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Die Wahrheit des Wortes

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Agenda Absturz

9. Juli 2008

Siemens baut gut 17.000 Arbeitsplätze weltweit ab, davon über 5.000 in Deutschland. Dies alles geschieht, wie der Siemens-Chef Peter Löscher verkündete, wegen der sich eintrübenden Weltkonjunktur. Auch Henkel will massiv Arbeitsplätze abbauen. Von den ganzen Arbeitsplätzen in den stark treibstoffabhängigen Branchen, wie Busunternehmen, Speditionen, Taxiunternehmen etc. ein Mal ganz zu schweigen. Natürlich wäre es falsch all dies einer Agenda 2010 Politik der rotgrünen Regierung unter dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) anzulasten. Aber es ist Grund genug noch ein Mal auf seine Agenda 2010 Politik einzugehen. Denn schließlich ist diese Politik auch noch immer eine Meßlatte für vor allem die SPD und an deren Zahlen kann man gut erkennen, wie der Durchschnittsbürger dies alles beurteilt.

Kostet Schmiergeld Arbeitsplätze?

Zu erst aber noch ein Mal zurück zu Siemens, wo am gestrigen Tag Fakten auf den Tisch kamen, was den Stellenabbau gerade auch in der Bundesrepublik Deutschland angeht. Denn dieser Stellenabbau geschieht trotz prall gefüllter Auftragsbücher. Die Aussage im Kontext zur eingetrübten Weltkonjunktur, muss sich für viele Menschen wie Hohn anhören, wird einem doch an jeder Ecke suggeriert, dass es gerade auch in Deutschland immer weiter Aufwärts geht und die Arbeitslosenzahlen immer weiter sinken. Außerdem klingt bei Siemens natürlich auch immer der negative Unterton der Schmiergeldaffäre mit. Man darf es wohl als Fakt ansehen, dass Siemens wesentlich mehr Kapital und damit auch Puffer für das beschrieene eintrüben der Weltkonjunktur hätte, würde man nicht Unsummen für Anwälte, Berater, Bußgelder und ähnliches ausgeben müssen. Am Ende des Tages ist aber wie so oft wieder nicht die Elite der deutschen oder internationalen Wirtschaft die sich für so etwas verantwortet, sondern der Durchschnittsverdiener mit seinem Arbeitsplatz.

Fakt ist aber auch, dass die Zahl der Arbeitslosen immer weiter sinkt, ein klarer Erfolg der Regierung Schröders (SPD) meinen viele. Alleine diese Erfolgszuweisung ist schon durchaus diskutabel aber noch schöner ist die andere Seite der Medaille. Denn die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander und das analog zu der gerade angesprochenen Entwicklung bei den Arbeitslosenzahlen. Da wäre es nur logisch auch dies auf die Arbeit von Herrn Schröder (SPD) zu verbuchen. Demzufolge kann sich auch die große deutsche Arbeiterpartei nicht beklagen, wenn sie in den Umfragen ständig neue Tiefstpunkte erreicht, denn genau ihre Wähler sind vielfach die großen Verlierer in diesem Systemwandel und die schlechten Zahlen immer nur einem Kurt Beck (SPD) in die Schuhe zu schieben, ist auch zu kurz gedacht. Fakt ist, es breitet sich immer mehr Arbeit in Deutschland aus, allerdings auf einem Niveau, welches ein Leben sehr schwer bis unmöglich macht. Mit Sozialer Marktwirtschaft hat das wohl kaum noch etwas zu tun. Dies motiviert auch nicht wirklich um produktiv zu sein.

Kinder sind unsere Zukunft

Ein weiteres schönes Beispiel dafür in welche Richtung es seit der Agenda 2010 Politik Schröders (SPD) geht, konnte man vor einigen Stunden in der ARD sehen. Im Nachtmagazin lief ein Bericht über das Projekt `Schüler helfen Leben`. Schüler in Deutschland, die noch keine Sommerferien haben, bekommen ein Tag schulfrei und sollen diese Zeit nutzen, um zu arbeiten. Das so verdiente Geld wird dann gespendet und fließt zum Beispiel in Projekt in Serbien. Mit diesem sehr lobenswerten Projekt wurden in den letzten zehn Jahren gut 15 Millionen Euro organisiert. Im besagten Bericht wurde unter anderem über eine junge Schülerin berichtet, die sechs Stunden für dieses Projekt arbeitete und dafür 25 Euro erhielt. Dies bedeutet einen Stundenlohn, für eine ungelernte Kraft von circa 4,10 Euro. Bei einer Fünftagewoche mit acht Stunden täglicher Arbeit, bedeutet dies 656 Euro im Monat. Nun gut man kann dies nicht als reale Grundlage nehmen aber selbst wenn man den Wert verdoppelt und von 1.312 Euro im Monat sprechen würde, kann man nicht gerade von Reichtum und Luxus sprechen. Denn wenn man sich überlegt, was an Kosten auf eine ganze Familie inklusive Miete, Strom und Essen zukommt, erreicht Armut in Deutschland ganz neue Dimensionen.

Kinder bringen einem sehr viel. Kinder sind in diesem Staat sehr erwünscht, zu mindestens was den Faktor Absicherung der Rente angeht. Aber natürlich darf man bei den gerade genannten Daten und Fakten nicht überrascht sein, wenn viele junge Paare heutzutage vor allem erst ein Mal den Faktor Kosten in die Familienplanung mit einbeziehen und so zu einer negativen Entscheidung in Bezug auf die Familienplanung kommen. Wenn man der so oft ausgegebenen Parole folgen mag, dass Kinder unsere Zukunft sind, sieht es nicht rosig für dieses Land aus. Man muss übrigens bei den Renteneinzahlern von Morgen, auch immer berücksichtigen, dass diese die Rentenempfänger von Übermorgen sind. Diese logische Konsequenz wird aber gerne ignoriert. Wie man sieht, ist dieses Land viel tiefer in der Krise, als man es oft in der breiten Masse der Medien gezeigt bekommt und Besserung scheint auch nicht in Sicht. Gerade auch dann nicht, wenn man Peter Löschers Aussage Glauben schenken mag, dass sich die Weltkonjunktur eintrübt, was Deutschland als Exportweltmeister natürlich noch ein Mal besonders hart treffen würde.

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Kategorie: Gesellschaft · Wirtschaft

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