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Die Wahrheit des Wortes

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Auf das falsche Pferd gesetzt

8. Januar 2010

Natürlich beschäftigt man sich auch hier in der Redaktion in Köln ausgiebig mit dem Thema Winter, denn auch hier in der Innenstadt liegt Schnee. Letztendlich sollte man aber auch so realistisch bleiben und festhalten, dass wir nun einmal Winter haben. Vermeintliche Wetterexperten aber auch Klimaforscher die bei jedem Grad, welches angeblich zu viel ist, ansonsten immer gleich die Erderwärmungskeule schwingen, kommen jetzt plötzlich im wahrsten Sinne des Wortes ins Schleudern. Nun redet man von einem Rückgang der Sonnenaktivität, der für die Härte des Winters verantwortlich sein soll. So ist das mit den vermeintlichen Experten, es gibt nichts, was sie nicht irgendwie erklären könnten, auch wenn sie vorher eine andere Meinung vertreten haben. Am Ende des Tages sind viele Fakten dann doch nur noch Missverständnisse.

Streusalz statt Impfstoff
Man könnte natürlich bei solch plötzlichen Meinungsänderungen oder auch Neubewertung schlicht davon sprechen, dass diese Menschen einfach nur auf das falsche Pferd gesetzt haben. Eine solche Herangehensweise an solche Einschätzungen wäre aber wahrscheinlich viel zu unakademisch. Auch dies ist einer der Gründe, warum man sich viel mehr an den Fakten festhalten sollte, als die Zeit mit Bewertungen zu verschwenden. Wir haben Winter und in Deutschland, wie auch im Rest Europas, ist es ziemlich kalt und an vielen Stellen haben die Menschen auch mit erheblichen Schneemengen zu kämpfen. Dieser Kampf könnte in den nächsten Tagen, gerade auch für die Winterdienste, noch ziemlich hart werden, da das Streusalz im Land wohl mehr und mehr zur Neige geht, dies kann man zu mindestens den Medien entnehmen. Zum Wochenende soll es nun noch einmal richtig winterlich werden, wobei wir auch hier wieder nur von Prognosen sprechen, was auch für die Ankündigung eines großen Winterchaos gilt.

Folgt man dem Morgenmagazin der ARD wird es alles nicht so schlimm, es schneit, bleibt kalt und der Wind wird extremer. Folgt man dem Nachrichtensender n-tv wird das Chaos so heftig, dass man am besten, wenn es nicht zwingend notwendig ist, das Haus nicht verlassen sollte. Am Montag wird man schlauer sein, wer nun mit seinen Prognosen richtig lag. Wie daneben man mit den Prognosen bei den Medien von Zeit zu Zeit liegt, konnte man seit April des letzten Jahres im Kontext zur Schweinegrippe erfahren. Wir erinnern uns alle noch an Pandemiepläne, Impfhysterie und ähnliches. Aktuell möchte die Bundesregierung wohl nur noch die Hälfte der 50 Millionen Impfdosen, die geordert wurden, abnehmen, denn die Schweinegrippe scheint Geschichte zu sein. Auch hier sieht man wieder, wie es mit der Einschätzungen der vermeintlichen Experten ist. Vielleicht hätten sich Wetterexperten und Gesundheitsexperten besser zusammengesetzt und man hätte mehr Streusalz als Impfstoff eingekauft, denn dies wäre in der heutigen Situation wohl wesentlich sinnvoller.

Vermeintliche Experten als Lobbyisten
Man darf auch nicht vergessen, dass viele der vermeintlichen Experten, doch wohl auch häufiger mehr oder weniger als Lobbyisten unterwegs sind und es wohl oftmals weniger um eine wissenschaftlich orientierte Bewertung einer Sachlage geht, als viel mehr um eine, wie auch immer geartete, finanziell gesteuerte Bewertung. Somit nimmt man natürlich massiven Einfluss auf die Meinungsbildung in der Gesellschaft und genau darum geht es eben am Ende des Tages. Ein sehr gutes Beispiel hierfür sind die erneuerbaren Energien, desto mehr der Hype um die Erderwärmung angeheizt wird, desto besser steht dieser Markt da. Es ist genau wie mit der Aktie des weltweit größte Salzproduzenten K+S aus Kassel, die scheinbar mit jeder Nachricht über Streusalzknappheit weiter nach oben klettert. Natürlich spricht grundsätzlich nichts dagegen wenn Angebot und Nachfrage Märkte beeinflussen, allerdings sollte dann auch hier Fakten zu Grunde liegen und nicht irgendwelche Einschätzungen vermeintlicher Experten, die sich später als unhaltbar herausstellen.

Diese Art einer Marktgestaltung, die immer mehr auf der Nachrichtenlage basiert, stellt schon keine sehr positive Entwicklung dar, vor allem nicht, wenn die Nachrichten, die die Märkte beeinflussen, nachher so gar nicht mehr existieren. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zum Beispiel, verkündete noch vor gar nicht allzu langer Zeit ein Wachstum für Deutschland von 1,3 Prozent, ganz aktuell hob man die Zahl für 2010 nun auf 2,1 Prozent an. Genau auf solchen, doch ganz offensichtlich sehr schwankungsanfälligen Indikatoren, werden nun aber in der Wirtschaft Milliarden bewegt. Stellt sich hier später heraus, dass man in dem ein oder anderen Bezug auf das falsche Pferd gesetzt hat, kostet das nicht nur die Anleger an den Aktienmärkten richtig Geld, sondern oftmals auch die Arbeitnehmer ihre Jobs. Vielleicht sollte bei vielen der vermeintlichen Experten die Wissenschaft und Forschung selbst wieder mehr in den Fokus rücken, als das Streben nach Anerkennung, privatwirtschaftlichen Forschungsgeldern und gut bezahlten Aufträgen aus der Wirtschaft, denn auch dies würde dem Standort Deutschland letztendlich helfen.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Technik · Umwelt · Wirtschaft

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