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Die Wahrheit des Wortes

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Als die Kirche durch das Sommerloch schlüpfte

17. August 2010

Das Thema Sommerloch ist auch hier immer wieder eines über welches man gerne schreibt und man fragt sich, was es eigentlich sein soll. Es ist auch gerne die Rede von der nachrichtenarmen Zeit aber was bedeutet dies denn bitte schön? Im normalen Medienalltag, was auch immer man darunter verstehen mag, bekommt man immer wieder mit, dass Themen untergehen, weil sich die Schlagzeilen wieder einmal überschlagen, da ist es dann doch nur logisch diese untergegangenen Themen eben in der vermeintlich nachrichtenarmen Zeit aufzuarbeiten und dies gilt natürlich vor allem für Themen die relativ zeitlos sind, wie zum Beispiel die ganzen Skandale die schon seit Monaten die Glaubwürdigkeit der Kirchen erschüttern. Diese Thema sucht man aber im Moment doch eher vergeblich und man fragt sich, warum es in den Medien nun nicht endlich einmal nachhaltig aufgearbeitet wird. Aufklärungsbedarf besteht nun gerade auf diesem Gebiet ausreichend.

Sonderrechte für die Kirche?
Nehmen wir die Trunkenheitsfahrt der damaligen Vorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, die für ihr Fehlverhalten natürlich die komplette Verantwortung übernommen hat, allerdings bedeutet dies nicht, dass auch hier gänzlich aufgeklärt werden muss und da sind doch noch einige Fragen unbeantwortet. Es bleibt zum Beispiel die Frage nachdem großen Unbekannten der mit im Fahrzeug gesessen haben soll offen. Hier ist natürlich auch spannend, dass wohl keine Personendaten von dieser Person aufgenommen worden sind, was natürlich nicht nur großen Raum für Spekulationen bietet, sondern auch die Frage aufwirft, ob solche Personen in Deutschland Sonderrechte genießen. Diese Frage stellt sich natürlich an anderer, wesentlich wichtigerer Stelle, noch einmal viel massiver. Denn so falsch die Tat von Käßmann auch war, so harmlos war sie im Vergleich zu anderen Dingen die sich bei der Kirche abgespielt haben.

An dieser Stelle ist man ganz schnell bei der katholischen Kirche und der großen Anzahl von Vorwürfen die hier zum Teil im Raum stehen aber zum Teil auch schon bewiesen sind und die Liste an Skandalen ist sehr lang. Es geht um Missbrauch und Gewalt, Alkohol und finanzielle Unregelmäßigkeiten und es sei noch einmal darauf hingewiesen, wir reden von der katholischen Kirche und nicht von der Mafia, auch wenn es doch viele Menschen gibt die zu mindestens hinter vorgehaltener Hand behaupten die Parallelen seien erschreckend deutlich. Auch hier ermittelte teilweise die Staatsanwaltschaft, wobei diese Ermittlungen auch häufig im Leeren verliefen und dies ist schon irgendwie ärgerlich, denn ein großer Teil der aktuell bekannten Fälle ist schon lange verjährt, was die Vertuschungsversuche der Kirche natürlich auch noch einmal wesentlich verdeutlicht. Denn Schweigen wird bei der Kirche scheinbar von ganz oben, direkt vom Vatikan aus, direkt von Papst Benedikt XVI. verordnet.

Aufklärungswille?
Schaut man sich in der heutigen Wirtschaftskriminalität einmal um, wird hier erst bei der Aufklärung geholfen, wenn die meisten Fakten so oder so schon offen auf dem Tisch liegen. Bis hier hin sieht man eine weitere Parallele zur katholischen Kirche, wobei diese noch einen Schritt weitergeht und selbst wenn bei manch einem schon alle Stricke gerissen wären, noch entspannt weiter blockiert und dies scheinbar wo es nur geht und ohne ein Limit. Von Aufklärungswille ist hier kaum etwas zu spüren, was natürlich auch wieder viele Menschen dazu veranlassen dürfte aus der Kirche auszutreten, denn die Menschen möchten Aufklärung und an dieser Stelle gelten auch keine Verjährungsfristen oder ähnliches. Man muss auch festhalten, dass der Grund für diesen Gerechtigkeitswillen mehr als verständlich ist, denn wenn es Menschen in der Kirche gibt, die immer wieder Moral predigen, sollten sie dieser auch gerecht werden oder aber im angemessenen Rahmen bestraft werden und nicht durch irgendwen geschützt werden.

Die Kirche interessiert dies erst einmal scheinbar nur am Rand, man mischt sich leise, still und heimlich ein bisschen ins Alltagsgeschäft ein, beschäftigt sich mit der Armut und versucht so scheinbar neue Freunde zu gewinnen. Dies ist es aber nicht, was die Menschen suchen oder erwarten, die Menschen suchen und erwarten gerade in der heutigen, durch die raubtierkapitalistische Globalisierung geprägten, Welt, Orte des Schutzes, wo sie sich ganz ihrem Glauben hingeben können, genau diesen Raum hat die Kirche durch all ihre Skandale natürlich nachhaltig ins Wanken gebracht und man wird sehen, wie weit man noch vom Einsturz entfernt ist. Der Glaube und Gott ist die eine Geschichte, die Kirche noch einmal etwas völlig anderes. Diese Zeilen sind durchaus als eine Anregung zu verstehen, dass es auch in diesem Sommer(loch) einiges auf diesem Gebiet zu schreiben gibt und man nur hoffen kann, dass dieses Thema nicht zu zurückhaltend behandelt wird, denn diese Strukturen in der Kirche müssen sich verändern und dabei spielt es auch keine Rolle, wie der Vatikan oder der Papst es sieht.

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Kategorie: Gesellschaft · Kultur · Politik · Wirtschaft

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