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Die Wahrheit des Wortes

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Babyleiche in einer Waschmaschine in Großkugel

20. Oktober 2008

Am Sonntag entdeckte ein 28 Jahre alter Mann in seiner Waschmaschine den verstorbenen Säugling seiner 27 Jahre alten Lebensgefährtin mit der er bereits ein gemeinsames Kind im Alter von zwei Jahren hat. All dies spielte sich in dem kleinen Ort Großkugel in der Nähe von Magdeburg ab. Die weiteren Fakten der Tat werden sich nun wohl in den nächsten Tagen klären, bislang steht nur so viel fest, die Mutter des Säuglings hatte ihrem Lebensgefährten erzählt, sie hätte eine Fehlgeburt gehabt und den toten Säugling in der Toilette runtergespült. Mittlerweile räumte sie allerdings ein, dass das Kind nach der Geburt gelebt habe, was auch eine bereits durchgeführte Obduktion bestätigte. Eine weitere grausame Tragödie in unserer Gesellschaft, die bei näherer Betrachtung niemanden schockieren dürfte.

Auflösungserscheinungen einer Gesellschaft

Wenn wir diese Nachricht lesen, fühlen wir uns gleich an die schrecklichen Nachrichten aus Darry oder auch Plauen erinnert. Es sind immer wieder diese Fälle, die uns in eine Mischung aus Wut und Trauer treiben. Man versucht oft solche grausame Morde an den Kleinsten in unserer Gesellschaft zu einem Problem in Ostdeutschland zu machen. Aber wenn wir zum Beispiel den Fund der Kinderleichen von Möllmicke in der Nähe von Olpe bei Köln nehmen, sehen wir, dass es eben kein reines Problem der neuen Bundesländer darstellt. Man kann sogar noch einen Schritt weitergehen und den unvorstellbar grausamen Inzestfall von Josef Fritzl aus dem niederösterreichischen Amstetten mit einbeziehen und sieht dann, dass es sogar ein Länderübergreifendes Problem ist. Es scheint als lösen sich Teile der Gesellschaft einfach auf.

Man wird das Gefühl einfach nicht mehr los, dass diese schrecklichen Straftaten erste Anzeichen einer zerfallenden Gesellschaft sind. In einer Zeit, wo das Interesse an Mitmenschen immer weiter sinkt, ist natürlich ein Gesamtgefüge in großer Gefahr. Denn all diese Taten zeigen auch eine weitere Gemeinsamkeit auf. Die Nachbarschaft, der Familienbund verschwindet immer mehr und damit natürlich auch der darin begründete Sicherheitsfaktor. Denn Fakt ist, wenn die Menschen mehr Rücksicht aufeinander nehmen, schränkt dies auch die Gefahr solcher Taten ein. Da allerdings ein gewisses Egoismusprinzip immer weiter auf dem Vormarsch ist, werden uns solche Fälle wohl auch noch eine ganze Weile begleiten und uns immer wieder aus der kunterbunten Welt der Daily Soaps herausreißen.

Falsche Vorbilder aus Wirtschaft und Politik

Wenn man ein Mal von dem medialen Ablenkungsfeuerwerk, von den gerade genannten Daily Soaps bis hin zu den verschiedensten Volksverdummenden Reality Shows absieht, krankt die Gesellschaft aber noch an einer ganz anderen Stelle. Denn, wenn man sich auf der Ebene der Wirtschaft umsieht, wo uns allen auch Tag ein Tag aus gezeigt wird, dass es nicht En Vogue ist Verantwortung zu übernehmen, prägt auch so etwas eine Gesellschaft auf das Tiefste. In einer Zeit, wo es einfach keinerlei Verantwortung in Personenkreisen mehr gibt, die sich gerne als Elite darstellen, muss man sich nicht wundern, wenn die breite Masse der Bevölkerung, sich genau diesen Vorbildern anpasst und ebenso verantwortungslos agiert. Natürlich bringt kein Bankmanager sein Kind um und versteckt es dann in seiner häuslichen Umgebung aber der Verhaltensweg ist absolut vergleichbar.

Die Politik bzw. die Politiker die diese gestalten, weisen allerdings ein ähnliches Verhalten, wie die Verantwortungsträger aus der Wirtschaft, auf. Denn anstatt gerade auch im Bereich der Wirtschaft für ein Mehr an Sozialem zu sorgen, geht man hin und fördert den Weg, den die Wirtschaft vorgibt auch noch und führt so zu einer weiteren Verschlechterung für gewisse soziale Schichten. 500 Milliarden Euro für die Wirtschaft, werden binnen einer Woche zur Verfügung gestellt. Ein paar Millionen für Bildung oder für die Schwächsten in unserer Gesellschaft sind aber oftmals angeblich nicht zu finanzieren. Sehr oft wurde in diesem Kontext, dass große Ziel des ausgeglichenen Haushaltes für 2011 angeführt. Geht es allerdings um die Wirtschaft, hat dieses Ziel plötzlich eine nachrangige Bedeutung. Deutlicher kann man dem Volk nicht klar machen, wie die Prioritäten in diesem Land verteilt sind.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Neues aus Österreich · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 mutz // 30. Nov 2008 at 18:39

    kindstötungen hat es schon immer gegeben.
    dafür dem “modernen leben” die schuld zu geben ist doch ziemlich weit hergeholt.

Schreib was dazu