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Die Wahrheit des Wortes

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Arbeit 2020

17. Februar 2010

Jeder kennt den Begriff Weltwirtschaftskrise. Aber was will einem dieser Begriff eigentlich wirklich sagen? Es gibt drei Wörter die sich hier vereint haben: Welt, Wirtschaft und Krise. Damit ist eigentlich alles recht plausibel, denn die ganze Welt von den USA über Europa bis China ist von einer Krise in der Wirtschaft betroffen. Allerdings ist die Verteilung der Schäden, die diese ausgelöst hat, ein wenig ungleichmäßig. Natürlich, und das ist unbestritten, mussten Banker für kurze Zeit auf einen Teil oder gar die ganze Bonifikation verzichten. Manch ein Mehrfachmillionär musste sich sogar von Teilen seiner Immobilien trennen. Aber was ist mit dem Rest, was ist mit der breiten Masse? Genau an dieser Stelle wird das Thema richtig interessant. Denn letztendlich wird man gerade Zeuge, wie sich ein gesamtes, globales Gesellschaftssystem völlig neu ausrichtet. Es ist ähnlich, wie zu Zeiten der Industrialisierung aber so deutlich mag man es den Menschen wohl nicht klar machen.

Der Zusammenbruch der Systeme
Man erinnert sich noch gut, es ist gerade einmal knapp 20 Jahre her, als der Eiserne Vorhang fiel. Sozialismus, Kommunismus all diese Ideologien hatten versagt und es blieb nur ein Sieger übrig, der Kapitalismus. Hier stellt man einmal mehr fest, dass es ein großer Fehler der Menschheit ist, immer wieder den Zeitfaktor zu ignorieren und kurze Augenblicke, Momentaufnahmen, als große Realitäten zu deklarieren. Denn 20 Jahre nachdem das vermeintlich Gute über das Böse triumphiert hatte, wurden die Fragen immer lauter, ob die Form, die Ausprägung des Kapitalismus, wie wir sie aktuell erleben dürfen, wirklich noch die Bezeichnung das Gute verdient. Im Moment müssen Begriffe, wie zum Beispiel Ethik und Moral, immer mehr den so genannten Regeln des Marktes weichen und da ist einfach kein Platz für so etwas. Gewinne, Gewinnmaximierung zählt und das ganz offensichtlich um jeden Preis. Das der Mensch dabei oftmals auf der Strecke bleibt, scheint uninteressant geworden zu sein. Der Stärkere überlebt, dass ist die Maxime unserer Tage.

Natürlich hat das niemand so gewollt, es ist alles durch Zufall einfach so passiert. Dies klingt ähnlich glaubhaft, wie die immer wiederkehrenden Aussagen, dass unter dem Strich eigentlich niemand die Verantwortung für die heutige wirtschaftliche oder gar gesellschaftliche Situation trägt. Man darf den Bankern keine Schuld geben, die Manager aus der Wirtschaft, die alles aus ihren Mitarbeitern rausgepresst haben, um weiterhin im großen Spiel mitspielen zu dürfen, trifft natürlich auch keine Schuld und die Politik wollte sich natürlich auch nicht in sich frei entwickelnde Märkte einmischen, denn diese Form der Ideologie war gerade erst gescheitert. Das Volk, möchte sich scheinbar mit alldem auch nur maximal am Rande auseinandersetzen. Es scheint sogar so, als wäre das ganze Demokratieverständnis oftmals damit erschöpft, dass man das Kreuz dort macht, wo die Medien es einem suggerieren. Hauptsache man hat irgendwas getan und am Ende des Tages sollte natürlich noch ein Vorteil dabei rauskommen. Keinem scheint aufzufallen, dass genau dieses Verhalten das System erst möglich macht.

Die Allmacht des Kapitals ist eine Lüge
Menschlichkeit, Geborgenheit, Nächstenliebe all diese Begriffe gibt es auch in diesen Tagen noch, sie sind halt nur abgestuft worden und hinter Gewinnsucht, Gier und Status in der Gesellschaft gerutscht. Dies soll bedeuten, stimmt der Kontostand, hat man einen für sich angemessenen Status in der Gesellschaft erreicht und ähnliches, dann kann man sich auch wieder diesen Begriffen zuwenden. Ansonsten gilt der pure Überlebenskampf. Dies klingt nun alles erst einmal ganz düster und unrealistisch aber hier muss man beachten, dass dieser Artikel von Arbeit im Jahr 2020 handelt und wir sind gerade einmal am Beginn des neuen Jahrzehntes. Wenn Politiker, wie zum Beispiele der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU), eine Art Zwangsarbeit für Hartz-IV-Empfänger fordern, also Menschen die auch Bestandteil dieses so genannten Sozialstaates sind zur Arbeit verpflichtet werden sollen und dies scheinbar um jeden Preis, stellt sich doch, zu mindestens in einem Sozialstaat, die Frage, ob es hier nicht um die Wiedereinführung der Sklaverei auf einer neuen Ebene geht.

Wer weiß schon, wie man in 100 oder gar 1.000 Jahren über die Geschehnisse dieser Tage urteilen wird. Natürlich, wir leben im Jetzt und Hier und die, die es können, genießen es auch, allerdings wird sie dieser Fakt alleine nicht von Schuld freisprechen. Man merkt schnell, worum es bei der Weltwirtschaftskrise tatsächlich geht, um eine weitere Neuordnung der Gesellschaft in Europa und natürlich auch dem Rest der Welt und dies zum Nutzen einiger Weniger und zum Nachteil der Massen. Man darf aber auch nicht müde werden, darauf zu verweisen, dass die Masse all dies mit sich machen lässt. Man kennt die Aussage, was soll ich alleine denn tun, nur zu gut. Letztendlich ist es aber wohl viel mehr so, dass man seine Position im System nicht dadurch gefährden möchte, dass man irgendwie auffällt. Erst wenn es für einen persönlich zu spät ist, fallen einem scheinbar wieder Begriffe wie Solidarität oder ähnliches ein. Es wäre zu einfach die Schuld nur auf eine Seite zu verschieben, denn alles im Leben hat zwei Seiten, dass sollte man niemals vergessen. Wie Arbeit 2020 aussieht haben nicht nur einige vermeintlich Mächtige zu entscheiden, jeder hat eine Stimme und kann aktiv werden, verwirkt man allerdings diese Chance, sollte man sich nachher nicht beschweren.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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