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Die Wahrheit des Wortes

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Ausländer? (K) eine Frage der Papiere!

13. Februar 2008

Fairschreiben äußerte sich bereits in dem Artikel über die Brandkatastrophe von Ludwigshafen, über den Auftritt des türkischen Premierminister Recep Tayyip Erdogan. Dieser Auftritt war allerdings nur der Auftakt von mehreren Veranstaltungen in der Bundesrepublik. Man kann durchaus sagen, dass dieser Besuch zu einer weiteren Spaltung in diesem Land geführt hat und so etwas ist niemals im Sinne eines vereinten Europas. Noch schlimmer ist aber auch der Ansatz, dass ein globales Problem in unserem Land, in unserer Gesellschaft, so auf eine Bevölkerungsgruppe minimiert wird. Wenn man, wie in den letzten Tagen so häufig, von Integration spricht, geht es um viel mehr als nur um die türkischen Mitbewohner dieses Landes.

Erdogan hat den europäischen Gedanken nicht verstanden

Herr Erdogan hat mir ein Mal mehr bewiesen, dass wenn sich in der Türkei, Kräfte wie er sie repräsentiert, durchsetzen, eine Aufnahme der Türkei in die EU als ausgeschlossen gelten muss. Denn seine Äußerungen zum Thema Assimilation und Integration vor 16.000 Besuchern in Köln, haben klar gemacht, dass er den europäischen Gedanken entweder nicht verstanden hat oder ihn ablehnt. Die Versuche, manch deutscher Politiker, jetzt die Wogen zu glätten und das mit dem Hinweis, dass Erdogans Rede auch positive Ansätze gehabt hätte, zeigt mir ein Mal mehr die Ohnmacht der deutschen Politik in diesem Bereich. Denn, egal was Herr Erdogan auch noch so positives hat verlauten lassen, war der Tenor seiner Rede ganz klar und unmissverständlich und ist wahrscheinlich auch deshalb von ihm mittlerweile wiederholt worden.

Der Artikel über Ludwigshafen wird mittlerweile in verschiedenen Internetforen kontrovers diskutiert und es ist spannend dies zu verfolgen. So gibt es zum Beispiel bei webnews, klare Statements über den Mord an Türken in Ludwigshafen. Ich hätte nicht gedacht, dass Menschen so etwas wirklich denken können bzw. so kurzsichtig sind. Man muss natürlich auch berücksichtigen, dass wir immer wieder nur von Türken und Deutschen reden, was natürlich darin begründet ist, dass Menschen türkischer Abstammung, den größten Teil der ausländischen bzw. der Menschen mit Migrationshintergrund, in der Bevölkerung ausmachen. Man sollte überall dies nicht vergessen, dass es da noch einen großen Anteil an Menschen anderer Herkunft gibt, um die wir uns auch kümmern müssen. Allgemein bleibt die Frage, wer ist ein Deutscher und wer ist ein Ausländer?

Motivation zur Integration

Es gibt Menschen in diesem Land, die hier geboren sind, die deutsche Staatsangehörigkeit haben und ich im Traum nicht dahinter käme, dass es sich um `Deutsche` handelt. Genauso gibt es den umgekehrten Fall, dass es Personen in meinem Umfeld gibt, wo ich mir denke es seien `Deutsche`, dabei haben sie nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Man sollte sich also nicht auf ein staatliches Dokument verlassen, um eine solche Frage zu klären. Ich persönlich kann mit dieser Diskussion so oder so nur bedingt etwas anfangen, da man sie meiner Meinung nach relative einfach, vom Thema Staatsangehörigkeit abkoppeln könnte. Menschen leben aus den verschiedensten Gründen in Deutschland. Sie tun dies, weil sie hier geboren sind, weil es ihnen hier besser geht als in ihrer Heimat oder auch weil sie aus politischen Gründen nicht mehr in ihrer Heimat leben können. Natürlich spielt der Grund des Aufenthalts eine große Rolle im Kontext zur Motivation zur Integration.

Ich habe oftmals das Gefühl, dass gerade Menschen, die als Hauptmotivation ihres Aufenthaltes in diesem Land, einen wirtschaftlichen Aspekt haben, weil es ihnen zum Beispiel in Deutschland ohne Arbeit besser geht, als in ihrer Heimat oder ihrem Herkunftsland, lieber unter sich, lieber in ihrem kulturellen und religiösen Umfeld isoliert bleiben. Dies ist natürlich erst ein Mal legitim. Diese Personen dürfen sich dann allerdings nicht beschweren, wenn sie eben ausgegrenzt Leben, da sie diesen Wunsch, durch ihr Verhalten, nach außen vermitteln. Es muss auch klar gesagt sein, dass so etwas keine Berichtigung für Diskriminierung in irgendeiner Art darstellt. Andere Beispiele gibt es aber auch zur Genüge, da sind Menschen, für die der Aufenthalt in diesem Land, durch verschiedene Faktoren zeitlich begrenzt ist, die sich aber sowohl sprachlich, wie auch kulturell sehr schnell hier integrieren, also hier ankommen. Diese Personen stehen dann natürlich schneller Mitten in der Gesellschaft als andere.

Menschen

Man muss berücksichtigen, dass wir alle vor allem eines sind `Menschen` und wir müssen auch nicht alle Freunde sein aber wir müssen uns gegenseitig respektieren und akzeptieren. Alles weitere ist eine Option, die vieles schöner und einfacher macht aber für ein friedliches miteinander, reicht auch schon Respekt und Akzeptanz aus. Genau dies muss aber nicht nur von Deutschen kommen, denn oft genug werden auch Stimmen laut, die den Gedanken zu lassen, dass manch einer weder die Verfassung, noch die christliche Grundausrichtung dieses Landes akzeptiert. Dann muss auch die Frage gestattet sein, ob Menschen, die eine solche Auffassung vertreten, in Deutschland wirklich im richtigen Land sind?

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik

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