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Die Wahrheit des Wortes

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Am Ende gibt es schwedischen Sex

22. Dezember 2010

Dies ist dann der letzte, ganz aktuelle Artikel des Jahres 2010 der auf dieser journalistischen Internetplattform veröffentlicht wird. Morgen folgt noch der Wochenrückblick mit dem passenden Zitat und dann ist erst einmal Weihnachten, bevor es zwischen den Feiertagen, wie jedes Jahr, mit den Jahresrückblicken weitergeht. An einem solchen Punkt ist es natürlich gar nicht einmal so einfach etwas passendes zu finden und es wurde lange in der Redaktion darüber nachgedacht, welches Thema oder Themengebiet wohl passend für diesen Platz wäre. Die Probleme der Kirchen in Deutschland hatten wir bereits abgehandelt und sie werden natürlich auch eine Rolle in den Jahresrückblicken spielen, in sofern machte Julian Assange das Rennen, denn er steht vor allem auch für den Kampf gegen das bestehende System und für die Meinungsfreiheit und dies waren natürlich auch gerade in 2010 große Themen und somit bietet sich hier eine gute Grundlage um das Jahr passend abzuschließen.

Die schwedische Intrige
Es scheint sich doch mehr und mehr zu zeigen, dass es sich bei den Vorwürfen der schwedischen Staatsanwaltschaft gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange, um eine mögliche aber nicht zwingend notwendige Anwendung schwedischen Rechts gehandelt hat. Genau dieser Fakt und vor allem die Tatsache, dass daraus ein internationaler Haftbefehl entstand, der in Teilen der etablierten Massenmedien so ausgebreitet wurde, als stünde Assange mit Osama bin Laden auf einer Stufe, zeigt, wie in der heutigen Zeit Menschen ganz einfach ohne Verhandlung zu Schwerverbrechern gemacht werden können. Dieser Fakt scheint in der neuen medialen Welt, in der wir alle leben, eine nicht unerhebliche Rolle zu spielen und auch ganz gezielt als Waffe eingesetzt zu werden. Hier durch werden natürlich Grundsätze jedes freiheitlichen und demokratischen Gefüges gefährdet bzw. außer Kraft gesetzt. Wenn dies dann, wie im aktuellen Fall, auch noch im Kontext der Meinungsfreiheit geschieht, muss man wohl von einem Angriff auf die Demokratie im ganz allgemeinen sprechen.

Julian Assange und Wikileaks stellen für viele Politiker, aber auch für viele Medienvertreter ein Risiko dar, da hier entlarvt wird, wie in vielen Staaten, gerade auch westlichen Staaten, das wahre Demokratiedenken aussieht und dies ist scheinbar nicht nur sehr kriegerisch, sondern auch nicht wirklich demokratisch. Der Fall Assange zeigt aber auch, wie sicher sich die Mächtigen dieser Welt fühlen, wenn es um den Kampf gegen jemanden wie ihn geht. Es ist immer häufiger zu lesen, dass Assange um sein Leben fürchtet und man darf annehmen, dass diese Befürchtung nicht ganz grundlos ist. Man erkennt aber auch mit wie viel Heuchelei es in diesen Tage zu geht. Denn warum beschwert sich die westliche Welt so häufig über Staaten, wie zum Beispiel die Volksrepublik China, wenn man doch scheinbar mit ähnlichen Methoden vorgeht. Alles in allem gibt es zwar immer mehr Informationen aber man muss auch über deren Qualität nachdenken und sich überlegen, wie weit sie nicht oftmals einfach nur dem Ziel der Reizüberflutung und damit am Ende des Tages der Desinformation dienen.

Wenn die Freiheit in Gefahr ist
Man darf mit dem was sich seit einige Zeit in vielen Demokratien von den USA bis in die Europäische Union (EU) abspielt nicht zu leichtfertig umgehen, denn es geht um einen Angriff der sich nicht nur auf die Meinungsfreiheit bezieht. Vermeintliche Eliten und Experten auf dieser Erde versuchen schon seit Jahren im Rahmen der raubtierkapitalistischen Globalisierung ihr ganz eigenes weltumspannendes System zu etablieren. Es gibt eine immer engere Verflechtungen zwischen der Politik und der Wirtschaft und genau diese Verflechtung wirkt sich doch ganz offensichtlich immer negativer auf die demokratischen Strukturen der Welt aus. Die Welt spaltet sich immer mehr in die auf, die die Aufgabe haben zu produzieren und zu konsumieren und einen kleinen Rest, der diese Massen versucht zu lenken und vor allem den Profit abzugreifen. Da nun immer mehr Menschen genau diesen Weg verstehen und sich dagegen wehren, werden die Mittel mit denen man dies versucht zu unterbinden auch immer härter, auch das hat das Jahr 2010 ganz deutlich gezeigt.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass es einen großen Zusammenhalt innerhalb der Bevölkerung gegen dieses System gibt und der Egoismus in unserer Gesellschaft zurückgedrängt wird. Denn selbst wenn man in seiner momentanen Situation scheinbar noch nicht in seiner Freiheit bedroht ist und versucht durch Zurückhaltung Problemen auszuweichen, ist dies nur eine temporäre Lösung, die sich irgendwann in jedem Fall rächen wird. Es ist ebenfalls wichtig sich ein genaues Bild davon zu machen, wer auf welcher Seite steht. So drohten die Gewerkschaften noch zu Beginn des Herbstes mit einem harten Kampf, wie sie es im übrigen auch im Jahr zuvor taten und es kam, auch wie im Jahr zuvor auch, denn es geschah abermals nichts, was den Ankündigungen entsprochen hätte. Man sieht so sehr deutlich, wie integriert auch jetzt schon die Gewerkschaften in das beschriebene System sind. Hieraus ergibt sich eine weitere schwerwiegende Feststellung für das Jahr 2010 und zwar, dass man die Gewerkschaften, neben den Kirchen in Deutschland, wohl zu den großen Verlierern zählen muss, was natürlich kein gutes Zeichen für unsere Gesellschaft ist und nur zeigt, wie sehr sie dabei ist auseinander zubrechen.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 nextstopjupiter // 22. Dez 2010 at 00:22

    Wir leben in einer authoritaeren Scheindemokratie, die von der Finanzmafia beherrscht und durch Manipulation aufrecht erhalten wird. Es ist hoechste Zeit, dass diesem Treiben ein Ende gesetzt wird, Wikileaks kommt hierbei eine wichtige Rolle zu. Und die getroffenen Hunde fangen an zu bellen …

  • 2 Andreas Hahn // 22. Dez 2010 at 12:54

    Die Rückkehr zum Mittelalter

    Als nach dem Krieg Aufgewachsener, mit den Wassern der Aufklärung, Demokratie und Menschenrechte Gewaschener, habe ich mich schon seit Kohls Zeiten gewundert, was vor sich geht. Denn vieles läuft konträr zu diesen o.g. Wassern. Zur Erfassung der Ereignisse hat mir sehr meine Kindheit in der DDR geholfen, denn dort ging´s autoritär zu.

    Es kann ja kein Zufall sein, dass gerade in dieser Phase eine in der DDR aufgewachsene Person Kanzlerin ist. Denn einerseits vermeint sie nun, Großes für die Entwicklung der Gesellschaft zu tun, andererseits misst sie natürlich alles instinktiv an der DDR-Realität. Damit werden gewisse Einschränkungen und Beschneidungen der liberalen Rechte quasi umgewertet in immer noch passable Vorsprünge gegenüber der DDR. Wer erinnert sich noch an die Spitzelaffären bei Aldi und Lidl, die nur so zu erklären sind, dass ehemalige MfS-Mitarbeiter ihr Fachwissen für die Konzerne einsetzen. Das gleiche gilt für die Auspähung von Topmanagern, sei´s durch Herrn Zumwinkel oder Herrn Nonnenmacher.

    Während früher bei der Startbahn West, Kalkar oder vor der Springerzentrale in Hambur etc. der Volkszorn anbrandete, sehe ich mit Staunen, wie emotionslos (wie der Herr so´s Gescherr) das Volk derlei hinnimmt. Ist es Fatalismus? Ist es Angst? EinPolizist wollte ein Volksbegehren zur Verbesserung der Unterrichtsqualität nicht unterschreiben. Begründung “Man weiß nicht, was die damit anfangen!”.

    Insgesamt kann man weltweit ein Zurückdrängen der Opposition feststellen. Und dank der Terrorsituation und der Furcht der Menschen vor Unannehmlichkeiten (man denke an die Verschleppten im Zuge des Antiterrorkampfes) werden die Menschen immer scheuer. Zudem ist die Informationslage – die Freiheit der Medie, immer verworrener, selbst im Internet, und man weiß gar nicht mehr, was nun wahr ist.

    Wahrscheinlich aufgrund des Erfolges der Yale-Sculls-and-Bones-Fraction mit der Aktion gegen Clinton, man denke auch an die Diffamierung und Enttarnung einer CIA-Geheimagentin, deren Mann Missliebiges von sich ghegeben hatte, arbeitet man zunehmend mit Methoden der Inquisition, was sich anbietet, da “zufälligerweise” Waterboarding etc. legitim wurden.

    Aus meiner Sicht ist das Zeitalter der Aufklärung vorbei. Die Strippenzieher dieser Entwicklung halten sich – wie im Mittelalter – für die Auserlesenen, und solche Naivtrutschen wie die Kanzlerin meinen, sich beherzt ins Rad der Geschichte zu werfen, während sie eigentlich denen den Weg ebnet. Und ich sehe das, was ich mal früher an der Uni gehört habe: die Geschichte ist ein kollektiver Prozess, der mehr oder weniger unbewusst verläuft. Auch gibt es keine Linearität, sondern ein Pendeln. Und so wiederholen sich im Pendelschlag der Geschichte immer wieder die gleichen Dinge. Auch die Entwicklung der Technologie kann die Entwicklung zurück zum Mittelater nicht verhindern, nein, sie kann diese Entwicklung noch beschleunigen.

Schreib was dazu