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Die Wahrheit des Wortes

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Atomausstieg – Die längste Brücke der Welt

18. Februar 2010

Dies ist die unendliche Geschichte der endlichen Energiereserven auf diesem Planeten oder viel mehr die Geschichte um die Frage, wo uns der Weg der Energieversorgen zukünftig hinführen wird. Feststeht, dass fossile Energieträger, wie zum Beispiel Erdöl, endlich sind. Wobei auch hier schon die Frage aufkommt, wann sie aufgebraucht sein werden. Die so genannten regenerativen oder auch erneuerbaren Energien, wie zum Beispiel die Sonnenenergie, sind unendlich verfügbar oder besser gesagt, sollte es auf der Erde irgendwann einmal kein Sonnenlicht mehr geben, steht dieser Planet vor ganz anderen Problemen, als es die Energieversorgung jemals werden könnte. Man sieht alles scheint so einfach zu sein, wenn dem allerdings wirklich so wäre, würde es diesen Artikel nicht geben, was zeigt wie groß die Problematik tatsächlich ist.

Der Weg von A nach B oder C
Mit der Erkenntnis, dass das Erdöl und auch das Erdgas endlich sind, musste man natürlich überlegen, wie man langfristig die Erde mit ausreichend Energie versorgen will. Ehe man es auch wirklich begriffen hatte, war man dann auch schon mittendrin im Zeitalter der Atomkraft und es wurden immer mehr Atomkraftwerke (AKW) gebaut. Diese sehr effiziente Form der Energiegewinnung hat allerdings, um es einmal ganz vorsichtig zu formulieren, einiges an Risiken und Nebenwirkungen zu bieten. Das größte Risiko ist der Super-GAU. Bei einem GAU spricht man vom größten anzunehmenden Unfall und wie vernichtend und alles tötend so etwas sein kann, musste die Menschheit schon einmal spüren und zwar am 26. April 1986 in Tschernobyl in der Ukraine, die damals noch Bestandteil der Sowjetunion war. Auch wenn dieses Problem bis zum heutigen Tag zwar das größte aller Probleme ist, ist es doch nicht das einzigste. Ein weiteres Problem besteht darin, dass bei der Energiegewinnung in Kernkraftwerken stark verstrahlter Abfall, der so genannte Atommüll, entsteht.

Gerade in diesen Tagen darf man in Deutschland mit den Problemen des Atommüllzwischenlagers Asse in Niedersachsen wieder schmerzlich erfahren, wie weit man bei der Lösung dieses Problems ist. Denn letztendlich muss dieser Atommüll irgendwann einmal wirklich sicher und langfristig gelagert werden. Durch all diese Probleme stand bald fest, dass diese Art der Energiegewinnung nur einen Übergang zwischen der Verwertung fossiler Energieträger und der Energieversorgung der Zukunft sein sollte. Deshalb spricht man hier von einer Brückenlösung, wobei es hier sehr relativ wird, denn wie es nun einmal auf dieser Erde üblich ist, spielen gerade auch im Bereich der Energiegewinnung bzw. Energieversorgung die Interessen der Wirtschaft eine wesentlich mächtigere Rolle, als die des Umweltschutzes. Somit kann bis zum heutigen Tage niemand wirklich sagen, wie lang diese Überbrückung mit AKW wirklich dauern wird und es kann auch noch nicht wirklich jemand sagen, wo diese Brücke am Ende des Tages ankommen wird. Denn wollen die einen in dem Bereich der Solarenergie, Windenergie etc. ankommen, wollen andere bei der Kernfusion ankommen.

Jetzt will man die Sonne kopieren
Im Bereich der Kernfusion reden wir im speziellen von der exothermen Kernreaktion bei der durch die Verschmelzung von Atomkernen Energie frei wird, im Gegensatz zur endothermen Kernreaktion, wo Energie verbraucht wird. Die Kernfusion ist die natürlich Energiequelle der Sterne und damit natürlich auch die Energiequelle des bekanntesten Sterns, der Sonne. Bis man diese Art der Energieversorgung allerdings in Deutschland einsetzen kann, können noch Jahrzehnte vergehen, was die Brückentechnologie der AKW natürlich in manchen Augen noch lange am Netz lassen würde. Natürlich sind die AKW-Lobbyisten ganz scharf auf diese Lösung, da AKW nach ihrer Abschreibung immer rentabler werden und somit ist hier natürlich eine immer weitere Verlängerung der Laufzeiten durchaus gewollt. In Deutschland hat man durch den damaligen Regierungseinfluss der Grünen den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen, während man aktuell versucht auf diesem Weg wieder umzukehren und somit zu den AKW zurückzukehren. Was übrigens auch ein gutes Zeichen dafür ist, wie nachhaltig Politik in Deutschland ist.

Der Kernfusion gegenüber stehen, wie gesagt, alternative Energiegewinnungsmöglichkeiten, wobei natürlich auch hier die Wirtschaft einen großen Einfluss hat und auch hier ihre Märkte aufbaut. Ein gutes Beispiel dafür, wo man an dieser Stelle hin möchte, zeigt der Gedanke riesige Mengen an Sonnenenergie für ganz Europa irgendwann einmal aus der Sahara zu beziehen. Desertec heißt das Zauberwort in diesem Kontext. Genauso wenig, wie man mit Sicherheit sagen kann, welche dauerhaften Risiken und Nebenwirkungen die exotherme Kernfusion haben wird, kann man jetzt schon bestimmen, welche Einflüsse Projekte wie Desertec auf die Natur haben werden, von gesellschaftlichen und politischen Faktoren für die Region ganz zu schweigen. Man sieht sehr gut, dass scheinbar auf allen Seiten der Energiegewinnung vor allem der wirtschaftliche Aspekt höchsten Priorität hat und Umweltschutz, genau wie der Mensch, wie die Gesellschaft, auch in diesen Tagen noch eine untergeordnete Rolle spielen. So lange diese Gewichtung bestehen bleibt, wird es auch keine, für alle annehmbare, Lösung geben und die angesprochene Brücke wird immer länger und länger werden und die Umweltverschmutzung bzw. die Umweltbelastung wird auch ein immer größeres Problem für die Menschheit, so oder so.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Technik · Umwelt · Wirtschaft

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