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Die Wahrheit des Wortes

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Bald sitzt niemand mehr an der Quelle

21. Oktober 2009

In den Koalitionsverhandlungen in Berlin gaben sich die Protagonisten von CDU, CSU und FDP doch sichtlich überrascht darüber, wie marode die Finanzsituation in Deutschland wirklich ist. Jeder Bürger muss natürlich für sich entscheiden, ob er diese Überraschtheit für die Wahrheit hält oder einfach nur für ein großes, politisches Schauspiel. Umgekehrt muss die Frage erlaubt sein, warum sich so viele Menschen nun so überrascht geben, wenn es um das Ende des Traditionsunternehmens Quelle geht. Man fragt sich wie viele Traditionsunternehmen in Deutschland noch den Bach runtergehen müssen bis die breite Öffentlichkeit realisiert, was in Deutschland gerade passiert. Bis zu 10.500 Arbeitsplätze stehen jetzt wieder auf dem Spiel und am gestrigen Tag war in den Medien von bis zu 7.500 Entlassungen die Rede. Man bedenke, die Quelle-Rettung wurde schon gefeiert, genau wie die von Opel. Man muss wohl festhalten, dass hier scheinbar die Korken oftmals zu früh knallen und es massiv an Realismus mangelt.

Überraschung

Die Abläufe sind schon seit Monaten immer wieder die selben, täglich kann man in den Medien positive, neue Nachrichten verfolgen, dass es in Deutschland endlich wieder nach oben geht. Dies wird auch dadurch untermauert, dass der DAX von seinen Höhenflügen scheinbar gar nicht mehr runterkommt. Aber was ist die Realität? Die Realität ist, dass nun mit Quelle ein weiteres deutsches Traditionsunternehmen liquidiert wird. Realität ist, dass die schon so oft gefeiert Opel-Rettung, die zuletzt durch eine Übernahme durch Magna gesichert sein sollte, nun auch wieder wackelt und auch hier der Begriff Insolvenz wieder im Raume steht. Mit dieser Liste könnte man nun unendlich fortfahren und sie wird wahrscheinlich täglich länger. Die gerade abgewählte Große Koalition konnte die Katastrophe in der deutschen Wirtschaft nicht abwenden, somit stellt sich die Frage, wie es nun weitergehen soll. Vielleicht stellt die Ankündigung Quelle abzuwickeln ein erstes Signal dar.

Vor der Bundestagswahl war immer wieder die Rede davon, dass sich die Politik die dicken Brocken, wie zum Beispiel Quelle aber auch Opel, auf einen Zeitpunkt nach den Wahlen gelegt haben könnte, genau danach schaut es in diesen Tagen massiv aus. Fakten schaffen nennt man so etwas, denn auch an dieser Stelle kann die neue Regierung sich wieder einmal sehr überrascht zeigen und so tun als hätte sie vor der Wahl von all dem nichts gewusst. Es sei nur darauf hingewiesen, dass ein großer Teil der neuen Regierung auch der alten angehörte, also gar nicht wirklich überrascht sein kann. Quelle erhielt, um das Überleben zu sichern, einen 50 Millionen Euro schweren Massekredit, wo auch noch nicht feststeht, wie viele Millionen Euro nach der Abwicklung des Versandhändlers am Steuerzahler hängen bleiben. Einer der großen Retter im Kontext der Quelle-Rettung war damals Horst Seehofer (CSU), genau einer der Mensch, die gerade mit dabei sind eine neue Regierung für Deutschland zu schmieden. Man kann hier schon deutlich erkennen, wie die Wahrheiten in Deutschland tatsächlich gelagert sind.

Und noch eine Überraschung

Man muss sich bei alldem überlegen, was es dem Bürger, was es einer Gesellschaft bringt, wenn die Wirtschaft läuft aber keiner mehr Arbeit hat bzw. es nur noch Arbeit gibt von der man den Lebensunterhalt nicht finanzieren kann. Man kann sich daran erfreuen, dass die Raubtierkapitalisten an den Börsen so weitermachen, als sei nie etwas geschehen, nur gut leben werden dadurch nur einige wenige. In den nächsten Tagen wird es in der Bundesrepublik Deutschland eine neue Regierung geben und genau diese Damen und Herren müssen es schaffen das Ruder herumzureißen, sollte es diesmal wieder nicht gelingen, kann sich die alte und wohl auch neue Regierungschefin Angela Merkel (CDU) nicht mehr einfach auf den schlimmen Koalitionspartner berufen. Auf der anderen Seite wird die FDP nun beweisen müssen, dass man ihr als Wähler vertrauen kann. Sollte sich allerdings an der Gesamtsituation in Deutschland wieder nichts verändern, sollten sich die Bürger überlegen in breiter und gut organisierter Masse auf die Strasse zu gehen und nicht wieder abwarten bis es zu spät ist. Vielleicht hilft nur das, um der Politik klar zu machen, dass sie vorrangig das Volk zu vertreten hat und nicht die Wirtschaft.

Das Ende von Quelle bedeutet auch wieder weitere zerstörte Existenzen in Deutschland und dies wird wieder Folgen haben. Mit jedem dieser neu geschaffenen Fakten, verändert sich diese Gesellschaft nachhaltig und dies geschieht im Moment in Deutschland jeden Tag. Man darf sich also später nicht überrascht zeigen, wenn man in einer Gesellschaft lebt, die man so niemals haben wollte. Wenn man es anders haben will, muss man in der Gegenwart, die bald schon die böse Vergangenheit sein könnte, aktiv werden. Auf dieser Welt, in Europa und damit letztendlich natürlich auch in Deutschland kämpfen vermeintliche Eliten für eine neue gesellschaftliche Ordnung, wenn man dagegen nicht aktiv vorgeht und dies gilt für die Volksvertreter, ebenso wie für das Volk selbst, kann man sich am Ende des Tages nicht beschweren, wenn man zu den großen Verlieren gehört. Es sei an dieser Stelle auch noch einmal darauf hingewiesen, dass mit jeder Insolvenz, mit jeder Fusion der Markt monopolartiger wird, was natürlich später auch wieder zu Lasten der Gesellschaft gehen wird, denn zum einen mangelt es so natürlich immer mehr an Wettbewerb, was nicht im Sinne des Verbrauchers ist und zum anderen laufen die verbleibenden Unternehmen immer Gefahr systemrelevant zu werden und müssten dann im Notfall wieder, wie zum Beispiel die Hypo Real Estate (HRE), vom Staat und damit letztendlich vom Steuerzahler durchgefüttert werden. Man sieht sehr deutlich, wie wichtig es ist die Arbeit der zukünftigen Regierung genau im Auge zu behalten.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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