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Die Wahrheit des Wortes

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Alternativlos

20. Januar 2011

Natürlich ist vor allem dieser Artikel völlig und ganz alternativlos, um ein bisschen scherzhaft das folgende Thema, welches sich mit dem Unwort des Jahres auseinandersetzt, einzuleiten. Es stellen sich natürlich direkt viele Fragen in diesem Zusammenhang, zum Beispiel die nach dem Nutzen einer solchen Entscheidung und die Frage, ob es auf so wichtigen Gebieten, wie Wirtschaft und Politik, nicht schon genug Ablenkung gibt. Natürlich darf man den mahnenden Charakter solcher Unwörter nicht unterschätzen, nur um den geht es leider allzu selten. Was bedeutet aber nun das Unwort des Jahres, alternativlos und gibt es in den gerade genannten Bereichen so etwas wie Alternativlosigkeit überhaupt wirklich oder ist es nicht viel mehr eine wundervolle Ausrede, wenn man etwas ganz schnell, ohne eine ausreichende und wichtige Diskussion durchbekommen möchte. In der Hauptsache ging es bei der diesjährigen Begriffsfindung, um die Alternativlosigkeit im Kontext der Rettung Griechenlands, womit man natürlich auch im Moment wieder ein ganz aktuelles Thema getroffen hat, denn gerade in diesen Tagen geht es um die Alternativlosigkeit im Kontext der Rettung des Euros und auch hier versucht man zu suggerieren, dass es keine Alternative geben würde.

Die Einfachheit der Politik
Politik machen kann so einfach sein, auch dies beweist wohl das Unwort des Jahres. Man muss den Bürgern einfach nur verkaufen, dass es keine Alternative zu dem Thema, welches man gerade durchsetzen will, gibt. Die Alternativlosigkeit in der Politik hat ganz andere Gründe, wenn man es genauer betrachtet und die sind nicht gerade sehr von Demokratie geprägt. Einer dieser Punkte ist, dass man scheinbar immer öfter keine anderen Meinungen zulassen möchte und dies bezieht sich oftmals auch gerade auf die Meinung des Volkes. Eine andere Variante ist, dass man Sachverhalte in den letzten Jahren und Jahrzehnten politisch vor die Wand gefahren hat und es deshalb aktuell wirklich keine Alternativen mehr gibt, wobei auch hier die Schuld ganz klar bei der Politik zu suchen ist. Am Ende des Tages stellt man sehr schnell fest, dass Inkompetenz vielfach vor der Alternativlosigkeit liegt und dies bezieht sich natürlich nicht nur auf die Politik, sondern ebenso auf die Wirtschaft, wo die Prozesse bekanntermaßen sehr ähnlich ablaufen. Wichtig wäre es nun etwas gegen die Alternativlosigkeit, die scheinbar zu einem Regierungsinstrument geworden ist, zu unternehmen und auch hier sind die Bürger gefragt.

Wenn eine Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) oder auch ihr Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ihre Politik immer wieder damit rechtfertigen, wie alternativlos die Situation ist, muss man ihnen klar machen, dass es in jedem Fall Alternativen gibt, wenn es um ihre Positionen und Personen geht, denn hier braucht man ganz und gar nicht von Alternativlosigkeit zu sprechen. Ein gutes Mittel gegen die Alternativlosigkeit die einem täglich durch vermeintliche Eliten und Experten verkauft wird, ist der Druck von der Strasse und hier darf man sich nicht gleich geschlagen geben, denn auch dies ist ein langer Prozess, der sich aber für jeden einzelnen irgendwann einmal lohnen wird und dies wesentlich mehr als eine Politik, die vor allem eines als alternativlos ansieht und zwar den tiefen Griff in die immer leerer werdenden Taschen der Bürger und diese Politik ist nicht nur an die CDU gebunden, schließlich verdankt Deutschland die Agenda 2010 dem Exkanzler Gerhard Schröder (SPD) und diese Politik des sozialen Kahlschlags wird auch aktuell noch von SPD-Größen, sofern man von so etwas überhaupt noch sprechen kann, wie Frank-Walter Steinmeier (SPD) verteidigt.

Es gibt immer eine Alternative
Es ist schon klar, dass Politiker gerne den Joker der Alternativlosigkeit ziehen, da es ihre Inkompetenz und Kompromisslosigkeit vernebeln soll aber darauf fallen immer weniger Bürger im Land rein und auch dies sollte man im politischen Berlin, wie auch im Rest des Landes, akzeptieren. Nur weil man das Interesse daran verloren hat sich gegen die Lobbyisten aus der Wirtschaft durchzusetzen, sofern dieses Interesse überhaupt jemals vorhanden war, ist es inhaltlich einfach inkorrekt hier von Alternativlosigkeit zu sprechen. Es gibt die Alternativen von der Energiepolitik bis zur Rentenpolitik aber genau diese könnten Menschen weh tun, für die man vielleicht später einmal tätig sein möchte und die Liste derer aus der Politik, die von dort in lukrative Bereiche der Wirtschaft gewechselt haben, ist eine der wenigen Listen die länger sein dürfte, als die Liste der Männer die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihren Amtszeiten bislang politisch verschlissen hat. Übrigens ist auch der ein oder andere, der auf der Liste der Verschleißopfer von Merkel (CDU) zu finden ist, auf der Liste derer, die in die Wirtschaft wechselten, zu finden aber wahrscheinlich sahen diese Menschen einfach keine Alternative außer den angesprochenen Wechsel.

Man versucht zwar in Deutschland vieles um die Menschen dumm zu halten, vielleicht ist auch dies ein Grund dafür, warum man mit der Bildungspolitik nicht wirklich vorankommt und auch hier wäre es falsch von Alternativlosigkeit, gerade auch im finanziellen Kontext, zu reden, denn Geld ist in diesem Land schon ausreichend vorhanden, es ist nur eine Frage der Aufteilung und auch hier gibt es durchaus Alternativen, die man in der Politik und der Wirtschaft auch kennt, nur eben ungern anspricht. Man merkt an diesen Zeilen schon, wie man einen großen Teil der angeblichen Alternativlosigkeit in diesem Land abschalten könnte und vielleicht dient das Unwort des Jahres bei noch viel mehr Menschen als Denkanstoss in genau diese Richtung und sollte dem so sein, hätte es einen großen Sinn gehabt, der vielleicht zu einem weiteren Prozess der Veränderung in unserer Gesellschaft führen könnte und dieser wäre auch auf dieser Ebene bitter nötig. Dieser Veränderungsprozess für Deutschland ist übrigens wirklich alternativlos, außer man nimmt es hin, dass dieses Land weiter gespalten wird und über kurz oder lang an dieser Spaltung zu Grunde geht aber dies darf und kann einfach keine wirkliche Alternative sein.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Kultur · Politik · Wirtschaft

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