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Die Wahrheit des Wortes

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Aldi. Wo es all die leckeren Sachen gibt?

27. Juni 2008

Wir kennen ihn alle, den großen Lebensmitteldiscounter, denn man durchaus als Klassenprimus ansehen muss. Jahrelang wurde das Unternehmen systematisch ausgebaut, die Angebotspalette geht heute weit über den reinen Lebensmittelsektor hinaus. Man bietet Handyverträge, genauso an, wie zum Beispiel auch Reisen und vieles aus dem elektronischen Bereich. Man muss es aber auch als Fakt ansehen, dass man nicht mehr alleine am Markt ist. Hatte man es früher noch mit dem, mittlerweile fast ausgestorbenen, klassischen Lebensmitteleinzelhandel, den so genannten `Tante Emma Läden` zu tun, muss man sich heute mit anderen großen Discounterketten auseinandersetzen, die ähnliche Angebotsstrukturen haben und es dadurch vielfach ein reiner Preiskampf geworden ist. Auf Anhieb hört sich dies erst Mal außerordentlich kundenfreundlich an, aber ist es dies auch wirklich?

Der Kampf im Haifischbecken

Aldi musste laut Informationen des `Handelsblatt` mit einem Umsatzrückgang von 1,5 Prozent auf 27 Milliarden Euro brutto klar kommen, was auch für dieses Unternehmen ein Novum in der Unternehmensgeschichte darstellt. Noch schlimmer dürfte allerdings der Fakt gewesen sein, dass man 0,6 Prozent an Marktanteilen verloren hat. Somit hat Aldi noch einen Marktanteil von 18,9 Prozent. Natürlich kommt es in einer funktionierenden Marktwirtschaft immer wieder vor, dass sich Marktanteile von A nach B verschieben. Dies sind die einfachen Regeln des Marktes. Solche Verschiebungen kommen aber natürlich nicht von ungefähr. Das größte Sorgenkind dürfte der Konkurrent Lidl sein, der immer weiter expandiert. Aber es gibt natürlich noch weitere Konkurrenten auf diesem Markt. Die Frage die sich nun stellt ist, woher kommt der Einbruch beim Umsatz und ist es wirklich nur eine Verschiebung zur Konkurrenz?

Die Lebensmittelpreise in Deutschland steigen immer weiter und weiter an. Dieser Fakt trifft gerade die Familien die als einkommensschwach gelten, sehr massiv. Aber grundsätzlich sollte man meinen, dass höhere Preise erst Mal zu einer Stagnation oder zu einer Steigerung des Umsatzes führen. Denn im Gegensatz zu Luxusgütern, sind Lebensmittel etwas, was einfach auf den Tisch muss. Preiswerter als bei einem Discounter einzukaufen, darf man wohl heutzutage als ein Ding der Unmöglichkeit einstufen. Also muss man entweder mit dem verfügbaren Budget weniger kaufen, was in der Masse für eine Stagnation des Umsatzes sprechen würde, oder man muss das Budget erhöhen, um die gleiche Anzahl an Produkten zu erhalten, was zu der angesprochenen Umsatzerhöhung führen würde. Also man sieht an den stetig steigenden Lebensmittelpreisen kann der Umsatzrückgang des Giganten schon ein Mal nicht liegen. Also liegt es wohl doch an dem unerbittlichen Kampf im Haifischbecken der Discounter.

Einheitspreise und die Frage nach der Qualität

Jedem der regelmäßig einkaufen geht, dürfte bewusst sein, dass sich preislich nicht sehr viel zwischen den Konkurrenten tut. Was der eine diese Woche im Angebot hat, hat der andere in der nächsten Woche zu bieten. Gibt es in gewissen Sektoren, wie zum Beispiel Molkereiprodukten, eine Preiserhöhung oder eine Preissenkung läuft diese meistens auch in allen Unternehmen fast parallel. Also darf man davon ausgehen, dass es auch nicht an der Preisstruktur oder dem Warenangebot liegt. Damit kommen wir zu einem Gebiet, welches man nicht unterschätzen sollte, auch nicht bei einem Discounter. Man darf natürlich gerade auch qualitativ nicht das Niveau des klassischen Facheinzelhandels erwarten aber trotzdem gibt es gewisse Qualitätsansprüche der Kunden. Denn gerade auch Qualität ist natürlich ein wichtiger Aspekt im Kontext zur allgemeinen Kundenzufriedenheit und diese sollte man auch niemals unterschätzen. Denn nur zufrieden Kunden lassen sich gerade auch langfristig an ein Unternehmen binden. Denn stimmt die Qualität nicht, kann es gerade auch bei der heutigen, fast flächendeckenden, Versorgung mit Discounter ganz schnell passieren, dass der Kunde das Unternehmen wechselt.

Persönlich waren die Erfahrungen unserer Redaktion in den letzten Wochen im Bezug auf Aldi eher nicht so positiv. Dies führt natürlich zu einem Verlust an Umsatz und Marktanteilen, gerade auch wenn es vielen anderen Menschen genauso ergeht. Zwei Beispiele. Die Redaktion kaufte CD-Rohlinge in einer 50er Spindel ein, von dieser Spindel waren gut 20 Prozent nicht beschreibbar, also wendete man sich via Internet mit dem Problem an den Hersteller. Dieser verwies allerdings darauf, dass trotz eines eindeutig bei Aldi erworbenen Artikels, ein Umtausch nicht möglich sei. Grund hierfür war der Fakt, dass niemand in der Redaktion den Kassenbon fand. Juristisch ist das Verhalten natürlich einwandfrei, es führt allerdings nicht gerade zur Kundenzufriedenheit. Viel schlimmer aber noch war das Fiasko des letzten Redaktionsgrillens. Man deckte sich mit Grillwürstchen, Grillsteaks, Grillfackeln und einem Paket Brötchen ein. Das Fleisch, mit Ausnahme der Würstchen, führte prompt zu einer Diskussion über die bekannten Fleischskandale und ob es wohl bald wieder einen neuen geben würde. Viel schlimmer als dieses negative Geschmacks- und Qualitätserlebnis der besonderen Art, waren allerdings die Brötchen. Diese kamen beim Grillen nicht zum Einsatz und wurden so in der ungeöffneten Originalverpackung gut vier Tage dunkel, trocken und kühl gelagert. Fazit. Nach dieser Zeit waren sie verschimmelt und das gut einem Monat vor dem Ende der Mindesthaltbarkeit. Kunden bindet man so nicht.

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Kategorie: Gesellschaft · Wirtschaft

Bis jetzt 3 Kommentare ↓

  • 1 Tobias // 27. Jun 2008 at 16:33

    ein ewiger Siegeszug

  • 2 Thorsten // 5. Jul 2008 at 08:40

    Bei dem aktuellen Käse-Skandal solltet Ihr vielleicht auf Grillkäse unsteigen!?!
    ;-)

  • 3 Anton // 10. Jul 2008 at 23:29

    Liebe Leute,

    das ist aber nun wirklich kein Aldi-Problem alleine. Ich war letzte Woche in Köln beim Penny, dass die Limetten verschimmelt waren ist mir zum Glück noch an der Kasse aufgefallen aber das Hühnchen-Filet, welches ich zwei Tage vor dem Ablauf öffnete, hat so ekelhaft gestunken, dass ich gut ne Stunde lüften dürfte. So ist das hier mit den Discountern BILLIG!!!

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