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Die Wahrheit des Wortes

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Auf zu neuen Kolonien

18. Juli 2011

Endlich scheint wieder die große Zeit des Kolonialismus gekommen zu sein, scheint sich wohl manch einer im politischen Berlin aber natürlich auch anderswo auf der Welt zu denken. Natürlich sieht diese neue Form ganz anders aus, als das, was man auf diesem Gebiet bislang kannte aber inhaltlich ändert dies kaum etwas. In der letzten Woche reiste Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) durch Afrika und man kann behaupten, dass es unterm Strich um Sicherheit, also Stabilität und um Wirtschaftfragen ging, was erst einmal gar nicht so schlecht klingt. Man könnte dies nun auch so verstehen, dass gemeint ist, spielt man auch in Afrika so wie der Westen es gern hätte, hilft der Westen auch ein wenig. Im Norden Afrikas fing alles an, mit dem arabischen Frühling, der wie aus dem Nichts kam und doch sehr viel veränderte, vor allem auch die wirtschaftlichen Chancen des Westens und der braucht zwingend neue Spielwiesen. Mit dem Umkrempeln Nordafrikas und der arabischen Welt scheint es allerdings noch lange nicht vorbei zu sein und es soll im Kontext Afrikas wohl auch nur der zarte Anfang sein. Man muss auch eingestehen, dass die Chinesen schon viel früher auf die Idee mit Afrika kamen aber die kann man auf diesem Wege auch gleich versuchen abzudrängen, womit sehr deutlich wird, wie groß der Konflikt ist, der sich hier aufbaut und wo man die Konfliktparteien tatsächlich zu suchen hat.

Bleibt es doch bei Ost gegen West?
Man dachte eigentlich sei der Gedanke eines Ostwestkonfliktes mit dem Fall des Eisernen Vorhangs erledigt gewesen aber man dachte natürlich auch, dass der Kapitalismus gesiegt hätte. Aktuell scheint sich zu zeigen, dass beides wohl nicht ganz der Wahrheit entspricht, denn mit dem Kapitalismus hat man es in der Ausprägung des globalisierten Raubtierkapitalismus so übertrieben, dass nun faktisch die gesamten westliche Welt vor dem Bankrott steht. Ganz anders sieht es da in China aus. Hier verzichtet man großzügig auf Menschenrechte und ähnliches aber dies ist ein Weg, dem sich nun scheinbar auch der Westen immer mehr anpassen möchte, wenn man sich zum Beispiel die Aussagen von Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizère (CDU) im Kontext des möglichen Waffendeals mit Saudi-Arabien anhört. Man scheint seinen neuen Gegner aus Sicht der westlichen Welt gefunden zu haben und schaut nun, wie man sich in diesem neuen bahnberechenden Wirtschaftskonflikt positioniert und Afrika scheint dabei eine nicht unerhebliche Rolle zu spielen. Wie gesagt, man muss aber auch im Auge behalten, wie sich diese Veränderung auf die wichtigen freiheitlichen Faktoren, wie zum Beispiel Demokratie und Menschenrechte in der westlichen Welt auswirken.

Die Sache mit dem bösen Russen ist nun seit gut 20 Jahren Geschichte, nun gibt es eines neues Feindbild im Osten. Natürlich ist dies nichts wirklich Neues und es bahnte sich auch lange genug an aber es könnte härter werden, als es sich viele Menschen im Moment noch vorstellen. Die Konflikte, die sich hier ergeben, werden ganz andere sein, als sie es noch im letzten Jahrtausend waren. Man wird eine ganz neue Qualität von Auseinandersetzungen kennenlernen und man sollte nicht hoffen, dass es friedlich zur Sache geht, denn die Enttäuschung wäre ansonsten sehr groß. Die großen Schlachten, wie man sie aus dem 1. Weltkrieg und natürlich auch aus dem 2. Weltkrieg kennt, sind Geschichte und werden sich so wohl kaum wiederholen. Dies bedeutet aber nicht, dass es weniger Leid geben wird. Eine Warnung die übrigens auch schon Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) immer wieder aussprach und man darf hier wohl wirklich von einem Kenner sprechen, der genau weiß wovon er spricht. China boomt, Länder, wie zum Beispiel Indien, sind auch immer weiter auf dem Vormarsch, während im Westen die Raumfahrtprojekte eingestellt werden und man letztendlich nichts anderes mehr tut, als seine Schulden zu verwalten und den Bürgern immer mehr abverlangt, um eine kleine vermeintliche Elite mit immer mehr Kapital zu versorgen. Natürlich wirken sich solche Entwicklungen auch auf die Demokratie aus.

Das Ende der Demokratie?
Vielleicht wird Barack Obama einmal als der US-Präsident in die Geschichte eingehen, dessen Wahl das Ende der Demokratie, in dem Sinne, wie man sie einmal kannte, einläutete. Vielleicht wird sich auch das Internet noch als etwas ganz anderes entpuppen, als man es in der heutigen Zeit noch denken mag, schließlich spricht man hier von etwas, was der Geheimdienst den ahnungslosen Menschen schenkte. Barack Obama hat bewiesen, dass man Wahlen mit Facebook und Twitter gewinnt und er hat auch direkt bewiesen, dass man als Kriegstreiber noch Friedensnobelpreise bekommen kann. In Deutschland zeigt sich währenddessen, dass sich das Netz, in dem wir alle hängen, auch noch ganz anders politisch nutzen lässt, denn hier kann man anonym und unbehelligte ganze Politikkarrieren zerstören und so gezielten politischen Einfluss aus dem Hinterhalt üben. Vor allem ist das Internet aber wohl das weltweit meistgenutzte Betäubungsmittel und dies auch noch ganz legal und kaum einer spricht über die tatsächlichen Risiken und Nebenwirkungen, wie eben, dass es keinen Aufschrei mehr gibt, wenn deutsche Regierungsmitglieder versuchen die Menschenrechte zu degradieren und sie hinter wirtschaftlichen Interessen einordnen wollen und es scheint so, als ginge es im Moment um nichts anderes.

Es muss ganz neue Wege der breiten Massen geben, wie man nun mit diesem neuen Konflikt umgeht und man muss hoffen, dass es noch nicht zu spät ist. An dieser Stelle schließt sich der Kreis wieder, was die neuen westlichen Kolonien angeht, auch wenn man es anders nennt und den Menschen dort Freiheit und Wohlstand verspricht aber das sollten sie dort alles schon kennen und wissen, was davon zu halten ist. Afrika, angefangen ganz im Norden, muss beginnen zu fordern. Die Revolutionen müssen nun genutzt werden, um sich wirklich für mehr Freiheit, Demokratie und Wohlstand einzusetzen und sich nicht als neues Weideland der westlichen Welt weiterhin ausnutzen zu lassen. Wenn die Menschen dies verstehen und der Funke dann auch nach Europa überspringt, kann wirklich etwas erreicht werden. Sollte dies nicht funktionieren und die westliche Welt dort einfach nur Punkte im neuen Kampf gegen den Osten gewinnen, wird die Welt wohl irgendwann in einer Mischung aus gescheiterten, globalisierten Raubtierkapitalismus, denn dass dieser nur scheitern kann bzw. schon längst gescheitert ist, sollte man mittlerweile auch in Europa begriffen haben und einer Freiheit und einem Menschenrechtsverständnis, wie man es aus China kennt, enden. Jeder muss diese Frage ganz persönlich für sich entscheiden. Freiheit und Wohlstand für viele Menschen, die bereit sind und in der Lage sind etwas dafür zu tun oder Unfreiheit und Knechterei für das Wohlergehen einer kleinen vermeintlichen Elite, die lustig und munter um die Welt zieht, erntet und Armut und Leid hinterlässt.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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