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Die Wahrheit des Wortes

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Amy Winehouse – 27 Jahre und chancenlos?

26. Juli 2011

Sechs lange Stunden lag die Soulsängerin Amy Winehouse wohl tot in ihrem Bett, bevor sie am Nachmittag von einem ihrer Leibwächter leblos aufgefunden wurde. Amy Winehouse wurde nur 27 Jahre alt. Allerdings muss man auch einräumen, dass ihr Tod die wenigsten Menschen wirklich überraschte, denn so genial die Sängerin auch war, so krass war auch ihr Lebensstil und dieser wurde auch weitgehendst toleriert. So räumte ihre Plattenfirma ihr alle Zeit der Welt ein, nachdem sie zuletzt ihre Tour abbrach, da sie in Belgrad ausgebuht wurde, nachdem sie zugedröhnt auf der Bühne stand und die Töne kaum traf. Drogenexzesse, wie aber auch, die bei ihr schon fast obligatorischen Alkoholexzesse, gehörten genauso dazu, wie ihre großartige Stimme, die sie weltberühmte machte. Nun ist ihr Tod auch im Kontext des Musikzirkus nicht wirklich so außergewöhnlich, man fühlt sich an Janis Joplin oder Kurt Cobain erinnert aber trotzdem ist es natürlich traurig, wenn eine so junge Frau verstirbt. Da die Polizei die Todesursache als unklar einstufte, bleibt natürlich Raum für Spekulationen aber vielleicht sollte man es mit einer anderen britischen Band halten, die in einem Text, allerdings zu einem anderen Thema, einmal sinngemäß sagte: Frage nicht danach, wie jemand starb, sondern danach wie er lebte. Vielleicht sollte man genau dies auch hier tun.

Ist die Musikbranche härter geworden?
Amy Winehouse frühes Ableben kam, wie bereits gesagt, nicht wirklich überraschend und auch ihre Mutter war, wenn man an dieser Stelle den britischen Boulevardmedien glauben mag, nicht sonderlich überrascht. Schicksalhaft in diesem Zusammenhang war wohl auch, dass Amys eigener Vater erst vom Tod der Tochter erfuhr, als der Rest der Welt schon informiert war, da er sich gerade auf dem Weg nach New York befand. Jeder konnte den Lebenswandel dieser begnadeten Künstlerin mitverfolgen, allerdings konnte natürlich auch niemand in sie hineinschauen und so bleibt nur eine äußerlich Betrachtung, die natürlich erahnen ließ, dass die Geschichte irgendwann einmal so tragisch enden würde, wie sie es nun tat. Warum sie diesen Lebensweg mit soviel Alkohol und Drogen gewählt hat, hätte, wenn überhaupt, wohl nur sie selbst beantworten können. Dazu wird es nun nicht mehr kommen, was bleibt sind großartige Musikstücke, die wohl unvergessen bleiben werden und natürlich, so makaber es auch immer wieder ist, gerade riesige Erfolge werden. So haben sich ihre Verkäufe kurz nachdem Tod um fast das 40-fache erhöht. Man kennt diesen Effekt noch sehr gut von Michael Jackson und was sich in Folge seines Ablebens abspielte.

Natürlich kommt man bei solchen Fakten ganz schnell zu der Frage, ob die Musikbranche härter geworden ist, als sie es noch vor Jahrzehnten war und ob vielleicht hier ein Grund für den frühen Tod der großen, jungen Frau des Souls zu suchen ist. Dies kann man aber wohl verneinen. Natürlich hat sich durch die digitalen Medien auch die Musikbranche völlig und ganz verändert, genau wie sich natürlich auch die Gesellschaft ganz allgemein in den letzten Jahrzehnten verändert hat und es mag sich auch wirklich oftmals härter anfühlen aber irgendwann wird man auch auf diese Zeiten zurückblicken und feststellen, dass sie nicht härter waren, als andere auch. Es mag zynisch klingen aber auch in den kommenden Jahrzehnten werden großartige, junge Künstler sehr früh und natürlich auch zu früh sterben, wobei man auch fragen muss, ob es nicht immer zu früh ist zu sterben aber dies ist eine ganz andere Diskussion, die hier erst einmal nicht hingehört. Die Kunst, und vor allem die ganz große, und dafür stand Winehouse im Bereich des Souls mit Sicherheit, wie auch ihre unzähligen Auszeichnungen zeigen, hat auch immer etwas mit dem Wandel zwischen Genie und Wahnsinn zu tun und auch hier für gibt es unendlich viele Beispiele. Mit diesem Wandel geht wohl jeder Betroffene auf seine ganz eigene Art um und dies kann fatale Folgen haben, wie auch dieses Beispiel nun zeigt.

Ist ein anderer Umgang mit Drogen die Lösung?
Natürlich entbrennt im Moment auch wieder eine Diskussion zum Umgang mit Drogen aber ganz ehrlich gesagt, ist auch dies nichts Neues. Drogen und Musik, um nicht gar zu sagen, Drogen und Kreativität gehören zusammen. Es ist eine lange Tradition über die man hier ohne jegliche Beurteilung spricht und ebenso lang ist auch die Liste derer, die ihnen zum Opfer fielen. Michael Jackson war der letzte aufsehenerregende Fall in diesem Zusammenhang und auch hier spielten Betäubungsmittel die maßgebliche Rolle. Nun muss man natürlich auch festhalten, dass Amy Winehouse etwa halb so alt war, wie Michael Jackson, wobei natürlich auch Jacko von Kindestagen an unter enormen Druck stand und damit ist man bei einem spannenden weiteren Thema in diesem Kontext, der enorme Druck. Man darf davon ausgehen, dass auch dies in diesem Bereich eine maßgebliche Rolle spielt und in vielen Fällen muss es auch gar nicht immer der äußere Druck sein, der hier den Ton angibt. Im nächsten Jahr sollte Amys nächster Tonträger erscheinen, wie gesagt, endete ihre Tour in Belgrad in einem Desaster, bevor sie überhaupt richtig begann, da kann man sich in etwa vorstellen, was auf ihren Schultern lastete und jeder Mensch geht mit so etwas anders um und verarbeitet es auf seine ganz eigene Art und Weise. Im Falle von Amy Winehouse war es ein extrem fataler Weg, der am Wochenende mit ihrem tragischen Tod endete.

In einer Position, wie die in der sich Amy Winehouse befand, hat man natürlich ganz andere Möglichkeiten, was den Zugriff auf Drogen angeht, dies bezieht sich zum einen auf die finanziellen Möglichkeiten aber natürlich auch auf das gesamte Umfeld, was natürlich auch den Ausstieg erschwert oder gar unmöglich machen kann. Wobei man auch anmerken muss, dass es alleine in der Musikszene ausreichend Beispiele gibt, dass ein Ausstieg möglich ist. Letztendlich kann man diesen Bereich eigentlich als gutes Spiegelbild der Gesellschaft im allgemeinen betrachten, denn auch in der ganz `normalen` Gesellschaft spielen Drogen eine nicht unerhebliche Rolle und auch hier fordern diese immer wieder Opfer und gerade auch im Bereich Alkohol werden die Opfer auch immer jünger. Natürlich gibt es auch hier immer wieder Beispiel, dass Menschen davon wegkommen und dies lässt gut erkennen, wie nah diese beiden Welten in einer gewissen Art und Weise bei einander stehen. Es gibt allerdings einen gravierenden Unterschied, wenn ein durchschnittlicher Drogenkonsument, und letztendlich war Amy Winehouse auch nichts anderes, an den Folgen seiner Sucht stirbt, bekommt dies kaum jemand mit und es handelt sich danach nur noch um eine Zahl in einer Statistik, die auch kaum jemanden abschreckt oder alarmiert. Tragisch sind solche Todesfälle trotzdem in beiden Welten gleichermaßen und auch dies ist ein Fakt, den man immer berücksichtigen sollte.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Kultur

Bis jetzt 4 Kommentare ↓

  • 1 Art for Europe » Amy Winehouse - Das Leben ist ein Spiel // 1. Aug 2011 at 05:53

    [...] Umfeld sagt, der Tod sei besser?  Außer durch ihre großartige, rauchige Stimme fiel Winehouse immer wieder durch Alkoholexzesse, wie aber auch durch Drogenexzesse auf, was sich natürlich auch auf den Verlauf ihrer Karriere bis hin zu ihrem frühen Tod [...]

  • 2 Kendall Sowells // 1. Aug 2011 at 11:45

    Schade, dass meine Lieblingssängerin Amy Winehouse verstorben ist. Ich bin schon seit langer Zeit begeistert von ihr. Jetzt wird es leider keine neuen Lieder mehr von ihr geben. Ich will unbedingt wissen, was die Ursache für ihren Tod war. Leider ist diese bis jetzt noch unbekannt. Ich denke, dass sie am abrupten Alkoholentzug gestorben ist. Zusätzliche Infos zu diesem Thema könnt ihr auf dieser Homepage finden.

  • 3 Art for Europe » Amy Winehouse und die Frage nach dem Grund // 23. Jul 2012 at 05:51

    [...] es doch einen gewissen Anteil solch begnadeter Künstler und Künstlerinnen, wie eben auch Amy Winehouse eine war, gibt, die mit all dem Ruhm, dem Geld und dem Erfolg nicht klar kommen und daran [...]

  • 4 Art for Europe » Club 27 // 6. Jul 2016 at 11:39

    […] die jetzige Generation Das aktuellste Mitglied im Club 27 wurde am 23. Juli 2011 die Souldiva Amy Winehouse, auch sie wurde tot in ihrem Haus in London gefunden. Da die Obduktion der Leiche keine konkrete […]

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