann der gerade erst 30.000 amerikanische Soldaten nach Afghanistan geschickt hat und er nutzte die Chance auch hier noch einmal zu erklären, warum seine Kriege gerecht sind. Dies geschah natürlich auch in einem sehr starken innenpolitischen Kontext, denn in den Vereinigten Staaten von Amerika hat er so viele Probleme, dass er auch bei solchen Besuchen die Innenpolitik in einen klaren Fokus rücken muss und so kommen an erster Stelle immer die USA und dann die Welt. Man bekam wieder das Gefühl, dass hier der Weltführer spricht, in dessen alleiniger Macht es liegt darüber zu richten, was Gerechtigkeit bedeutet und danach auch zu handeln. Anders ausgedrückt, wird nicht das getan, was für die Gesellschaft der USA positive Effekte hat, muss eben Druck ausgeübt werden, um diese Ziele zu erreichen. Was Obama darunter versteht, scheint er gerade in Afghanistan unter Beweis stellen zu wollen. In einer Rede zur Verleihung des Friedensnobelpreises zu erwähnen, dass es 60 Jahre Frieden durch amerikanische Waffen gab, spricht für sich.

Frieden schaffen ohne Waffen? Blödsinn, es gilt die Macht des Stärkeren, scheint das Leitmotiv zu sein. Das ein solch aggressives Verhalten vielleicht auch zu Gegenaggressionen führen könnte, scheint dem Friedensengel ohne Flügel egal zu sein. So konnte man diese Rede auch als klare Kampfansage gegen den Iran und Pakistan verstehen. Denn auch hier scheint am Ende des Tages zu gelten, dass man einmarschiert, sollte nicht das getan werden, was die USA verlangen. Dies wären dann wahrscheinlich weitere gerechte Kriege die man aufgezwungen bekommt. In Deutschland muss man sich wohl glücklich schätzen, dass es noch immer heißt, die USA seien am 11. September 2001 von Afghanistan aus angegriffen worden. Man stelle sich nur vor, man hätte die Hamburger Terrorzelle als tatsächlichen Angriffspunkt ausgemacht, dann würden jetzt wohl entführte Tanklastzüge, die in den Rheinauen feststecken, weggebombt. Im Moment steht man in Europa auf der vermeintlich richtigen Seite und wurde in der Rede mit einem weiteren gerechten Krieg und zwar dem Krieg auf dem Balkan, auch direkt mit ins Boot geholt, man sollte sich nur überlegen, was passiert, wenn man aus Sicht der Amerikaner nicht mehr auf der richtigen Seite steht.

Die Geschichte wird es zeigen
Barack Obama lobte die USA auch noch einmal dafür, dass sie es immerhin geschafft hätten den Dritten Weltkrieg zu verhindern. Wobei man dies wohl auch nur als eine sehr temporäre Betrachtungsweise einstufen kann und muss. Denn die Bedrohungen in dieser Welt haben sich in einem solchen Maße verändert, dass der Dritte Weltkrieg, in einer völlig neuen, völlig anderen Form eigentlich täglich ausbrechen könnte. In einer Zeit, wo die Armut weltweit massiv anwächst, von Gerechtigkeit zu sprechen, während Obama in seinem Land genauso wenig gegen die Ursache, den Raubtierkapitalismus, tut, wie man in Europa etwas dagegen unternimmt, ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten. Freiheit, ein weiterer wichtiger Begriff um den es immer wieder geht. Wie weit vorne da die westliche Welt ist, bewies sie gerade erst dadurch, dass die Europäische Union (EU) noch schnell die Kontrolle europäischer Konten durch den US-Geheimdienst erlaubte und dies natürlich verdachtsunabhängig. Was Barack Obama vom Friedensnobelpreis scheinbar wirklich hält, scheint sich dadurch zu zeigen, dass er das Programm auf das aller Notwendigste beschränkte und sich gerade einmal 24 Stunden Zeit nahm. Dies reichte natürlich aus, um auch den Norwegern zu erklären, dass sie ganz enge Freunde seien und um seine kriegerische Haltung auch noch einmal auf einer solchen Ebene zu rechtfertigen.

Es war immer wieder die Rede davon, dass er den Friedensnobelpreis zu früh erhalten hätte, man muss sich nur fragen, was noch passieren soll damit der richtige Zeitpunkt erreicht ist. Das Nobelpreiskomitee, von dem übrigens gerade einmal eine knappe Mehrheit von drei zu zwei Stimmen für Obama stimmten, attestierte der Welt übrigens nichts Gutes, denn man verwies immer wieder darauf, dass einem niemand anderes eingefallen wäre der sich so stark für den Frieden eingesetzt hätte, wie Obama. Dieser Fakt degradiert ihn übrigens auch gleich einmal zu einer Notlösung aber dies sei nur am Rande erwähnt. Man möchte diesen Nobelpreis auch unbedingt als Aufruf zum Handeln verstehen und fragt sich direkt, ob dies die Legitimation zum Einmarsch im Iran und in Pakistan war, natürlich nur um für eine atomwaffenfreie Welt zu kämpfen. Obamas ausgestreckte Hand wurde gelobt, ob man die meinte, mit der er immer mehr Soldaten in den Krieg schickt? Obama sagte, er würde die Ehrung mit Demut entgegen nehmen, Körpersprache und Inhalt seiner Rede zeigten da allerdings in eine ganz andere Richtung. Jeder der sich über den Herrn der Kriege George W. Bush opponierte, müsste spätestens nach dieser Hommage an den Krieg auf die Straße gehen und gegen Barack Obama demonstrieren.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Politik · Umwelt · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 supili // 12. Dez 2009 at 11:06

    Der Artikel ist blöd.
    grüssle supili

Schreib was dazu